Börse am Vormittag: Techwerte auf Erholungskurs - DER SPIEGEL
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Börse am Vormittag Techwerte auf Erholungskurs

Dax und Nemax präsentieren sich unentschlossen. Händler in Frankfurt warten auf wichtige Konjunkturdaten aus den USA. Lediglich die Technologietitel sorgen für Bewegung.
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Frankfurt am Main - Der Dax präsentierte sich zum Wochenausklang sehr schwankungsanfällig und pendelte im Handelsverlauf nervös um die Vortagesschlusslinie. Um 11 Uhr notierte der Blue-Chip-Index mit 0,4 Prozent im Minus auf 4617 Punkten. Am Neuen Markt legte der Nemax 50 um 0,6 Prozent auf 1070 Zähler zu.

Marktbeobachter führten den nervösen Handel auf die anstehenden Arbeitsmarktdaten aus den USA zurück. Am Nachmittag werden die Arbeitslosenzahlen für den Monat Oktober bekannt gegeben. Händler rechnen mit einer Zunahme der Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent für den Oktober nach 4,9 Prozent im September.

Die Technologiewerte in Frankfurt wurden von guten Branchennachrichten aus den USA beflügelt. Die US-amerikanische Semiconductor Industry Association (SIA) hatte am Donnerstagabend mitgeteilt, dass der globale Halbleiterabsatz im September sehr viel schwächer zurückgegangen sei als von Experten befürchtet wurde. Darüber hinaus sei bereits schon wieder für das vierte Quartal mit einem deutlichen Umsatzwachstum zu rechnen, hieß es. Für das kommende Jahr erwarten die Experten einen deutlichen Umsatzanstieg. In der Gewinnerliste notierten die Aktien von Epcos   (plus 2,3 Prozent auf 50,92 Euro), SAP   (plus 2,1 Prozent auf 120,27 Euro), Siemens   (plus 1,5 Prozent auf 55,20 Euro) und Infineon   (plus 1,2 Prozent auf 18,07 Euro) ganz oben.

Ebenfalls stark zulegen konnten die Titel der Deutschen Bank   , die 2,1 Prozent auf 64,88 Euro zulegten. Einem Bericht der "Welt" zufolge wird die Bank deutlich mehr Stellen abbauen als bisher angekündigt. Die Zeitung beruft sich auf Unternehmenskreise und spricht von 15.000 Stellen, die wegfallen könnten. Offiziell stehen nur 7100 Arbeitsplätze auf der roten Liste.

Unter Druck standen vornehmlich die konservativen Werte. Die Verliererliste wurden angeführt von Preussag   , ThyssenKrupp   und MLP   , die jeweils rund drei Prozent abgaben.

Neuer Markt: Enttäuschende Zahlen bei Steag Hamatech

Die im Nemax 50 geführte Aktie von Steag Hamatech   verlor 3,7 Prozent auf 6,98 Euro, nachdem das Unternehmen schwache Geschäftszahlen für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres veröffentlicht hat. Der Umsatz sei auf 99,1 Millionen Euro nach 160,5 Millionen Euro im Vorjahr gesunken, teilte der Spezialmaschinenbauer mit. Aus einem Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 9,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum wurde bis September 2001 ein Verlust von 22,5 Millionen Euro.

Deutlich positiver reagierte die Börse auf die Zahlen von Brainpower. Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 960.000 Euro auf 2,2 Millionen Euro. Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen fiel auf 1,9 Millionen Euro nach minus 2,4 Millionen Euro im zweiten Quartal. Die Anteilsscheine verteuerten sich darauf um über 50 Prozent auf 2,15 Euro.

Microsoft zieht Börsen hoch

An der Wall Street löste eine Einigung im seit drei Jahren anhaltenden Kartellstreit zwischen dem Justizministerium und Microsoft eine Rallye aus. Der Dow Jones kletterte am Donnerstag um 2,1 Prozent auf 9264 Punkte. Der breiter gefächerte S&P 500 verbesserte sich um 2,3 Prozent auf 1084 Zähler. Die Nasdaq schoss um 3,3 Prozent nach oben, auf 1746 Punkte.

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat die Woche uneinheitlich beendet. Nach der positiven Vorgabe der Wall Street vom Vortag notierte der Nikkei-Index für 225 führende Werte am Freitag zum Handelsende einen Aufschlag von 36,50 Punkten oder 0,4 Prozent und ging mit 10.383 Punkten ins Wochenende. Zwischenzeitlich hatte das Börsenbarometer um mehr als 170 Punkte zugelegt.

Auch der breit angelegte Topix legte zunächst zu, notierte dann aber am Handelsende doch mit minus 2,20 Punkten beziehungsweise minus 0,2 Prozent bei 1053 Zählern.

Euro verliert leicht

Der Euro präsentierte sich etwas schwächer. Die Devisenhändler hätten bereits die Zinsentscheidungen der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche im Blick, sagten Marktteilnehmer. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte um 11 Uhr bei 0,9043 Dollar. Am Donnerstagnachmittag hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 0,9097 (Mittwoch: 0,9042) Dollar festgesetzt. Ein Dollar kostete damit 2,1500 Mark.