Börse am Vormittag: Telekom im Aufwind - DER SPIEGEL
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Börse am Vormittag Telekom im Aufwind

An den deutschen Aktienmärkten heißt es derzeit "Wunden lecken". Nach dem schwachen Wochenausklang der US-Börsen notieren die Standardwerte gar nicht so schlecht; die Wachstumswerte können sich jedoch nicht aus ihrem Stimmungstief befreien.
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Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienmärkte notieren uneinheitlich. Während sich der Dax (plus 0,5 Prozent) nach den deutlichen Verlusten vom vergangenen Freitag leicht erholen kann, zeigen die Zeichen am Neuen Markt nach zunächst positivem Start erneut nach unten. Die Wachstumswerte im Nemax 50 standen mit 0,7 Prozent im roten Bereich.

Die Gewinnerliste im Dax führten fortgesetzt die Papiere der Deutschen Telekom mit Zugewinnen von rund zwei Prozent auf 27 Euro an. Die Aktie profitiert von einer "Handelsblatt"-Umfrage unter Fondsmanagern in den USA. Diese sehen mehrheitlich die Übernahme des US-Mobilfunkanbieters VoiceStream durch den rosa Riesen als sicher an. Zugleich hieß es in Presseberichten am Wochenende, die Deutsche Telekom werde sich noch in diesem Jahr zum Schuldenabbau von Unternehmensbeteiligungen in Höhe von rund 19 Milliarden Euro trennen.

Der Kurs der T-Aktie war in der vergangenen Woche nicht zuletzt durch negative Äußerungen der Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's unter Druck geraten. Nach Ansicht von Standard & Poor's habe der harte Wettbewerb und die Expansionsstrategie der Telekom einen negativen Einfluss auf die Liquidität des Unternehmens.

Henkel (plus 1,3 Prozent) lag auf dem zweiten Platz unter den Standardwerten. SAP stand zuletzt bei plus 1,1 Prozent. Schwach notierten dagegen die anderen Technologiewerte. Epcos verlor 1,1 Prozent, Infineon notierte 0,22 Prozent leichter.

Unter den Autotiteln gehörte DaimlerChrysler mit Aufschlägen von rund einem Prozent zu den stärksten Werten. BMW stand mit 0,3 Prozent im Plus. Volkswagen hingegen verlor 0,7 Prozent.

Die im M-Dax gelisteten Aktien des Designers Hugo Boss stiegen im Vorfeld der für den Tagesverlauf erwarteten Unternehmenszahlen um 2,79 Prozent auf 258 Euro.

Der Ausflug der Papiere von Brokat in die Pluszone währte nur kurz. Nach gutem Auftakt rutschte die Aktie mit Verlusten von zuletzt rund 10 Prozent auf 14,89 Euro ans Ende des Index. Die Aktie hatte am Freitag 15,5 Prozent verloren und setzte damit ihren schwachen Trend fort.

Brokat hatte am Morgen ad hoc gemeldet, für das selbst entwickelte Verfahren der mobilen digitalen Signatur vom Deutschen Patentamt ein Patent erhalten zu haben. Damit ist das Unternehmen in der Lage, dieses grundlegende Verfahren für die sichere Abwicklung von Geschäften über elektronische Kanäle wie das Internet oder Mobilfunk ab sofort exklusiv zu vermarkten.

Die Meldung konnte die Anleger offenbar nicht überzeugen. Vielmehr befürchten sie schwache Zahlen von Brokat. Das Software-Unternehmen will noch diese Woche Geschäftszahlen vorlegen.

Oti hat im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Nettoverlust von 2,1 auf 7,7 Millionen Dollar ausgeweitet. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr von 5,4 auf 15,5 Millionen Dollar. Der Smart Card-Anbieter begründete den Fehlbetrag unter anderem mit Investitionen sowie der Expansion des Unternehmens. Oti notiert bei rund vier Euro nach Kursabschlägen von knapp 21 Prozent.