Börse am Vormittag: Telekom unter Druck - DER SPIEGEL
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Börse am Vormittag Telekom unter Druck

Nach einer frühen Talfahrt haben die Aktienmärkte ihre Verluste wieder leicht reduziert. Die Geschäftszahlen der Deutschen Telekom werden am Markt negativ aufgenommen. Überraschend freundlich präsentieren sich die Technologiewerte.
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Frankfurt am Main - Der Dax notierte um 11 Uhr nur noch mit 0,6 Prozent im Minus auf 4516 Punkten. Das Tagestief wurde bereits bei 4457 Punkten gemessen. Am Neuen Markt präsentierte sich der Nemax 50 etwa 0,5 Prozent schwächer auf 1024 Zählern.

Die Deutsche Telekom   stand in Frankfurt im Rampenlicht. Vor Börseneröffnung veröffentlichte der Konzern seine vorläufigen Quartalszahlen. Analysten äußerten sich in ersten Einschätzungen eher verhalten. Zwar habe die Telekom eine Umsatzsteigerung von 20 Prozent erreicht, allerdings sei das Nettoergebnis schwächer ausgefallen als erwartet. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) habe im Rahmen der Erwartungen gelegen, mit Abschreibungen hineingerechnet, seien die Zahlen jedoch enttäuschend. An der Börse wurde das Zahlenwerk mit einem Kursabschlag von 2,1 Prozent auf 17,18 Euro quittiert.

Die Telekom hatte zuvor eine Umsatzsteigerung um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf rund 36 Milliarden Euro bekannt gegeben. Das Vorsteuerergebnis Ebitda habe sich einschließlich VoiceStream im gleichen Zeitraum wie geplant verdoppelt und liege bei 2,2 Milliarden Euro. Beim Umsatz hatte die Telekom eine Steigerung von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr angestrebt. Durch den Verkauf von Unternehmensbeteiligungen sank die Nettoverschuldung im Konzern im dritten Quartal um 5,8 Milliarden Euro auf 65,2 Milliarden Euro.

Auch Metro   hatte schon am frühen Morgen sein Quartalsergebnis vorgelegt, das im Rahmen der Erwartungen ausgefallen ist. Es stieg den Angaben zufolge vor Zinsen und Ertragssteuern (Ebit) im dritten Jahresviertel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15,9 Prozent auf 154,7 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte um 2,9 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro. Die Aktie eröffnete dennoch im Minus und notierte zuletzt mit 1,9 Prozent im Minus auf 36,74 Euro. Noch am Vortag waren die Metro-Titel die Gewinner des Tages mit einem Kursplus von 1,8 Prozent.

Der größte Verlierer im Dax war wie schon am Vortag die Aktie von Fresenius Medical Care  , die über fünf Prozent auf 70,02 Euro verlor. Das Unternehmen hatte am Vortag enttäuschende Zahlen veröffentlicht und zudem die Prognosen für das Gesamtjahr gesenkt.

Die Deutsche Bank   wird ihre Zahlen erst am Donnerstag veröffentlichen, die Eckdaten sind jedoch schon durchgesickert. Den unbestätigten Angaben zufolge soll der Branchenprimus zwar einen Gewinneinbruch erlitten haben, das Ergebnis soll die Prognosen jedoch deutlich schlagen. Auf den Aktienkurs hat sich diese Meldung jedoch nicht ausgewirkt, die Papiere der Bank notierten nur leicht im Plus.

Überraschend stark präsentierten sich die Technologiewerte, die in den Tagen zuvor stark verloren hatten. Ohne neue Unternehmensnachrichten zogen die Aktien von SAP   (plus 2,8 Prozent auf 114,80 Euro), Infineon   (plus 2,6 Prozent auf 16,05 Euro) und Siemens   (plus 0,8 Prozent auf 52,32 Euro) stark an. Dabei waren die Branchennachrichten eher schlecht. Der französische Telekom-Ausrüster Alcatel schockte am Morgen mit einer Hiobsbotschaft: Angesichts eines erwarteten Jahresverlusts von vier Milliarden Euro will das Unternehmen 10.000 weitere Stellen in Europa streichen. In den ersten neun Monaten schrieb Alcatel einen Nettoverlust von 3,465 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren noch 898 Millionen Euro Überschuss angefallen. Alleine im 3. Quartal lag der Nettoverlust bei 558 Millionen Euro nach einem Überschuss von 297 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Miese Zahlen am Neuen Markt

Auch der Neue Markt stand am Mittwoch ganz im Zeichen der Quartalszahlen. Die Softwareschmiede Intershop   enttäuschte erneut und musste zudem den angestrebten Breakeven auf das kommende Jahr verschieben. Den Unternehmensangaben zufolge ging der Umsatz im dritten Quartal um ein Drittel auf 14,7 Millionen Euro zurück. Der Reinverlust von Einmalkosten betrug 23,1 Millionen Euro. Die Aktie verlor zuletzt 2,6 Prozent auf 2,22 Euro.

Singulus   wies einen Ergebnisrückgang für die ersten neun Monaten 2001 aus. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen sank von 73,238 Millionen Euro im Berichtszeitraum 2000 auf 35,707 Millionen Euro im gleichen Zeitraum 2001. Für das vierte Quartal rechnet der Hersteller von CD- und DVD-Produktionsanlagen mit einem erneuten Rückgang. Die Aktie notierte dennoch freundlich und stieg um 5,7 Prozent auf 23,65 Euro.

Die Verliererliste führten dagegen die Titel von Lambda   an, die mehr als 20 Prozent auf 18,60 Euro nachgaben. Der Göttinger Laserhersteller teilte am Morgen einen Umsatzanstieg von 100,2 Millionen Euro auf 137 Millionen Euro mit und lag damit über den Marktschätzungen. Negativ schlug sich jedoch der Ausblick auf den weiteren Geschäftsverlauf aus. Lambda rechnet für das laufende Jahr mit einem Umsatzrückgang von 25 Prozent.

Schwache Vorgaben aus Tokio und New York

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Mittwoch schwach geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte büßte nach der negativen Vorgabe der Wall Street vom Vortag 146,48 Punkte oder 1,4 Prozent ein und ging beim Endstand von 10.366 Punkten aus dem Markt. Der breit angelegte Topix gab um 8,39 Punkte oder rund 0,8 Prozent nach und schloss beim Stand von 1059 Punkten.

Der Dow Jones fiel am Dienstag um 1,6 Prozent auf 9122 Punkte zurück, während die Nasdaq um 1,9 Prozent auf 1667 Punkte verlor.