Börse am Vormittag: Unruhe bei Siemens - DER SPIEGEL
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Börse am Vormittag Unruhe bei Siemens

Die US-Leitzinssenkung hat die deutschen Aktienmärkte nicht beflügelt. Der Dax wird von den Technologiewerten deutlich ins Minus gezogen.
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Frankfurt am Main - Der Dax baute sein Minus am Vormittag aus und verlor bis 10.45 Uhr um 0,9 Prozent auf 5779 Punkte. Der Nemax 50 notierte bei 1340 Zählern, ein Minus von 1,9 Prozent.

Am Vorabend hatte US-Notenbankchef Alan Greenspan eine Senkung der US-Leitzinsen um 0,25 Prozent bekannt gegeben. Die Reduzierung wurde am Markt erwartet, einige Händler rechneten jedoch mit 0,5 Prozent. Greenspan gab sich jedoch weiter zurückhaltend. Derzeit seien noch keine deutlichen Anzeichen für eine Erholung der Konjunktur auszumachen.

Die Aktie von Siemens war mit einem Abschlag von 4,6 Prozent auf 66,27 Euro größter Verlierer im Dax. Das Unternehmen lädt heute zu einer Analystenkonferenz. "Der Aktienmarkt erwartet nichts Gutes ", sagte ein anderer Händler. Siemens befinde sich derzeit nahezu in einem Teufelskreis: Der Konzern will Kosten sparen, die Frage sei nur wo. Siemens habe bereits in nahezu allen Abteilungen das Budget eingestampft. Übrig bleibe nur der Bereich Forschung. Wenn die Münchner hier sparen sollten, wäre dies aber auch nicht das Gelbe vom Ei.

Auch die Aktien der Konzerntöchter Infineon (minus 3,9 Prozent auf 26,99 Euro) und Epcos (minus 4,3 Prozent auf 60,36 Euro) standen unter Druck. Der Halbleiterhersteller Infineon wird noch immer von der geplanten Kapitalerhöhung belastet. Die SAP-Titel gaben um 3,4 Prozent auf 156,40 Euro.

Gegen den Abwärtstrend stemmten sich am Vormittag nur zwei Werte: Die Anteilsscheine von der Münchner Rück (plus 1,3 Prozent auf 317,40 Euro) und Metro (plus 0,5 Prozent auf 41,90 Euro) legten leicht zu.

Nahe des Vortagesschlusses notierten die Aktien von Bayer. Das Unternehmen hatte am Vortag eine Gewinnwarnung ausgegeben, die Aktie konnte sich dennoch behaupten.

Die Deutsche Post, am Vortag noch Tagessieger im Dax, gab wieder nach. Gewinnmitnahmen drückten die "Aktie Gelb" Ex-Dividende um drei Prozent auf 18,42 Euro.

Das derzeit ungünstige Börsenumfeld hat auch wieder ein Neuemissions-Opfer gefordert: Die Nordsee AG hat ihren geplanten Börsengang verschoben. Der Konsortialbank zufolge interessierten sich trotz verlängerter Zeichnungsfrist und der gesenkten Preisspanne nur wenige Anleger für das Papier.

Kurserosion am Neuen Markt geht weiter

Die Leitzinssenkung in den USA konnte den Neuen Markt nicht aus seinem Stimmungstief befreien. Nach der kurzen Erholung am Vortag purzelten die Kurse wieder in den Keller. Händler hielten sich mit ihren Engagements zurück und warteten stattdessen - wieder einmal - auf Impulse aus den USA.

Die Aktien von Caatoosee legten nach Veröffentlichung der Bilanzdaten um 2,3 Prozent auf 6,75 Euro zu. Der Netzwerkspezialist steigerte im Jahr 2000/2001 seinen Umsatz von 6,6 auf 45,2 Millionen Mark - nach eigenen Angaben mehr als erwartet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) brach auf minus 16,8 Millionen Mark ein. Im Vorjahr hatte hier noch ein Verlust von 1,4 Millionen Mark gestanden.

Unter Abgabedruck stand im Nemax 50 die Aktie von Steag Hamatech. Das Papier verlor am Vormittag 7,4 Prozent auf 11,11 Euro.

Schwache Vorgaben aus Tokio und New York

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Donnerstag nach der Entscheidung der japanischen Notenbank, die geldpolitischen Zügel nicht noch weiter zu lockern, deutlich nachgegeben. Während die US-Zentralbank am Vortag erneut die Zinsen gesenkt hatte, beschloss die Bank von Japan (BoJ) im Gegensatz dazu, am Kurs festzuhalten und die Liquidität im Bankensektor unverändert zu belassen.

Der Nikkei-Index für 225 führende Werte ging daraufhin mit einem Verlust von 149,10 Punkten oder 1,2 Prozent bei 12.679 Punkten aus dem Markt. Der breiter angelegte Topix büßte 9,62 Punkte oder 0,7 Prozent ein und schloss beim Stand von 1278 Zählern.