Börse am Vormittag Versicherer sind gefragt
Morgan Stanley stützt Versicherer
Die Investmentbank Morgan Stanley hat Anlegern empfohlen, europäische Versicherer überzugewichten. Einer der Favoriten der Analysten ist die Allianz. Auch der Rückversicherer Münchener Rück legte nach Vorlage der Bilanz deutlich zu. Der Konzern bekräftigte die Schadenschätzung von 2,1 Milliarden Euro nach den Anschlägen am 11. September auf das New Yorker World Trade Center. In den ersten neun Monaten dieses Jahres sei ein Überschuss von 85 Millionen Euro erwirtschaftet worden. Der Gewinn je Aktie liege bei 0,48 Euro je Aktie. Anleger sind offenbar erleichtert, dass die Schadensschätzung nicht erneut erhöht worden sind, und greifen im Zuge der Morgan-Stanley-Empfehlung zu.
Lufthansa fest, Versorger trotz Branchenwirbel behauptet
Auch die Aktien der Lufthansa drehten am Vormittag um 1,1 Prozent ins Plus. Die Fluglinie will heute rückwirkend zum 1. November Kurzarbeit beantragen. Mit der Regelung würden Kündigungen vermieden, hieß es.
Die Aktien der Versorger RWE und E.ON zeigten sich trotz erheblicher Unruhe im Sektor behauptet. Das Bundeskartellamt will die geplanten Mineralöl-Fusionen von Shell und DEA sowie von BP und Aral verbieten. Auch die drohende Pleite des US-Energieriesen Enron belastete die deutschen Versorger zunächst nicht.
Preussag und Technologie unter Druck
Enttäuscht waren Analysten dagegen von den Quartalszahlen des Touristikkonzerns Preussag . Für das dritte Quartal legte Preussag ein Spartenergebnis (EBTA) von 485 Millionen Euro vor, das deutlich unter den Analystenerwartungen lag. "Die Zahlen haben nicht ganz die Prognosen erfüllt", sagte ein Händler. Man müsse aber berücksichtigen, dass das dritte Quartal traditionell das schwächste bei Preussag sei. Die Aktie gab am Vormittag knapp zwei Prozent nach und zählte gemeinsam mit den Technologietiteln zu den Verlierern im Dax.
Infineon und Epcos geben weiter nach
Die Aktien von Infineon und Epcos gehörten mit Verlusten zwischen 2,1 und 2,6 Prozent am Donnerstag zu den größten Verlierern im Index. Auch Siemens gab weiter nach, während die Aktie der Deutschen Telekom um den Vortagesschluss pendelte. Einziger Techtitel mit Gewinnen war am Donnerstag Vormittag der Softwarehersteller SAP, der sich um 0,8 Prozent erholte.
Schwergewicht T-Online zieht Nemax 50 ins Plus
Der Internet-Provider T-Online baute im Handelsverlauf sein Plus auf mehr als zehn Prozent aus und führte die Gewinnerliste im Nemax 50 an. T-Online hat im dritten Quartal 2001 einen Jahresfehlbetrag von 118 Millionen Euro ausgewiesen. Wie die Online- und Internet-Tochter der Deutschen Telekom am Donnerstag weiter mitteilte, stieg der Umsatz im dritten Quartal auf 270,0 Millionen Euro. Die Zahl der Flatrate-Kunden erhöhte sich im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 73 Prozent auf 578.000 Kunden.
Doppel-Whopper für Thiel Logistik
Der Logistiker Thiel Logistik wird ab April 2002 die Versorgung von derzeit 100 deutschen Burger-King-Filialen zu übernehmen. Das Gesamtvolumen des Burger-King-Auftrags bezifferte Thiel Logistik mit zirka 100 Millionen Mark. die Aktie stieg um rund zwei Prozent.
Der Softwareanbieter Brokat verloren dagegen 5,1 Prozent auf 0,37 Euro. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, der vorläufige Insolvenzverwalter werde dem Amtsgericht Stuttgart in den nächsten Tagen die Eröffnung des Insolvenzverfahrens vorschlagen. Auch Pixelpark gab mehr als fünf Prozent ab.
Euro fester
Trotz der negativen Vorgabe der Wall Street zog der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte am Mittwoch gegen Handelsende an und ging mit einem leichten Gewinn von 0,3 Prozent bei 10.655 Punkten aus dem Handel. Der Euro notierte am Donnerstag Vormittag fester mit 0,8888 Dollar nach 0,8845 Dollar am Vortag.