Börse am Vormittag Zocker treiben Neuen Markt
Frankfurt am Main Das sieht gut aus. Getragen von deutlichen Zuwächsen bei Technologiewerten stehen die deutschen Aktienindizes im Plus. Von einer Trendwende wollen Händler allerdings nicht sprechen und sehen insbesondere bei Technologiewerten eine technische Erholung. Der Dax legt am Vormittag rund ein Prozent auf 5920 Zähler zu. Die Wachstumswerte im Nemax 50 bauen ihre Zugewinne um knapp zwei Prozent auf 1494 Zähler aus.
Bleibt zu hoffen, dass die Tendenz anhält und die positiven Nachrichten vom US-Softwarehersteller Oracle nicht wieder so schnell verpuffen wie an der Börse in Tokio. So erklärte ein Händler: "Oracle liefert nicht den entscheidenden Kaufimpuls." Die Zahlen lägen zwar über den Erwartungen, allerdings nur über den zuvor nach unten revidierten Erwartungen der Analysten, hieß es.
Die Aktien von SAP setzen ihre Aufwärtstendenz vom Vortag fort und liegen derzeit mit einem Plus von mehr als sechs Prozent auf 163,38 Euro unangefochten an der Dax-Spitze. Es folgen Deutsche Telekom, Siemens, Epcos und Infineon mit Kurszuwächsen zwischen 2,75 und rund 1,7 Prozent.
Unter Druck stehen hingegen die Aktie der Deutschen Lufthansa, die 2,2 Prozent auf 19,56 Euro verlieren. Die Fluglinie müsse erst einmal die Tarifeinigung verdauen, sagte ein Börsianer. Auch das Umfeld bei den Airlines sei momentan weniger gut. So hätten beispielsweise Swissair und Sabina finanzielle Probleme.
Überdies hatte nachbörslich in den USA AMR, die Muttergesellschaft der weltgrößten Fluggesellschaft American Airlines, für das zweite Quartal eine Gewinnwarnung ausgegeben. Auf Grund der US-Konjunkturabkühlung und hoher Treibstoffpreise werde AMR für das zweite Quartal wahrscheinlich einen Verlust von mehr als 100 Millionen Dollar ausweisen, hieß es.
Volkswagen hat trotz anhaltender Probleme am deutschen Markt in den ersten fünf Monaten 2001 den weltweiten Absatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,7 Prozent gesteigert. Insgesamt seien knapp 2,2 Millionen Fahrzeuge abgesetzt worden, teilte VW am Morgen mit. Der Konzern zeigte sich auch für den weiteren Verlauf des Jahres zuversichtlich. Die Aktie legte zuletzt rund 0,3 Prozent auf runde 55 Euro zu. Besser stehen DaimlerChrysler (plus 1,76 Prozent auf 50,90 Euro) und BMW (plus 1,08 Prozent auf 38,27 Euro).
Am Neuen Markt treiben Zocker mit der Aktie von EM.TV erneut ihr Spiel. Nach Verlusten von rund 16 Prozent am Vortag legte die Aktie heute Vormittag wieder rund 6,5 Prozent auf schlappe 2,78 Euro zu und ist damit stärkster Wert im Nemax 50. Auch die Aktien des angeschlagenen Softwareunternehmens Brokat sind wieder gefragt und stiegen um ebenfalls rund 6,5 Prozent auf 3,77 Euro.
Am Neuen Markt meldet die im Nemax 50 gelistete Teleplan International den Abschluss eines Reparatur-Outsourcing-Vertrages mit einer Laufzeit von drei Jahren und einem Auftragsvolumen von insgesamt rund 25 Millionen Euro. Die Börse zeigt sich von der Meldung wenig beeindruckt. Die Aktie verlor 1,2 Prozent auf rund 28 Euro.
Die im marktbreiteren Nemax All Share gelisteten Kabel New Media-Aktien stürzen ab. Zuletzt betrugen die Verluste rund 26 Prozent auf 2,10 Euro. Das Unternehmen wird nach eigenen Angaben im vierten Quartal 2000/01 nicht die Gewinnzone erreichen, wie bislang vorgesehen. Vielmehr rechnet die Gesellschaft im Gesamtjahr mit einem Verlust von 115 bis 130 Millionen Euro.
Der Leiterplattenproduzent AT&S Technologies kann für das Geschäftsjahr 2001/2002 keine genauen Prognosen abgeben. Das Unternehmen revidierte allerdings die bisherigen Wachstumserwartungen. Aus heutiger Sicht seien ein Mehrumsatz von 30 Prozent und eine Ebit-Marge von zehn Prozent nicht mehr zu erreichen. Die Aktie verlor zuletzt rund 16 Prozent auf 11,80 Euro und gehörte mit Kabel zu den schwächsten Werten am gesamten Neuen Markt. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte AT&S einen Umsatz von 322 Millionen Euro erwirtschaftet und dabei einen Periodenüberschuss von 36,5 Millionen Euro erzielt.