Börse am Vormittag Zweistelliges Plus bei MobilCom
Frankfurt am Main - Der Dax kletterte nach verhaltenem Start am Vormittag um 0,6 Prozent in die Gewinnzone und notierte am Vormittag bei 5393 Zählern. Der Nemax 50 kletterte um 0,5 Prozent auf 1038 Punkte. Die Technologietitel haben die schwachen Vorgaben der Nasdaq verdaut. Zu den wenigen Verlierern im Dax zählten am Vormittag Adidas , die vom Konkurrenten Nike belastet wurden, und Linde mit Verlusten von jeweils rund ein Prozent.
Deutsche Bank: Neue Spekulationen um Lloyds
Der Finanzdienstleister MLP , die HypoVereinsbank und die Commerzbank gehörten zu den größten Gewinnern, und auch die Deutsche Bank drehte zuletzt deutlich ins Plus. Medienberichten zufolge haben die Deutsche Bank und der britische Finanzkonzern Lloyds TSB die Verhandlungen über einen Zusammenschluss wieder aufgenommen.
Die Deutsche Bank rechnet für 2002 mit einem schwierigen Geschäftsumfeld und schließt eine höhere Risikovorsorge nach wie vor nicht aus. "Für das laufende Geschäftsjahr 2002, das wieder ein schwieriges Jahr zu werden verspricht, fühlen wir uns gut gerüstet", stellte Vorstandssprecher Rolf Breuer im am Montag vorgelegten Geschäftsbericht fest. Außerdem bestätigte das Institut weitgehend seine am 31. Januar vorgelegten vorläufigen Ergebnisse für 2001. Der Gewinn war deutlich eingebrochen.
Milliardenklage: DaimlerChrysler-Aktionäre bleiben cool
Das Dax-Schwergewicht DaimlerChrysler drehte nach schwachem Start deutlich ins Plus und notierte zuletzt über 54 Euro, obwohl die Milliardenklage des US-Investors Kirk Kerkorian gegen den deutsch-amerikanischen Autobauer von einem Gericht in den USA offiziell zugelassen worden ist. Kerkorians Investmentgesellschaft Tracinda klagt auf Schadenersatz, weil der Zusammenschluss von Daimler-Benz und Chrysler 1998 als "Fusion unter Gleichen" bezeichnet worden sei.
Der Deutschen Telekom steht nach Kursverfall und Reduzierung der Dividende Ärger der Kleinaktionäre ins Haus. Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) will dem Unternehmen während der Hauptversammlung am 28. Mai die Entlastung verweigern. Die Aktie startete dennoch fest und tendierte zuletzt um 17,26 Euro.
Gewinnsteigerung bei RWE erwartet
Der Versorger RWE dürfte morgen während seiner Bilanz-Pressekonferenz weitere Einzelheiten zur geplanten Übernahme der britischen Innogy bekannt geben. Die Aktie notierte am Montag praktisch unverändert. Am Dienstag stellt außerdem die Großhandelskette Metro . Zahlen vor.
Anleger hoffen auf positiven ifo-Index
Am Dienstag gibt das ifo-Institut am Dienstag Auskunft darüber, ob sich das Geschäftsklima in Deutschland verbessert hat. Die Konjunkturanalysten der DGZ Deka Bank gehen von einem Aufwärtstrend aus und rechnen mit einer Verbesserung des Geschäftsklimas auf 89,5 Indexpunkte. "Bislang waren die Verbesserungen überwiegend erwartungsgetrieben. Allmählich muss und wird sich auch die Lagebeurteilung aufhellen", schreiben die Experten. Ebenfalls am Dienstag, wird in den USA mit dem Verbrauchervertrauen für März ein weiterer wichtiger Stimmungsindikator bekannt gegeben. Die DGZ Deka Bank geht davon aus, dass ein spürbarer Anstieg auf 100 Punkte zu erwarten ist. Im Februar war das US-Verbrauchervertrauen erstmals in drei Monaten wieder gesunken - von 97,8 auf 94,1 Punkte.
Angebot für Leo Kirch
Die Rettungsbemühungen um die hoch verschuldete KirchGruppe gehen indessen weiter. Nach Informationen aus Finanzkreisen bieten die Banken dem Medienkonzern weitere 600 bis 800 Millionen Euro zur Überwindung seiner Finanzkrise an. Im Gegenzug wollen die Banken sich an dem Kerngeschäft der Gruppe, der KirchMedia, beteiligen. Nach der geplatzten Fusion mit der KirchMedia will die ProSiebenSat.1 Media ihre Vorzugsaktien in Stammaktien umwandeln.
MobilCom mit Kurssprung
Angebot von France Telecom
Die Papiere des Mobilfunkanbieters MobilCom starteten mit einem Kurssprung von 17 Prozent in den Handel, reduzierten ihr Plus zuletzt jedoch auf 12 Prozent und notierten bei 15,35 Euro. Der französische Telekomkonzern France Telecom soll Mobilcom-Chef Gerhard Schmid ein Übernahmeangebot für den größten Teil seiner 40-Prozent-Beteiligung an Mobilcom unterbreitet haben. Das berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD) in ihrer Montagausgabe. Schmid soll für jede seiner Aktien 2,75 Anteile der France-Telecom-Mobilfunktochter Orange Das entspreche einem Kaufpreis von rund 22 Euro je Mobilcom-Aktie und liege damit annähernd 9 Euro über dem aktuellen Aktienkurs. Das Angebot soll aber nicht für die freien Aktionäre gelten. Die Aktien von France Telecom gaben gleichzeitig nach. Zu den größten Gewinnern zählten im Nemax 50 auch InternationalMedia mit einem Plus von 11 Prozent.
Der Online-Broker comdirect will im laufenden Jahr in Deutschland ein höheres operatives Ergebnis als 2001 schreiben. Auf Konzernbasis werde der Breakeven zum Jahresende angestrebt, sagte Vorstandssprecher Bernt Weber am Montag während der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. Die Aktie hatte bereits deutlich zugelegt, nachdem der angekündigte Verkauf der Frankreich-Tochter jetzt vollzogen ist. Am Montag kletterte die Aktie um weitere 1,1 Prozent auf 10,53 Euro. Am Dienstag folgt das Biotechnologie-Unternehmen Evotec mit seinen Zahlen.
Nikkei schwächer
Die Aktienbörse in Tokio hat am Montag schwächer geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte büßte 83,99 Punkte oder 0,74 Prozent ein und ging beim Stand von 11.261,09 Punkten aus dem Handel. Die Banken gehörten zu den Gewinnern, während exportorientierte Werte überwiegend nachgaben. Der breit angelegte TOPIX verlor 3,43 Punkte oder 0,31 Prozent und beendete das Geschäft bei 1073,20 Punkten. Der Euro notierte am Vormittag leichter mit 0,8778 Dollar.