Börse Ausverkauf bei Hightech-Aktien
Frankfurt am Main - "Wir habe den Sell-Out in Asien zunächst unterschätzt", so ein Händler. An der Tokioter Börse hatten Kursverluste der ansonsten stark gesuchten Telekommunikations- und Technologiewerte den Nikkei-Index um fast drei Prozent ins Minus getrieben. "Das hat schon zu einiger Verunsicherung geführt", sagte ein Händler. Nun witterten Investoren die sei längerem befürchtete Korrektur und würden Gewinnne sichern.
SAP sanken am Nachmittag um 7,3 Prozent auf 968,90 Euro und Deutsche Telekom um 4,1 Prozent auf 93,71 Euro. Siemens gaben 8,6 Prozent auf 170,50 Euro nach. Die Anleger wechselten von Siemens in Infineon, so die Börsianer. "Mit der Erstnotiz von Infineon ist ein Teil der Phantasie aus Siemens gewichen", sagte ein Händler. Zudem hätten einige Anleger wohl auf noch höhere Kurse bei Infineon gehofft, nachdem die Graumarktkurse bis auf 110 Euro geschossen waren.
Unter Druck stehen auch die Finanzwerte: Die Fusionspartner Deutsche und Dresdner Bank dehnten ihre Verluste der Vorwoche weiter aus und fielen um 4,6 Prozent auf 71,30 Euro und 3,2 Prozent auf 44,65 Euro. Bei der Commerzbank ist die Fusionsfantasie verpufft, nachdem sich am Wochenende nicht wie erhofft ein potenzieller Käufer geoutet hat. Die Aktien gaben sieben Prozent auf 40,85 Euro nach.
Auf der Gewinnerseite steht RWE nach den Spekulationen über eine möglichen Zusammenschluss mit Shell. RWE stieg um 3,1 Prozent auf 32,48 Euro. Karstadt profitieren davon, dass die Touristiktochter C&N an die Börse gehen will. Die Aktien legten 3,9 Prozent auf 29,30 Euro zu.