Börse: BMW fährt davon - DER SPIEGEL
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Börse BMW fährt davon

Ferienstimmung an der Börse: Nach geringen Umsätzen schlossen die deutschen Aktienmärkte uneinheitlich.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Der Deutsche Aktienindex (Dax) notierte zum Börsenschluss mit 6328,16 Punkten um 1,2 Prozent im Plus. Der Nemax 50 schloss mit einem Minus von 1,1 Prozent auf 2769,39 Zähler.

Den Händlern am Frankfurter Parkett fiel es schwer, einen klaren Trend auszumachen. "Bei diesen geringen Umsätzen sind die Kursbewegungen auch immer ein bisschen zufällig", sagte ein Münchner Händler. Man sollte die nachweihnachtlichen Handelstage besser unter dem Stichwort "Weihnachtsferien abhaken", empfahl ein Analyst der Helaba Trust.

BMW fährt davon

Gefragt waren zum Jahresende vor allem die defensiven Titel. So stiegen Linde um knapp dreieinhalb Prozent. Das florierende Weihnachtsgeschäft verpasste den Aktien des Einzelhandelskonzerns Metro einen Schub: Die Titel stiegen um über vier Prozent. KarstadtQuelle gewannen knapp drei Prozent.

BMW behaupteten sich den Tag über in der Spitzengruppe des Dax. Nach Presseberichten soll der Automobil-Hersteller von der ehemaligen Tochter Rover eine Zahlung von 500 Millionen Pfund erhalten, wenn Rover wieder schwarze Zahlen schreibt. Die BMW-Aktie legte um gut siebeneinhalb Prozent zu.

Die ungeklärte Nachfolge des verunglückten Deutsche-Bank-Vorstands Edson Mitchell hatte nur geringe Auswirkungen auf den Kurs des Finanzpapiers. Nach einem schwachen Start etablierte sich die Aktie in der Gewinnzone und notierte um gut eineinhalb Prozent fester.

Schlusslicht im Dax waren Infineon mit einem Minus von über zweieinhalb Prozent. Auch DaimlerChrysler gehörten einmal mehr zu den Verlierern. Die Aktie sank im Handelsverlauf auf ein neues Jahrestief. Zuvor hatten am Markt Gerüchte über mögliche Rückstellungen die Runde gemacht, die aufgrund weiterer Chrysler-Verluste im kommenden Jahr notwendig werden könnten. Das Papier schloss knapp zwei Prozent leichter.

Schwarzer Tag für T-Online und EM.TV

Bei geringen Umsätzen und niedrigem Handelsvolumen gab der Neue Markt frühe Gewinne rasch wieder ab und notierte phasenweise mit über zwei Prozent im Minus. Erst im Zuge einer festen Eröffnung der Nasdaq gingen die Verluste wieder zurück.

Zu den großen Verlierern gehörten T-Online: Der Kurs rutschte phasenweise sogar auf das neue Allzeittief von 12,30 Euro ab, konnte sich aber wieder erholen und notierte bei 12,54 Euro, ein Minus von fast fünf Prozent. Einen genauen Grund gebe es für den Abstieg der Telekom-Tochter nicht, sagte ein Analyst. Allerdings werde der Kurs von börsentechnisch bedingten Verkäufen institutioneller Anleger belastet.

Ebenfalls ein neues Jahrestief markierte das Papier des einstigen Anlegerlieblings EM.TV. Nach dem angekündigten Rücktritt von Vorstand Ulrich Goebel bestätigte der Münchner Filmlizenzhändler auf Anfrage auch die Durchsuchung des Firmensitzes. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Insiderhandel. Die Aktie fiel um über zehn Prozent.

Dagegen erfreute das Papier der Helkon Media AG die müden Anleger. Das Entertainment-Unternehmen hatte schon vor Handelsbeginn mitgeteilt, dass im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres bei höherem Umsatz unter dem Strich tiefschwarze Zahlen erwirtschaftet worden seien. Das Papier stieg in der Folge um fünfzig Prozent.

Wall Street: Positiver Trend

An der Wall Street legte der Dow Jones ein Plus von 1,1 Prozent vor. Der Nasdaq-Composite machte seine frühen Verluste wieder wett und stieg um 1,3 Prozent.

Europabörsen: Fester

An den europäischen Börsen setzte sich die feste Tendenz fort. Die 50 wichtigsten europäischen Standardwerte im EuroStoxx legten um 1,4 Prozent auf 4721,49 Zähler zu. Der Londoner "Footsie" schloss 120,7 Punkte höher bei 6218,2 Zählern, der Pariser CAC-40 stieg gut ein Prozent auf 5857,15 Zähler.

Euro: Über 93 Cent

Der Euro notierte etwas fester und wurde am Abend zu einem Kurs von 0,9314 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 0,9310 (Freitag: 0,9240) Dollar festgesetzt. Ein Dollar kostete damit 2,1008 (2,1167) Mark.