Börse DaimlerChrysler zieht Dax nach unten
Frankfurt am Main - Der Dax schloss am Dienstag mit 7135,75 Zählern - ein Minus von 1,1 Prozent. Am Neuen Markt sanken die im Nemax-50 zusammengefassten Wachstumswerte um ein Prozent auf 6083,99 Zähler.
Die Autowerte notierten uneinheitlich. Während die BMW-Aktie um 1,71 Prozent auf 38,15 Euro anzog, gaben die Papiere von DaimlerChrysler um 2,52 Prozent auf 56,75 Euro nach.
"BMW läuft mit seinen Modellen sehr gut", erläuterte Analyst Hans Scholl von der Oppenheimer Finanzanalyse. Der Münchner Automobilhersteller hatte am Montag positive Absatzzahlen vorgelegt.
DaimlerChrysler habe hingegen Absatzprobleme mit der Marke Chrysler in den USA, erklärte Scholl. Zudem werde die Beteiligung an Mitsubishi mittlerweile kritisch gesehen. Die Deutsche Bank hat ihre Gewinnerwartung für DaimlerChrysler von sechs auf 5,30 Euro je Aktie für das Jahr 2000 gesenkt.
Technologiewerte unter Abgabedruck
Im Sog der schwachen Nasdaq-Vorgabe gaben Technologietitel im Dax nach. Die Aktie der Siemens-Halbleitertochter Infineon büßte 1,5 Prozent auf 67,50 Euro ein. Auch das Papier des Softwareunternehmens SAP verbilligte sich um 2,59 Prozent auf 281,49 Euro. Siemens-Aktien sanken um 0,79 Prozent auf 179,14 Euro.
Der Titel des Herstellers für elektronische Bauelemente Epcos drehte nach zwischenzeitlichen Verlusten deutlich ins Plus und kletterte um 0,48 Prozent auf 108,02 Euro. Epcos werde im Stoxx-Index stärker gewichtet, sagten Händler.
Nach einem Pressebericht über den angeblichen Kauf der US-Investmentbank Wasserstein, Perella & Co für 1,5 Milliarden Dollar hat die Aktie der Dresdner Bank an Boden verloren. Der Titel büßte 2,20 Prozent auf 51,10 Euro ein.
Die Aktie des Düsseldorfer Energiekonzerns E.ON verteuerten sich um 0,32 Prozent auf 55,71 Euro. Die E.ON-Tochter Viag Interkom will sich Gerüchten zufolge aus dem Bieter-Konsortium für das TV-Kabelnetz der Deutschen Telekom in Bayern zurückziehen.
Die HypoVereinsbank, die hinter dieser Bietergruppe steht, verhandele bereits mit anderen Interessenten über einen Einstieg. Der Versorger verkauft seinen Anteil an dem Telekommunikationsunternehmen im nächsten Jahr an British Telecom.
Zu den wenigen Gewinnern im Dax gehörte auch das Spezialdialyse-Unternehmens Fresenius Medical Care. Das Papier zog bei schwachen Umsätzen um 2,64 Prozent auf 100,60 Euro an. Chemie- und Pharmaunternehmen profitieren Händlern zufolge von dem festen Dollar.
Wall Street am Mittag: Freundlich
Mit Kursaufschlägen bei Finanztiteln und stärkeren Gewinnen bei Technologiewerten zeigte sich die Wall Street am Dienstagmittag mit freundlicher Tendenz. Der Dow-Jones-Index legte um 0,3 Prozent auf 11.229,90 Punkte zu. Der Nasdaq-Composite-Index stieg um ein Prozent auf 3.935,16 Punkte. Aktien aus dem Finanzsektor profitieren nach Händlerauskunft von Spekulationen über weitere Konsolidierungen.
JP Morgan drehten nach anfänglichen Verlusten ins Plus und legten 2,8 Prozent zu. Das Gerücht, das Investmenthaus könnte Objekt einer Übernahme werden, habe durch die Tatsache neue Nahrung erhalten, dass eine angesetzte Rede eines Bankvorstandes bei einer Industriemesse nun von einem anderen Bankmitarbeiter gehalten werden soll, hieß es.
Technologietitel erholten sich nach der jüngsten Kursschwäche, die von Besorgnissen über die Drittquartalsergebnisse verursacht worden war.
Der Euro stabilisierte sich leicht. Zuletzt notierte er bei 0,8647 US-Dollar.