Börse Das Fusionsfieber ebbt ab
Frankfurt am Main - Mit der offiziellen Bestätigung der beiden Fusionskandidaten sei die Phantasie aus den Titeln gewichen, so ein Händler. Nun erinnerten sich Investoren an die Probleme bei den bisherigen Großfusionen wie bei der UBS und der HypoVereinsbank.
Deutsche Bank verloren 12,87 Prozent auf 80,81 Euro, Dresdner Bank 10,65 Prozent auf 50 Euro. Im Sog der schwachen Banken gaben auch Allianz um 4 Euro auf 407 Euro nach, obwohl Beobachter die Allianz als Profiteur der Konsolidierung sehen.
Entgegen dem Trend im Finanzsektor konnte die Commerzbank weiter zulegen. Hier trieben die feindlichen Übernahmegerüchte den Kurs um 4,79 Prozent auf 44,01 Euro nach oben. Händler rechneten damit, dass der Käufer, der seit Monaten Aktienpakete der Commerzbank sammeln soll, demnächst seine Identität preisgibt.
Siemens kehrten in die Gewinnzone zurück, nachdem Goldman Sachs mitteilte, dass die Emission von Infineon 30fach überzeichnet sei. Siemens verteuerten sich um 6,12 Euro auf 182,50 Euro.
Der Nemax-50 konnte sich gegen den Dax behaupten und legte um 2,9 Prozent zu. Die stabile Entwicklung wurde mit einer "Wartestimmung" begründet. Die Nasdaq habe am Vortag fast unverändert geschlossen, hieß es. Allerdings sei weiter "Nervosität im Markt". EM.TV profitierte vom angeblichen Einstieg bei der Formel 1 und gewann 10,18 Prozent auf 103,90 Euro.
Fester hat sich der deutsche Rentenmarkt gezeigt. Die durchschnittliche Umlaufrendite fiel von 5,30 Prozent auf 5,24 Prozent und die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe von 5,44 auf 5,38 Prozent. Beobachtern zufolge sind viele Teilnehmer "short" gewesen. "Das positive Umfeld hat uns hochgebracht", sagte ein Händler. Damit hätten anscheinend viele Anleger nicht gerechnet, die sich nun entsprechend eindecken mussten.
Mit fester Tendenz präsentierte sich der Euro im späten europäischen Geschäft. Die EZB legte den Referenzkurs auf 0,9616 Dollar fest. Für den Dollar ergibt sich damit ein Kurs von 2,0339 Mark.