Börse: Dax erholt sich nach Tiefststand - DER SPIEGEL
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Börse Dax erholt sich nach Tiefststand

Zum Handelsschluss am Mittwoch hat sich der deutsche Aktienmarkt von seiner Talfahrt halbwegs erholt. Am Nachmittag hatte er ebenso wie die Wachstumswerte am Neuen Markt einen neuen Jahrestiefststand erreicht.
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Frankfurt am Main - Mit der Schlussglocke notierte der Dax 0,75 Prozent schwächer auf 6483 Zähler. Der Index pendelte im Sitzungsverlauf zwischen rund 6297 und 6523 Punkten. Der Nemax-50 gab 1,81 Prozent auf 4252 Punkte nach. Während der Sitzung rutschten die Wachstumswerte kurzfristig unter die Marke von 4000 Punkten. Der M-Dax verzeichnete zum Schluss eine Minus von 0,48 Prozent bei 4774 Zählern.

US-Daten schürten Angst vor Inflationsgefahr

"Die Wall-Street-Eröffnung war eine Katastrophe für die deutschen Aktien", erklärte ein Börsianer. Anleger wanderten von risikoreichen Titeln in defensive Werte wie Chemie- und Versicherungsaktien ab.

Zudem kletterten die US-Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozent. Der unerwartet starke Anstieg nähre Befürchtungen, dass die amerikanischen Währungshüter am 15. November die US-Leitzinsen erneut anheben könnten.

Börsen in New York schwächer

In den USA hatten die Börsen am Nachmittag mit teils erheblichen Kursabschlägen eröffnet, erholten sich jedoch im weiteren Handelsverlauf. Die Nasdaq stand gegen 20.20 Uhr 0,10 Prozent auf 3210 Punkte im Minus. Der Dow Jones notierte um 1,22 Prozent leichter bei 9967 Zählern.

Wie in Deutschland präsentierten sich auch die europäischen Börsen in London und Paris leichter. Der EuroStoxx 50 der wichtigsten Unternehmen in Euroland fiel um 2,14 Prozent auf 4658 Punkten.

Technologiewerte im Sog der US-Börsen

Technologietitel konnten sich dem US-Abwärtsstrudel nicht widersetzten. Bereits am Morgen fuhren die High-Tech-Papiere Verluste ein. Epcos verloren zuletzt 4,86 Prozent auf 79,83 Euro. SAP-Aktien verloren im Vorfeld der für Donnerstag anstehenden Geschäftszahlen um 0,12 Prozent auf 243,40 Euro.

Die Unsicherheit des US-Geschäftes sowie die schlechten Vorgaben der US-Märkte und das negative Sentiment für Technologietitel belasten, erklärten Marktbeobachter. Dies erzeugt eine schlechte Stimmung für SAP.

Siemens verlor mehr als vier Prozent

Die Papiere des Halbleiterherstellers Infineon konnten sich zum Schluss mit einem leichen Minus von 0,02 Prozent auf 46,50 Euro behaupten. Die Papiere der Konzerntochter Siemens verloren hingegen 4,21 Prozent auf 130,75 Euro.

Das Dax-Schwergewicht Deutsche Telekom verlor 0,21 Prozent auf 37,30 Euro.

Bankentitel gerieten unter Druck von US-Bank

Bankenaktien fuhren nach Vorlage der Quartalszahlen der amerikanischen Chase Manhattan-Bank Kursverluste ein. Deutsche Bank büßten 3,01 Prozent auf 85,42 Euro ein, Commerzbank fielen um 3,34 Prozent auf 30,08 Euro, während die Aktien der Dresdner Bank auf 43,80 Euro um 1,02 Prozent schwächer tendierten.

Dagegen stemmten sich die Papiere von Allianz mit einem Plus von 1,75 Prozent auf 366,45 Euro gegen den Abwärtstrend bei den Finanztiteln.

Kursgewitter am Neuen Markt

"Dass sich der Nemax-50 wieder fangen konnte, liegt nur daran, dass die Nasdaq in der allgemeinen Abwärtstendenz ihre 3000 Punkte gehalten hat", sagte Albert Rapp, Aktienhändler bei Trinkaus & Burkhardt. Den heutigen Mittwoch bezeichnete der Experte als den "spannendsten der letzten Wochen".

Grund hierfür seien die bevorstehenden Quartalsergebnisse von Technologie-Blue-Chips wie AOL, Microsoft, Texas Instruments oder Sun Microsystems: "Wenn nur eines der Unternehmen die Erwartungen der Anleger enttäuscht, dann haben wir morgen wieder einen ganz schwachen Tag".

Euro unter der Marke von 84 Cent

Der Euro fiel am Mittwoch auf einen historischen Tiefstand von 0,8327 Dollar. Zuletzt stieg die Gemeinschaftswährung wieder auf 0,8393 Dollar. Der Dollar wurde in Frankfurt mit 2,3300 Mark gehandelt.

Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Mittwoch auf 0,8525 (Dienstag:0,8496) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,2942 (2,3021) Mark.

Der Rentenmarkt zeigte sich freundlich. Der Bund-Future zehnjähriger Staatsanleihen lag unverändert bei 105,53 Zählern. Der Rentenindex Rex präsentierte sich um 0,1 Prozent fester bei 110,43 Zählern. Die Bundesbank senkte die Umlaufrendite geringfügig auf 5,22 (Dienstag 5,23) Prozent.