Börse Dax erwacht aus "Sommer-Lethargie"
Frankfurt am Main - Der Dax hat am Donnerstag um 0,8 Prozent höher bei 7280 Punkte geschlossen. Der Nemax-50 gab dagegen um 1,4 Prozent nach auf 5683 Zähler. Der M-Dax kletterte um 0,5 Prozent auf 4876 Stellen.
Positiv hoben Händler hervor, dass insgesamt die Umsätze anzogen. "Nach der Sommer-Lethargie sehen wir hier große Käufe", so ein Marktteilnehmer. Mit Blick auf die Markttechnik und die Situation den USA zeigten sich die meisten Händler zuversichtlich, dass der Dax in den kommenden Tagen die Marke von 7500 Punkten testen könnte. Wermutstropfen sei der schwache Euro. "Sollte sich dieser nicht bald berappeln, könnte noch einmal Druck auf die EZB aufkommen, was die Aktien belasten könnte."
T-Aktie: Macht Boden gut
Das Dax-Schwergewicht Deutsche Telekom führte den Markt mit einem Kursanstieg von 4,2 Prozent auf 48,65 Euro an. Bei der T-Aktie sei aber nicht mit einer neuerlichen Hausse zu rechnen, erklärte ein Händler der Bayerischen Landesbank. Der Titel werde geordert, da er günstig zu haben sei. Der Kurs hat sich seit Mitte März mehr als halbiert.
Bankenwerte schlossen fester. Im Anschluss an die Halbjahreszahlen verteuerte sich die Commerzbank- Aktie um 0,5 Prozent auf 39,61 Euro. Die Dresdner-Bank-Aktie stieg um 2,6 Prozent auf 52,95 Euro. Die Deutsche-Bank-Aktie legte um 0,8 Prozent auf 98,10 Euro zu.
Auto-Titel: Fahren aus der Versenkung
Schwachen Technologie- und Pharmawerten standen Gewinne bei Automobil-Titeln gegenüber. DaimlerChrysler profitierten besonders von der stabilen Nachfrage in den USA und stiegen um 1,94 Prozent auf 62,39 Euro.
"Heute werden die Automobilwerte wieder entdeckt", kommentierte Analyst Frank Biller von der Baden-Württembergischen Bank. Nachdem in den vergangen Wochen die Aktien von BMW und Volkswagen Gewinne eingefahren hätten, müsse der Titel von DaimlerChrysler aber noch etwas aufholen.
"Die Hochtechnologie ist nur ein Randthema geblieben", beschrieb ein bayerischer Händler die Parkettstimmung. Infineon litten unter Gewinnmitnahmen nach den erheblichen Zugewinnen am Mittwoch und schlossen bei 71,80 Euro. Siemens gaben 0,65 Prozent auf 168,40 Euro ab.
Altana: Sorgt für Spannung
Spannung gab es zur Abwechslung auch einmal in der zweiten Reihe, nachdem dort eine Reihe von Unternehmen ihre Quartalsergebnisse präsentierten. Zum Star des Tages avancierten Altana mit einem Plus von 9,3 Prozent auf 110,50 Euro. Die Deutsche Bank hob das Kursziel in einer ersten Reaktion auf 120 Euro an. Auch in den übrigen Research-Abteilungen sparten die Analysten nicht mit Lobgesängen.
Schwarz Pharma verbuchten ein Plus von sieben Prozent auf 26,20 Euro, nachdem das Unternehmen die Marketingrechte für ein Asthma-Medikament von Glaxo Wellcome übernommen hat. Enttäuscht zeigten sich Investoren von den Ergebnissen von Deutz und Merck. Merck sanken um 4,5 Prozent auf 38,50 Euro und Deutz um 4,4 Prozent auf 4,30 Euro.
New York: Nasdaq tief im roten Bereich
In New York zogen junge Wachstumswerte an der Nasdaq den Markt nach unten. Der Index verlor bis kurz vor Börsenschluss 2,3 Prozent auf 3766 Zähler. Der Dow Jones notierte zur gleichen Zeit minimal im Minus.
Die Verluste an der Nasdaq begründeten Händler mit anhaltenden Gewinnmitnahmen bei Hightechs. Vor allem Applied Materials und Cisco konnten Anleger mit ihren positiven Ergebniszahlen nicht inspirieren. Die anhaltenden Sorgen um die zukünftigen Gewinnerwartungen würden die guten Zahlen überschatten, hieß es. Im breiten Markt verbuchten besonders Einzelhandels- und Biotechnologieaktien deutliche Verluste.
Am britischen und französischen Aktienmarkt gab es jeweils leichte Verluste. Der Euro-Stoxx-50 stiegen dagegen um 0,5 Prozent auf 5182 Punkte.
Devisen: Euro etwas fester
Der Euro erholte sich leicht. Am Abend notierte die junge Währung in Frankfurt bei 0,9081 Dollar. Damit kostete der Dollar 2,1515 Mark. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 0,9031 (Mittwoch: 0,8973) Dollar fest. Der Dollar war danach 2,1657 (2,1797) Mark wert.