Börse Dax etwas gedrückt
Frankfurt am Main - Händler sprachen von einem sehr ruhigen Geschäft vor der Sitzung der US-Notenbank am Dienstag. Von ihr erwarten sie eine Leitzinserhöhung um 0,5 Prozentpunkte. Die Reaktion des Marktes werde dann vor allem von dem Kommentar der US-Notenbank abhängen. Sollte die Leitzinserhöhung als vorläufiger Abschluss der Zinsspirale nach oben aufgefasst werden, werden die Aktienkurse im Anschluss voraussichtlich kräftig steigen. Negativ wirken würde aber die Aussicht auf weitere Zinsschritte im Juni.
Am Markt habe die "totale Zurückhaltung" geherrscht, sagte ein Münchener Händler. Bei sehr dünnen Umsätzen habe der Dax sich kaum bewegt, bevor das Börsenbarometer nach der Eröffnung der Wall Street zunehmend unter Druck geraten sei. Bis zum Handelsschluss in Deutschland lag der Dow Jones mit rund einem Prozent im Plus, der Nasdaq-Index fiel um etwa ein Prozent.
Tagesverlierer waren die Aktien des hannoverschen Mischkonzerns Preussag, die um 5,77 Prozent absackten. Die Aktie geriet unter Druck, weil der Konzern den britischen Reiseveranstalter Thomson Travel Group übernehmen will und deren Kaufpreis am Markt für überhöht gehalten wurde. Um 4,75 Prozent leichter schlossen Deutsche Telekom. Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" sollen die Telekom-Töchter Kabel Deutschland und Media Services im laufenden Jahr deutlich schlechtere Ergebnisse als im Vorjahr erreichen. Der ehemalige Telefonmonopolist wollte die Aussagen nicht kommentieren.
Lange Zeit waren Degussa-Hüls Tagesgewinner mit einem Kursgewinn von 2,19 Prozent. Das Unternehmen wird mit SKW Trostberg zur Degussa AG verschmelzen. Die beiden Mutterkonzerne VEBA und VIAG konnten nicht von der geplanten Chemiefusion profitieren. VEBA verloren 2,12 Prozent, VIAG büßten 1,44 Prozent ein.
Gegen Handelsschluss schoben sich die Aktien von Fresenius Medical Care mit einem Plus von 2,47 Prozent an die Spitze der Dax-Gewinner. Die höchsten Gewinne bei den Technologiewerten verzeichneten die Aktien von Epcos. Sie gewannen 2,07 Prozent. Unter Druck waren hingegen SAP, die 2,21 Prozent abgaben.
Am Neuen Markt war ebenfalls eine abwartenden Haltung der Händler zu beobachten. Die Gewinner des Tages waren Swing mit 16,9 Prozent, Kretztechnik mit 12,1 Prozent und 3U mit 11,5 Prozent. Die stärksten Verluste gab es bei Mühl mit 14,29 Prozent, gefolgt von Orad (-9,1 Prozent) und Mobilcom (-7,9 Prozent). Infineon verloren 0,93 Prozent, T-Online verbilligten sich leicht um 0,61 Prozent.
Der Euro konnte zu Wochenbeginn sein Niveau von etwa 0,913 Dollar halten. Für den Dollar ergibt sich damit ein Kurs von rund 2,16 Mark.