Börse: Dax fester - Rebound am Neuen Markt - DER SPIEGEL
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Börse Dax fester - Rebound am Neuen Markt

Nach einem kräftigen Kursrutsch unter die Marke von 3000 Punkten hat der Neue Markt am Donnerstag eine beeindruckende Kehrtwende hingelegt. Auch der Dax schloss deutlich im Plus.
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Frankfurt am Main - Zu Börsenschluss lag der Nemax-50 für die wichtigsten Wachstumswerte bei 3463 Punkten mit 8,71 Prozent im Plus - nachdem er am Morgen um mehr als vier Prozent auf 3032 Punkte gefallen war.

Auch der Dax zeigte sich nach mehreren Ausflügen in die Verlustzone deutlich fester und lag bei 6601 Zählern mit 1,39 Prozent im Plus. Nach einem schwankenden frühen Verlauf, schloss der M-Dax um 0,50 Prozent fester auf 4697 Punkten. Die Börsen in New York blieben auf Grund eines Feiertages geschlossen.

Nach den Hiobsbotschaften am Neuen Markt und den Kursturbulenzen seien sowohl private wie auch institutionelle Anleger eingestiegen, erklärte Dieter Luegering, Händler bei der Berenberg-Bank, die Trendwende.

Erholung bei den Technologiewerten

Die Aktie des Walldorfer Software-Herstellers SAP kletterte um 5,90 Prozent auf 184 Euro. Der Kursgewinn sei auf eine neue Software für das Kundenmanagement zurückzuführen gewesen, sagte Analyst Theo Kitz vom Münchner Bankhaus Merck Finck. Mit dieser Software könnten Unternehmen ihren Kundenstamm besser analysieren.

Siemens und die Halbleiter-Tochter Infineon lagen deutlich im Plus. Während die Münchner Mutter durch einen Auftrag von Mannesmann für UMTS-Technik um 3,57 Prozent auf 131,95 Euro kletterte, verbesserte sich Infineon auf 45,95 Euro, ein Plus von 5,37 Prozent.

Die Aktien der Deutschen Telekom schlossen um 2,86 Prozent fester auf 38,84 Euro. Am Abend wurde bekannt, dass der Chef der Bonner Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP), Klaus-Dieter Scheurle, zum Jahresende von seinem Posten zurücktreten wird.

Als Präsident der Regulierungsbehörde ist er der oberste Aufseher über die beiden ehemaligen Bundesunternehmen Deutsche Post und Deutsche Telekom.

DaimlerChrysler sehr fest

Nach den hohen Kursverlusten am Vortag konnten die Aktien von DaimlerChrysler auftrumpfen. Mit einem Gewinn von 4,15 Prozent auf 48,48 Euro reihte sich das deutsch-amerikanische Unternehmen in die Dax-Spitzengruppe ein.

Händler führten die Kursgewinne auf eine technische Reaktion und die Meldung zurück, dass der Autobauer im Rahmen eines Restrukturierungsprogramms drei Werke in den USA schließen wolle.

Die Aktien der Deutschen Bank gaben um 1,26 Prozent auf 87,88 Euro nach. Die gegenwärtige Börsenschwäche treffe vor allem das Investment-Banking der Deutschen Bank, sagte Martin Haug von der BfG-Bank. Darüber hinaus könnte sich die Baisse auch auf das Provisionsgeschäft und das Handelsergebnis auswirken.

Die Aktien des Stahl-Konzerns ThyssenKrupp bildeten die Spitze der Dax-Verlierer. Die Aktie gab um 4,92 Prozent auf 15,65 Euro nach. Kursverluste verzeichnete auch das Henkel-Papier, das den turbulenten Handelstag an der Frankfurter Börse mit einem Minus beschloss.

Die Aktie des Chemie- und Konsumgüterkonzerns hatte nach einer anfänglichen Spitzenstellung im Dax deutlich an Wert verloren. Im frühen Donnerstags-Handel war das Papier des Düsseldorfer Unternehmens um mehr als 3 Prozent auf 74,60 Euro geklettert, um den Handel um 2,68 Prozent leichter bei 70 Euro zu beenden.

Kehrtwende am Neuen Markt

Die Wachstumswerte haben am Donnerstag eine Tal- und Bergfahrt hinter sich gebracht und sind im Nachmittagshandel von ihren Jahrestiefs kräftig ins Plus gedreht. Der Nemax-50 markierte am Mittag noch ein neues Allzeittief bei 3032 Punkten.

Zum Handelsende lag der Blue-Chip-Index dann mit plus 8,71 Prozent oder 277,46 Zählern bei 3463 Punkten auf Tageshoch. Der Nemax-All-Share sprang um 6,45 Prozent auf 3271 Zähler und endete ebenfalls auf Tageshoch. Der Jahrestiefstand lag bei 2933,00 Punkten.

"Angesichts des Erntedankfestes ("Thanksgiving") in den USA waren am Nachmittag plötzlich keine Verkäufer und auch keine Störfeuer mehr da - aufkommendes Kaufinteresse brachte die Kurse dann zur Explosion", fasste ein Frankfurter Händler die Achterbahnfahrt am Neuen Markt lapidar zusammen.

Noch am Morgen konnten Marktbeobachter kein Ende der Talfahrt absehen. Nun bleibe allerdings abzuwarten, wie sich die Rahmendaten in den USA weiter entwickelten und ob sich die heutige Kehrtwende als "Strohfeuer" oder als nachhaltiger Wendepunkt herausstelle.

Schnäppchenjäger auf Einkaufstour

Zu den größten Gewinnern im Nemax-50 zählten die Kursverlierer der jüngsten Vergangenheit, die Händlern zufolge auf dem ermäßigten Niveau aufgesammelt wurden.

Biodata endeten mit plus 25,69 Prozent bei 175 Euro und Adva sprangen um 23,58 Prozent auf 47,95 Euro. Auch Pandatel, die am Mittag noch bei 29,11 Euro ein Allzeittief markierten, erholten sich bis zum Handelsschluss um 22,26 Prozent auf 39 Euro.

Adrian Neubrandt, Händler bei der BW Bank in Stuttgart, machte große Kauforders institutioneller Anleger für die Wende bei den Aktien des Hamburger Netzwerkspezialisten verantwortlich.

Europas Börsen schlossen fester

Im Einklang mit den deutschen Indizes notierten auch die Börsen in London und Paris fester. Der EuroStoxx-50 stieg um 1,13 Prozent auf 4837 Zähler.

In einem lustlosem Handel fiel der Euro unter 84 Cent. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 0,8379 Dollar. Der Dollar stand damit zuletzt bei 2,3336 Mark.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatten den Referenzkurs am Nachmittag noch auf 0,8427 Dollar festgesetzt nach 0,8429 Dollar am Mittwoch. Der Dollar war so 2,3209 Mark wert.

Wenig Bewegung gab es am Rentenmarkt. Der Bund-Future zehnjähriger Staatsanleihen lag bei 106,17 Punkten mit 0,1 Prozent im Minus. Der Rentenindex Rex pendelte ebenfalls um seinen Vortagesschluss bei 110,65 Zählern. Die Umlaufrendite stellte die Bundesbank bei 5,16 Prozent fest (Vortag: 5,18 Prozent).