Börse: Dax lässt kräftig Federn - DER SPIEGEL
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Börse Dax lässt kräftig Federn

Der deutsche Aktienmarkt hat heute mit deutlichen Verlusten geschlossen. Zum Xetra-Schluss standen die Kurse aller Standardwerte im roten Bereich. Besonderes Interesse der Aktienhändler zogen die Papiere der BASF auf sich.
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Frankfurt am Main - Besitzer deutscher Aktien mussten heute erneut hohe Wertverluste ihrer Investments hinnehmen. Der Deutsche Aktienindex (Dax  ) hielt sich nur mühsam über 5600 Punkten. Er verlor am Ende über 130 Punkte oder 2,3 Prozent auf 5622 Punkte. Der TecDax   gab 2,1 Prozent auf 651 Zähler nach und der MDax   brach um 2,8 Prozent auf 8062 Zähler ein. Höhere Ölpreise und ein schwächerer Dollar hätten die Stimmung getrübt, so die Begründung.

Auch die Kurse an der New Yorker Wall Street notierten im frühen Handel schwächer. Der Dow Jones   verlor bis 17.45 Uhr MESZ 1,0 Prozent auf 11.163 Punkte und der Nasdaq Composite   1,3 Prozent auf 2181 Zähler. Der höhere Ölpreis belaste ebenso wie das schlechter als erwartet ausgefallene Verbrauchervertrauen, berichteten Händler. Hierdurch hätten Hoffnungen auf ein baldiges Ende des US-Zinserhöhungszyklus einen Dämpfer erhalten.

Der Euro zeigte hingegen Stärke zum Dollar. Die Gemeinschaftswährung wurde am Abend mit 1,2883 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte am Nachmittag einen Referenzkurs von 1,2839 Dollar festgestellt. Händler äußerten sich etwas verwundert über die Stärke der Gemeinschaftswährung.

Im Dax schloss nicht eine einzige Aktie den Handel im Plus ab. Vergleichsweise gut schlugen sich da noch die Anteilsscheine von Schering  , die mit einem Minus in Höhe von 0,2 Prozent auf 85,43 Euro an die Dax-Spitze rückten. Zuvor hatte der Pharma- und Chemiekonzern Bayer   mitgeteilt, seine Übernahmeofferte für Schering um wenige Tage zu verlängern. Das Bankhaus Merck Finck rechnet damit, dass der Leverkusener Konzern in dieser zeit zumindest 75 Prozent der Schering-Aktionäre von seinem Milliarden-Kaufangebot überzeugen wird.

Größter Verlierer im Dax waren die Aktien der Commerzbank  , die 4,0 Prozent auf 28,87 Euro nachgaben. Spezielle Gründe für die Abgaben in diesen Werten gebe es nicht, sagte ein Händler. Derzeit mache aber ein Gerücht die Runde, nach dem die Commerzbank eine Schieflage im Derivatebereich habe. Auch andere Finanzwerte, wie Deutsche Börse   und Deutsche Bank  , verloren über 3 Prozent.

Solar-Aktien beherrschen TecDax

BASF-Papiere   hielten sich mit einem Minus in Höhe von 2,4 Prozent auf 63,01 Euro noch im Bereich des Marktdurchschnitts. Das weltgrößte Chemieunternehmen ist mit seinem Fünf-Milliarden-Dollar-Kaufangebot für das amerikanische Unternehmen Engelhard doch noch zum Zuge zu kommen. Bislang hatte das Management des US-Unternehmens die Transaktion als feindlich eingestuft und zurückgewiesen.

Unter Druck stehen auch die Aktien der deutschen Autobauer und Zulieferunternehmen. So verlieren BMW-Aktien   2,3 Prozent auf 40,03 Euro, der Preis für Volkswagen-Titel   sinkt um 2,2 Prozent auf 54,82 Euro, DaimlerChrysler-Anteilsscheine   geben 2,2 Prozent auf 40,38 Euro nach und Continental-Papiere büßen 2,9 Prozent auf 84,91 Euro ein.

In der zweiten deutschen Börsenreihe, dem MDax, geben Stada-Aktien   2,0 Prozent auf 31,36 Euro nach. Der Generika-Hersteller hatte am Morgen wie erwartet erhebliche Preissenkungen angekündigt und war damit der Konkurrenz gefolgt. Händler hatten damit gerechnet, dass die Preisnachlässe bereits im Kurs der Aktien berücksichtigt seien.

Die deutschen Technologiewerte drehten heute nach ersten Kursgewinnen ins Minus. Einer der stärksten Werte waren nach Vorlage endgültiger Zahlen noch die Aktien von QSC   mit plus 0,9 Prozent auf 4,46 Euro. Der Telekomdienstleister legte beim operativen Gewinn zu und bestätigte wie auch schon bei der Vorlage vorläufiger Zahlen Mitte Mai seine Prognose für das Gesamtjahr. Danach will QSC unter anderem bis zum Jahresende beim Konzernergebnis die Gewinnschwelle überschreiten.

Die Solarwerte legten nach der jüngsten Erholung eine Verschnaufpause ein. So gab der Kurs der Solarworld-Papiere   um 2,4 Prozent auf 209 Euro nach, Ersol-Anteilsscheine   schlossen um 4,1 Prozent schwächer bei 51,30 Euro, Q-Cells-Titel   verloren 3,9 Prozent auf 59,70 Euro und Conergy-Aktien   geben 3,1 Prozent auf 148,90 Euro ab.

kaz/mm.de/dpa-AFX/dpa/Reuters