Börse Dax reagiert verhalten auf US-Rettungsplan
Frankfurt am Main - Der Dax ist nach dem Minus der vergangenen Woche und dem starken Plus von mehr als fünf Prozent am Freitag kaum verändert in die neue Börsenwoche gestartet. Nach wenigen Handelsminuten lag er 0,1 Prozent im Plus bei 6196 Punkten, kippte dann in ein leichtes Minus, um wieder ins Plus zu drehen. Viele Anleger hielten sich zunächst zurück und warteten auf Details zum geplanten Rettungspaket für die angeschlagenen US-Banken, sagten Börsianer.
Stark gefragt waren die Finanzwerte. Die Papiere der Commerzbank verteuerten sich um 3,8 Prozent auf 16,47 Euro und die der Allianz um drei Prozent auf 103,53 Euro. Die im Nebenwerte-Index MDax gelisteten Aktien der Aareal Bank stiegen sogar um 6,1 Prozent auf 14,50 Euro.
Die Titel der Deutschen Bank blieben mit einem Plus von einem Prozent auf 58,045 Euro hinter der Konkurrenz zurück. Das Institut hatte die geplante Kapitalerhöhung zur Finanzierung des Einstiegs bei der Postbank offiziell bekanntgegeben.
Analysten werteten den Handelsstart als Beruhigung am Markt nach der vergangenen hektischen Handelswoche. "Wir werden nicht so weiter nach oben galoppieren wie bisher - die erste Schlacht ist gewonnen, jetzt tritt aber Ernüchterung ein", sagte Robert Halver von der Baader Bank. Die Unsicherheit dürfte anhalten und die Märkte warteten auf die konkrete Umsetzung des Hilfspaketes für den Finanzsektor. Somit dürfte die Nervosität bleiben, die Angst und Panik aber etwas abebben.
Das von der Finanzaufsicht BaFin am Freitagabend beschlossene Verbot von Leerverkäufen für ausgewählte Finanztitel dürfte laut Händlern kurzfristig wenig Auswirkungen haben. Generell seien Verbote schlecht, sie könnten Trends nur bremsen, aber nicht aufhalten, hieß es.
In den Aktienindizes der Deutschen Börse gelten von heute an neue Gewichtungen. Kali +Salz ersetzt TUI im Dax, Bauer wird in den MDax aufgenommen und ersetzt Deutz . Darüber hinaus steigen Centrotec Sustainable und VTG in SDax auf, Interhyp und D+S Europe verlassen den Index. Neu in den TecDax kommen Manz Automation und SMA Solar Technology. Ersol Solar Energy und BB Medtech müssen ihre Plätze dafür räumen.
Der Euro wurde am Montagmorgen deutlich fester zu 1,4517 Dollar gehandelt, nachdem die Europäische Zentralbank am Freitag einen Referenzkurs von 1,4236 Dollar festgestellt hatte.
Die Europäische Zentralbank (EZB) kündigte derweil angesichts der anhaltenden Spannungen an den Finanzmärkten eine zusätzliche Liquiditätsspritze in Höhe von 40 Milliarden US-Dollar an. In Zusammenarbeit mit der US-Notenbank sei ein Schnelltender über einen Tag geplant, teilte die EZB am Montag in Frankfurt mit. Gebote würden bis 9.45 Uhr angenommen. Die Zuteilung solle um 11.45 Uhr erfolgen. Der marginale Zinssatz werde dem gleichzeitigen Dollar-Tender der US-Notenbank entsprechen.
kaz/Reuters/dpa/dpa-AFX/ddp