Börse: Dax schließt behauptet - DER SPIEGEL
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Börse Dax schließt behauptet

Eine feste Telekom-Aktie und positive Vorgaben der US-Börsen haben den Dax zum Wochenbeginn auf den höchsten Stand seit rund fünf Wochen gehoben.
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Frankfurt am Main - Der Dax ging bei 7339 Punkten mit 0,44 Prozent im Plus aus dem Montagshandel. Am Neuen Markt gab sich der Nemax-50 mit einem Zuwachs von 1,10 Prozent auf 5750 Punkte fester. Gleichzeitig kletterte der M-Dax um 0,47 Prozent auf 4909 Zähler.

Freundliche Eröffnung an der Wall Street

Gestützt wurde der Dax am Montag von einer freundlichen Eröffnung der US-Börsen. Nachdem der Dow Jones und die Technologiebörse Nasdaq am Freitag kaum verändert geschlossen hatten, lagen die beiden Börsenbarometer am Montagnachmittag (MESZ) jeweils rund 0,6 Prozent im Plus.

Die jüngsten US-Konjunkturdaten, die am Montag vorgelegt worden waren, hatten nach Angaben von Händlern die Ansicht am Markt verstärkt, dass die US-Notenbank die Zinsen nicht weiter anheben wird.

Daher würden die Gewinne der Unternehmen nicht über das bisherige Maß hinaus belastet, was für die Kursentwicklung positiv sei, sagten Händler.

Die Umsätze blieben nach Angaben eines Frankfurter Händlers sogar noch unter dem sehr niedrigen Niveau der Vorwoche. Kursbewegungen im Dax kämen derzeit eher zufällig zu Stande: "Es ist viel zu wenig los", sagte ein Aktienhändler in Frankfurt.

Telekom profitiert von US-Akquisition

So habe der Umsatz von Dax-Schwergewicht Deutsche Telekom mit weniger als 5,0 Millionen umgelaufener Aktien bis 17.00 Uhr nur das Vormittagsniveau eines normalen Handelstages erreicht.

Nach der Ankündigung der Telekom, die US-Firma Powertel für 5,9 Milliarden Dollar erwerben zu wollen, legte die T-Aktie um 1,24 Prozent auf 44,85 Euro zu. Ausschlaggebend für das Plus der T-Aktie sei jedoch die Bekanntgabe der Halbjahreszahlen an diesem Dienstag, erklärte der Analyst Theo Kitz von Merck Finck & Co. Viele Anleger hätten noch Telekom-Papiere gekauft, um sie dann am Tag der Veröffentlichung der Geschäftsergebnisse wieder zu verkaufen.

KarstadtQuelle notiert leicht im Plus

Die Aktien von KarstadtQuelle stiegen um 0,45 Prozent auf 33,75 Euro. Der Handelskonzern hatte zuvor für das Halbjahr einen Umsatzzuwachs von 5,4 Prozent und gemeldet und damit nach eigenen Angaben über dem Branchendurchschnitt gelegen.

Das Konzernergebnis sei dabei, wie im Handel üblich, negativ ausgefallen, hatte es weiter geheißen. KarstadtQuelle kündigte zudem an, für das Gesamtjahr ein Ergebnis vor Steuern ausweisen zu wollen, das um mehr als 15 Prozent über dem Vorjahr liegt.

Preussag legt weiter zu

Preussag setzten ihren Aufwärtstrend der Vorwochen fort und stiegen um 0,59 Prozent auf 37,70 Euro. Ende Juli hatten die Papiere noch für rund 30 Euro ihren Besitzer gewechselt.

Seitdem legten die Titel allerdings stetig zu. Unternehmenschef Michael Frenzel hatte am Montag in einem Interview gesagt, der Tourismuskonzern wolle sich künftig auch in den USA und in Asien engagieren. Dies werde allerdings erst in einem zweiten Schritt geschehen, nachdem zunächst noch Europa im Mittelpunkt stehe.

Commerzbank: Schlusslicht im Dax

Die Commerzbank hat unter deutlichem Abgabedruck gestanden. Die Titel verloren mehr als zwei Prozent auf 36,70 Euro. Die Commerzbank muss sich weiterhin gegen die Investorengruppe Cobra wehren. Die italienische Generali könnte nach einem Bericht des Düsseldorfer "Handelsblatt" ihren Anteil an der Commerzbank noch in dieser Woche auf rund zehn Prozent aufstocken. Auch die Deutsche Bank musste abgeben. Der Wert verbilligte sich um 0,82 Prozent auf 98,73 Euro.

Chemieaktien entwickelten sich uneinheitlich. Während BASF um 1,45 Prozent auf 42,80 Euro zulegten, gab die Bayer-Aktie um 0,78 Prozent auf 48,30 Euro nach.

"Nach den Kursverlusten der vergangenen Wochen investieren Anleger wieder in die BASF-Aktie", erklärte Analyst Michael Butscher von der Münchner Privatbank Merck Finck & Co. Der Markt habe "viel zu heftig" auf die Halbjahreszahlen reagiert. Nun sei die BASF-Aktie wieder günstig zu haben.

Volkswirte erwarten Zinserhöhung

Eine mögliche Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB) spielte am deutschen Markt nach Angaben von Händlern nur eine untergeordnete Rolle.

Unterschiedliche Ansichten gab es über den Dax-Verlauf in den kommenden Tagen. Einige Marktteilnehmer erwarten zunächst ein Ende des Aufwärtstrends. Sie verwiesen dabei auf die charttechnisch wichtige Marke zwischen 7385 und 7400 Punkten, an der der Dax am Montagvormittag gescheitert war.

Andere gehen von weiter steigenden Kursen aus und nennen dafür zur Begründung ein allgemein freundliches Wirtschaftsumfeld, das auch nach dem Rückgang des ifo-Geschäftsklimaindex in der vergangenen Woche noch vorhanden sei.

Von der Sitzung der EZB am Donnerstag erwarten Volkswirte überwiegend eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte. Ein solcher Anstieg wäre bereits in den aktuellen Aktienkursen berücksichtigt und würde die Titel nicht weiter nennenswert belasten, sagte ein Händler.

Steigende Zinsen wirken üblicherweise belastend auf Aktienkurse aus, da sich für die Unternehmen Kredite verteuern und dadurch Gewinne geringer ausfallen können.

Zudem werde für Investoren andere Anlageformen, etwa Anleihen, attraktiver, da dort dann höhere Zinserträge als zuvor eingestrichen werden können.

Paris schließt knapp behauptet

Die Börse in Paris tendierte knapp behauptet, in London wurde wegen eines Feiertags nicht gehandelt. Die im EuroStoxx-50 zusammengefassten europäischen Standardwerte legten in Paris um 0,55 Prozent auf 5204 Punkte zu.

Euro etwas schwächer

Der Euro schwächte sich leicht ab und wurde wieder knapp über der Marke von 90 US-Cent bei 0,9010 Dollar gehandelt. Der Dollar war 2,1714 Mark wert. Die EZB hatte zuvor den Referenzkurs auf 0,9007 Dollar fest. Damit kostete der Dollar 2,1715 Mark.

Am Rentenmarkt gab es vor der erwarteten Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag kaum Bewegung. Der REX sank um 0,1 Prozent auf 109,59 Punkte. Der Bund Future gab um 0,1 Prozent auf 105,15 Punkte nach. Die Bundesbank hatte die Umlaufrendite am Mittag unverändert mit 5,33 Prozent festgestellt.