Börse: Dax schließt fester - DER SPIEGEL
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Börse Dax schließt fester

Die deutschen Börsen haben sich am Dienstag gut behauptet. Stark präsentierten sich die Technologietitel.
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Frankfurt am Main - Der Dax gewann bis zur Schlussglocke 1,39 Prozent auf 6479 Punkte. Der M-Dax legte um 0,10 Prozent auf 4723 Zähler zu. Auch der Nemax-50 der wichtigsten Wachstumswerte am Neuen Markt schaffte in der letzten Handelsstunde den Weg zurück in die Gewinnzone und schloss mit einem kleinen Plus von 0,04 Prozent bei 3059 Zählern.

An den amerikanischen Aktienmärkten haben die Börsen ihre Anfangsgewinne nach dem Treffen der US-Notenbank abgegeben. Der Dow Jones sackte nahe der Vortagesschlusslinie, während die Nasdaq ins Minus rutschte. Die US-Notenbank hatte sich kurz nach Handelsschluss in Frankfurt gegen eine Senkung des Leitzinses ausgesprochen.

Hinter vielen Kursgewinnen würde einfach nur Portfoliobereinigungen stecken, fasste ein Händler der Frankfurter DG-Bank den Dienstagshandel zusammen. Zum Jahresende hin würden viele Investoren ihre Bücher schließen.

Deutsche Telekom führt die Technologiewerte an

Bis zum Ende fester notierte die Aktie der Deutschen Telekom. Börsianer werteten den Kursaufschlag von 3,42 Prozent auf 36,85 Euro größtenteils als charttechnische Reaktion. Insbesondere institutionelle Anleger seien in den Wert eingestiegen, nachdem er mehrmals die Marke von 35 Euro getestet hatte.

Auch die Technologiewerte waren wieder unter den Gewinnern vertreten. Epcos stiegen nach ihren Vortagesverlusten um 1,86 Prozent auf 96,05 Euro. Siemens legten um 2,16 Prozent auf 139,65 Euro zu, und Infineon verteuerten sich um 2,65 Prozent auf 44,50 Euro. Die Titel von SAP lagen mit 2,10 Prozent bei 160,50 Euro im Plus.

BMW fährt auf der Überholspur

In verschiedene Richtungen bewegten sich dagegen die Automobil-Aktien. Deutlich an Fahrt gewannen die Papiere von BMW. Die Titel stiegen um 4,12 Prozent auf 35,60 Euro, nachdem der Finanzvorstand Helmut Panke für das Jahr 2001 ein Rekordergebnis angekündigt hatte. Peter A. Worel, Analyst bei der Bayerischen Landesbank, bezeichnete es als "bemerkenswert", dass BMW angesichts der gedämpften Erwartung des Marktumfeldes einen neuen Rekordabsatz erzielen wolle. Damit hebe sich der Automobil-Hersteller deutlich "aus der Masse hervor". Der Experte hielt das ehrgeizige Unterfangen allerdings für "machbar", denn das Ergebnis des ersten Halbjahres sei noch durch die Verluste von Rover geprägt gewesen.

Auch Volkswagen kletterten um 3,58 Prozent auf 53,80 Euro. Dagegen bremsten DaimlerChrysler um 3,38 Prozent auf 45,99 Euro ab.

Zu den Schlusslichtern im Dax gehörten auch die Titel der HypoVereinsbank mit einem Kursverlust von 2,97 Prozent auf 57,10 Euro. Die Aktien litten noch immer unter der pessimistischen Einschätzung der Investmentbank Goldman Sachs für den europäischen Finanzsektor.

Getrübte Stimmung am Neuen Markt

"Die Lage ist wechselhaft", fasste ein Frankfurter Händler die Kursbewegungen am Neuen Markt zusammen. "Wir schauen immer mit dem linken Auge auf die amerikanische Technologiebörse Nasdaq und vollziehen in Frankfurt die dortige Wellenbewegung nach."

Die Aktien des Medienunternehmens EM.TV bauten ihre Vortagesgewinne aus. Bereits am Montag hatte der Münchener Filmverleiher den Nemax-50 nach oben geführt. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, dass die Banken dem EM.TV-Chef Thomas Haffa den Rücken gestärkt hätten. Zudem machten Gerüchte über eine Beteiligung des Formel 1-Chefs Ecclestone bei EM.TV die Runde. Der EM.TV-Kurs stieg um 7,73 Prozent auf 7,25 Euro.

Die Aktien des Münchener Softwareanbieters Atoss zählten am Dienstag zu den Spitzenwerten am Neuen Markt. Das Unternehmen hatte einen Auftrag der Deutschen Bahn erhalten. Atoss soll Lösungen für Planung, Analyse und Steuerung von Arbeitsabläufen und Personalressourcen in Unternehmen bieten. Die Aktie gewann 34,11 Prozent auf 12,07 Euro.

Zu den Kursgewinnern zählte außerdem Infomatec. Am Vormittag war bekannt geworden, dass der Augsburger Softwarekonzern mit Tuxia zusammenarbeiten und seine Niederlassungen in Hongkong, Tokio und Sydney an das Unternehmen verkaufen wird. Die Aktie stieg zwischenzeitlich um 22,22 Prozent und schloss mit 9,26 Prozent im Plus bei 1,77 Euro. "Eine solche Kursbewegung ist der normale Rahmen, in dem sich eine Aktie nach einer derartigen Meldung bewegt", erklärte Giuseppe-Guido Amato, Händler beim Bankhaus Lang & Schwarz in Düsseldorf. Bei dem niedrigen Kursniveau des Papiers dürften Anleger sich von derartigen Kursschwankungen nicht irritieren lassen.

Feste Tendenz in Europa

Die internationalen Börsen in Paris und London notierten bis zur Schlussglocke ebenfalls fester. Auch das europäische Börsenbarometer EuroStoxx-50 verbuchte einen Aufschlag von mehr als einem Prozent.

Der Rentenmarkt zeigte sich dagegen leichter: Der richtungsweisende Bund-Future fiel um 0,3 Prozent auf 108,24 Punkte. Der Rentenindex Rex gab um 0,1 Prozent auf 112,22 Punkte nach. Die Umlaufrendite wurde mit 4,86 Prozent unverändert festgestellt.

Der Euro gab im Handelsverlauf weiter nach und kostete zuletzt 0,8916 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 0,8903 (Montag: 0,8966) Dollar festgesetzt. Der Dollar war damit 2,1930 (2,1814) Mark wert.