Börse Dax schließt im US-Sog fester
Frankfurt am Main - Der Dax beendete den Handel am Donnerstag mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 6832 Punkte. Der Nemax-50 verlor dagegen 0,6 Prozent auf 5225 Zähler. Der M-Dax gewann 0,9 Prozent auf 4872 Stellen.
"Der positive Trend in New York hat den Dax nach oben gezogen", sagte ein Händler. Allerdings seien die Umsätze im Handelsverlauf recht dünn gewesen. Im Tagesverlauf hatte sich das Börsenbarometer überwiegend im Minus präsentiert.
Händler sprachen von nervösen Investoren, die weitere Gewinnwarnungen aus den USA befürchteten. Zudem sei gerade Quartalsende, da verhielte man sich zurückhaltend. Ab Mitte Oktober dürfte sich das Szenario allerdings bessern. "Ab dann kann man mit einer Trendwende rechnen", hieß es.
Metabox schockte Anleger
Im Mittelpunkt des Geschäfts standen die Titel von DaimlerChrysler, die nach der Herabsenkung der Gewinnerwartung mehrere Investmentbanken kräftig nachgaben. Der Titel gab mit einem Minus von 5,3 Prozent auf 50 Euro seine Vortagesgewinne wieder ab.
Am Neuen Markt schockte Metabox die Anleger. Nach einer drastischen Korrektur der Gewinn- und verlor die Aktie die Hälfte ihres Wertes. Sie fiel um 48,9 Prozent auf 7,18 Euro. Im Juli war die Metabox-Aktie bis auf fast 46 Euro hochgetrieben worden.
Siemens verloren 1,9 Prozent auf 151 Euro. Der Kaufpreis für die US-Firma Acuson dürfte mit rund 1,5 Milliarden Mark vielen Anlegern wohl etwas zu teuer sein, kommentierte ein Händler.
KarstadtQuelle weiter im Aufwind
Dem Abwärtstrend konnten sich erneut die Aktien von Karstadt Quelle entziehen (plus 4,3 Prozent). Ich kann mir die Bewegung nicht erklären", sagte ein Händler. Es müsse einen Käufer geben, der sich mit großen Orders in dem Wert engagiere. Ein anderer Börsianer erklärte, ein kürzlich veröffentlichter Geschäftsklimaindex habe eine leichte Erholung bei Konsumwerte angedeutet. "Das könnte dem Wert Auftrieb geben", sagte er.
Im Aufwind lagen auch die Aktien von Schering mit einem Zuwachs von 4,4 Prozent. Händler sagten, der Kursanstieg sei auf die Neubesetzung des Chefpostens zurückzuführen. Vorstandsmitglied Hubertus Erlen wird das Amt von Schering-Chef Giuseppe Vita übernehmen, wenn dieser im April 2001 aus dem Unternehmen ausscheidet.
Die Aktien von BMW profitierten von einer geplanten Eigenkapitalerhöhung. Der Konzern kündigte an, noch in diesem Jahr einen Teil der beim Verkauf der britischen Tochter Rover gebildeten Rückstellungen wieder auflösen zu wollen. Die BMW-Aktie stieg 3,6 Prozent auf 37,95 Euro.
New York: Dow und Nasdaq klar im Plus
An der Börse in New York notierten die beiden Leitindizes im Plus. Der Dow Jones gewann bis kurs vor Börsenschluss zwei Prozent auf 10.846 Zähler. Der Nasdaq legte gleichzeitig sogar um drei Prozent auf 3768 Punkte zu.
Händler beschrieben den Tag dennoch als uneinheitlich. Vor allem die Technologie- und Medienwerte zählten erneut zu den Verlierern: Die Händler begründeten das mit den Gewinnwarnungen der jüngsten Zeit in den USA, sowie von Granada Media in Großbritannien und von der Sony-Tochter Aiwa in Japan. Positiv ausgewirkt habe sich dies auf die defensiven Werte der sogenannten "Old Economy".
Europa: Uneinheitlich
Die 50 wichtigsten Aktien der Eurozone haben den Handel uneinheitlich beendet. Der in Paris ermittelte EuroStoxx-50-Index schloss mit einem leichten Minus von 0,3 Prozent auf 4934 Punkte. Die Börsen in Paris und London schlossen leichter.
Der Rentenmarkt bewegte sich kaum. Der Bund-Future zehnjähriger Staatsanleihen stieg um 0,3 Prozent auf 105,13 Punkte. Der Rentenindex Rex lag beinahe unverändert bei 109,92 Zählern. Die Deutsche Bundesbank stellte die Umlaufrendite am Mittag mit 5,30 Prozent unverändert gegenüber dem Vortag fest.
Euro: Nach dänischem "Nein" auf Talfahrt
Der Euro hat nach dem voraussichtlichen Sieg der Euro-Gegner in Dänemark auf den internationalen Devisenmärkten an Wert verloren. Gegen 21.30 MESZ fiel die Währung in New York unter die Schwelle von 0,88 Dollar und notiert gegenwärtig bei 0,8791 Dollar. Für den Fall, dass die Mehrheit der Dänen den Beitritt zur europäischen Währungsunion ablehnt, war vielfach mit neuen Kursverlusten der ohnehin schwachen Gemeinschaftswährung gerechnet worden.