Börse: Dax schließt leichter - DER SPIEGEL
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Börse Dax schließt leichter

Der deutsche Aktienmarkt hat sich an den Vorgaben der Wall Street orientiert und schwächer geschlossen. Besonders die High-Tech-Werte Infineon, Siemens und SAP litten unter den negativen Vorgaben der Nasdaq.
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Frankfurt am Main - Der Dax schloss am Mittwoch 0,80 Prozent schwächer auf 6748 Zählern. Die Wachstumswerte im Nemax-50 gaben 2,07 Prozent bei 4623 Punkte nach. Der M-Dax tendierte seitwärts und beendete den Handel nahezu unverändert auf 4853 Punkten.

An der Wall Street notierten die Aktienmärkte im Minus. Der Dow Jones verlor bis zum Handelsschluss in Deutschland 0,16 Prozent auf 10.376 Punkte. Die Nasdaq rutschte um 4,2 Prozent auf 3276 Zähler ab.

Sorge wegen des schwachen Euro

Händler zeigten sich verwundert, dass der Dax nicht stärker unter der Talfahrt des Euro leide. Die Gemeinschaftswährung war im Tagesverlauf erstmals unter 83 Cent gefallen.

"Der Dax sieht momentan stabil aus", erklärte ein Händler der Frankfurter Sparkasse. "Zum Jahresende sollten die Chancen für kletternde Kurse im Dax wieder ansteigen", hieß es weiter.

Wichtig für einen künftigen Aufschwung am deutschen Aktienmarkt sei eine positive Entwicklung der Wall Street, sagte ein Händler. Eine nachhaltige Erholung des Dax sei zudem von positiven Nachrichten in Bezug auf den Euro und die Ölpreise abhängig. Dies sei jedoch momentan jedoch eher unwahrscheinlich.

Händler bezeichneten die Abschläge im Dax als "normale Geschichte". "Wir sind schließlich ziemlich schnell hochgelaufen und befinden uns nun etwa 500 Punkte über dem Low", bemerkte ein Händler. Da sei eine Konsolidierung keine Überraschung.

Infineon leidet unter schwacher Nasdaq

Infineon führte weiter die Liste der Verlierer mit minus 3,71 Prozent auf 49,30 Euro an. Nach Händlerangaben litt der Titel unter der schwachen Nasdaq und der Umsatzwarnung des Konkurrenten National Semiconductor vom Dienstag.

Am Mittwoch wurden die Infineon-Aktien zudem durch eine Herunterstufung von Dresdner Kleinwort Benson belastet. Die Investmentbank hatte die Titel auf "Verkaufen" von zuvor "Halten" herab gestuft.

Siemens verringerte seine Verluste auf minus 2,63 Prozent. Der Kurs der Aktie stand zuletzt auf 142,45 Euro. Epcos notierten 1,56 Prozent schwächer auf 88,10 Euro.

Die Papiere der Softwareschmiede SAP verzeichneten zuletzt noch ein Minus von 2,99 Prozent. Die Aktie schloss damit bei 227 Euro.

DaimlerChrysler rutscht ins Minus

Unter die Verlierer rutschten die Papiere von DaimlerChrysler. Die Titel verloren 1,72 Prozent auf 51,58 Euro. Der Konzern wird seinen Quartalsbericht am Donnerstag vorlegen. Analysten erwarten wegen der Verluste der US-Tochter Chrysler einen Einbruch des Betriebsergebnisses bei DaimlerChrysler.

T-Aktie gegen den Trend

Die T-Aktie hat nach den deutlichen Gewinnen der vergangenen Tage wieder leicht verloren. Der Titel gab bis zum Handelsschluss 2,01 Prozent auf 41,35 Euro ab.

Die Papiere von Degussa-Hüls verzeichneten ein Minus von 0,23 Prozent auf 29,90 Euro.

Die Titel des Chemiekonzerns Bayer legten um 1,06 Prozent auf 47,50 Euro zu. Gefragt waren auch die Papiere des Energiekonzerns RWE. Sie gewannen 1,10 Prozent auf 44,99 Euro.

Nemax leidet unter schlechter Stimmung in den USA

Der Neue Markt entwickele derzeit nur wenig Eigenleben und habe entsprechend unter der sehr schlechten Stimmung in den USA zu leiden, sagte ein Münchener Händler. Allerdings seien die Umsätze bei den deutschen Wachstumswerten bereits im Tagesverlauf sehr schwach gewesen - am Abend sei der Handel dann nahezu zum Erliegen gekommen.

Auch der scheinbar unaufhaltsame Kursverfall des Euro halte die ausländischen Anleger weiter fern und belaste das Handelsgeschehen in Deutschland, ergänzte Edwart Martens von M.M. Warburg.

Sollte sich die Nasdaq weiter schwach entwickeln könnten auch dem neuen Markt noch weitere Kursverluste drohen, blickte der Münchener Händler in die Zukunft. Allerdings könnte dann eine Bodenbildung als Fundament für einen neuerlichen Anstieg konsequenter abgeschlossen werden, hieß es.

Dino verliert knapp ein Drittel seines Wertes

Dino Entertainment waren mit minus 35,05 Prozent oder 9,17 Euro auf 16,98 der Tagesverlierer. Der Stuttgarter Anbieter von TV-begleitenden Printmagazinen korrigierte am Morgen seine Umsatz- und Ertragserwartungen für das Jahr 2000 deutlich nach unten.

Der Jahresumsatz soll lediglich um 18 Prozent wachsen nach ursprünglich prognostizierten plus 38 Prozent - am Jahresende werden nun rote Zahlen erwartet. Händler werteten zudem die Ergebnisse des dritten Quartals als "sehr enttäuschend".

Euro fällt auf Rekordtief

Der Euro findet keinen Boden. Am Mittwoch sackte die europäische Gemeinschaftswährung erstmals seit ihrem Start vor 21 Monaten unter die Marke von 0,83 Dollar. Die Währung fiel im Handelsverlauf und lag am Abend bei 0,8252 Dollar.

Der Markt reagiere enttäuscht darauf, dass auf dem Treffen von 20 führenden Industrie- und Schwellenländer in Kanada nichts zur Stützung der Gemeinschaftswährung unternommen worden war, berichteten Händler.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 0,8307 (Dienstag: 0,8386) Dollar festgesetzt und damit so niedrig wie nie zuvor. Der Dollar kostete 2,3544 (2,3323) Mark.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,5771 (0,5770) britische Pfund, 89,80 (90,76) japanische Yen und 1,5015 (1,5016) Schweizer Franken fest.

Gold wurde billiger. Für die Feinunze zahlten Händler in London 269,30 Dollar. Zum Vortag war das Edelmetall noch 270,40 Dollar wert gewesen. Der Kilobarren Gold kostete 20 331 (20 272) Mark.