Börse: Dax schließt mit Gewinn - DER SPIEGEL
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Börse Dax schließt mit Gewinn

Der Dax hat sich am Montag bei geringen Umsätzen mit einem Plus aus dem Tag verabschiedet. Am Neuen Markt verloren die Wachstumswerte leicht. Gigabell ging mit einem Kursaufschlag von knapp 90 Prozent aus dem Handel.
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Frankfurt am Main - Der Dax schloss bei 6872 Zählern, dies ist ein Zuwachs von 1,09 Prozent. Der Nemax-50 gab dagegen um 1,86 Prozent auf 5115 Zähler nach. Der M-Dax kletterte um 1,14 Prozent auf 4997 Stellen.

Ruhiger Handel vor dem Feiertag

Händler sprachen von einem umsatzschwachen und nachrichtenarmen Geschäft. Vor dem Tag der Deutschen Einheit am Dienstag hielten sich viele Börsianer mit ihren Engagements zurück, hieß es. Die Deutsche Börse bleibt am Dienstag aufgrund des Feiertages geschlossen.

Thomas Kollath, Händler SGZ Bank, begründete das flaue Geschäft mit dem "Brückentag" sowie mit dem Auslandshandel: So sei die schlechte Tendenz vom Freitag aus den USA nach Frankfurt herübergeschwappt und habe die Technologietitel belastet. Spezielle Nachrichten, die einzelne Titel gedrückt hätten, habe es keine gegeben.

Schwache Vorgaben der Wall Street

In New York notierte der Dow Jones zum Zeitpunkt des deutschen Börsenschlusses mit 0,30 Prozent im Plus bei 10.683 Punkten. Die Nasdaq notierte mit 2,80 Prozent im Minus bei 3569 Zählern.

Der Konjunkturindex der Nationalen Vereinigung der Einkaufsmanager (NAPM) in den USA stieg im September 2000 auf 49,9 Punkte von 49,5 Punkten im August. Erwartet worden war ein Indexstand von 50,0 Zählern.

Automobilwerte geben Gas

Auf der Gewinnerseite fanden sich die Automobiltitel. BMW erhöhten sich um 2,4 Prozent. "Der Wert läuft schon seit Tagen gut, eine fundamentale Erklärung dafür gibt es aber nicht", sagte ein Händler. Konkurrent Volkswagen gewann 3,49 Prozent, DaimlerChrysler legten leicht um 0,12 Prozent zu. Händler sprachen von kursgünstigen Anschaffungen.

SAP und Siemens im Plus

Bei den Hochtechnologiewerten verbesserten sich SAP um 1,88 Prozent. Händler verwiesen auf eine Erholung. Siemens befanden sich mit einem Plus von 0,27 Prozent auf 146,40 Euro ebenfalls im Aufwind. Zuvor hatte das am Neuen Markt der Frankfurter Börse gelistete Unternehmen Brokat mitgeteilt, eine Kooperation mit Siemens zur gemeinsamen Entwicklung und dem Vertrieb im Segment Mobile Business vereinbart zu haben.

Die Siemens-Chiptochter Infineon Technologies verteuerte sich um knapp zwei Prozent 55,95. Infineon übernimmt den US-Halbleiterkonzern Ardent Technologies, um ihre Kommunikationsaktivitäten zu stärken. Der Kaufpreis für die vollständige Übernahme beträgt 42 Millionen Dollar.

Indexschwergewicht Deutsche Telekom rückte um 1,62 Prozent auf 39,60 Euro vor. Im Verlauf hatte die T-Aktie die Marke von 40 Euro zeitweise überschritten. Das Papier hatte Anfang März noch ein Jahreshoch von 104,90 Euro markiert.

Gigabell stürmt die Gewinnerliste des Nemax

Die Wachstumswerte haben zum Wochenauftakt leichter geschlossen. "Im Grunde hat sich wenig geändert", sagte ein Händler. Am Frankfurter Neuen Markt sei der Handel wie bereits am Freitag auch lustlos verlaufen. Wegen des morgigen Feiertages, seien die Umsätze äußerst dürftig ausgefallen.

Die schwächelnde Nasdaq habe dann die Kurse bröckeln lassen. "Wenn sich der Technologiesektor wirklich nachhaltig erholen soll, brauchen wir Quartals-Ergebnisse, die über den Erwartungen ausfallen", sagte der Händler. Gewinn- oder Umsatzprognosen seien allein nicht ausreichend.

Gigabell, die sich bereits am Freitag zum Shooting-Star entwickelt hatten, nachdem die Übernahme durch den finnische Internetanbieter Saunalahti bekannt geworden war, schossen auch am Montag mit einem Zugewinn von 88,17 Prozent auf 10,50 Euro in die Höhe.

Der Titel würden noch solange Gewinne erzielen, wie die "Zocker" am Neuen Markt bereit seien mitzugehen, sagte ein Händler von Trinkaus & Burkhardt.

Euro bleibt über der 88 Cent-Marke

Vor den Zinsentscheidungen der europäischen und der amerikanischen Notenbank in dieser Woche hat sich der Euro am Montag in Frankfurt geringfügig verteuert. Der Euro wurde bei 0,8815 Dollar umgesetzt.

Der Markt warte ab, wie sich die weltweite Geldpolitik entwickele, und außerdem spekulierten viele Anleger weiter auf abgestimmte Aktionen der Zentralbanken, erklärten Händler.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 0,8802 (Freitag: 0,8765) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,2222 (2,2314) Mark.

Der Rentenmarkt zeigte sich kaum verändert. Der Bund-Future zehnjähriger Staatsanleihen lag fast unverändert bei 105,26 Punkten. Der Rentenindex REX trat ebenfalls auf der Stelle bei 110,07 Zählern. Die Deutsche Bundesbank stellte die Umlaufrendite bei 5,26 (Freitag: 5,29) Prozent fest.

Die Feinunze Gold kostete am Abend in London 273,10 Dollar. Zum Freitagsschluss wurden für das Edelmetall in London noch 278,00 Dollar bezahlt. Der Kilobarren kostete 19.490 (19.597) Mark.