Börse: Dax schließt tief im Minus - DER SPIEGEL
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Börse Dax schließt tief im Minus

Die Angst vor neuen Hiobsbotschaften im Zusammenhang mit der Subprime-Krise drückt auf die Stimmung der Anleger. Der deutsche Aktienmarkt schloss tief im Minus. Auch die Kurse an der Wall Street knickten ein.
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Frankfurt am Main - Es war kaum etwas los im Handel - und kaufen wollte erst recht keiner: Der Dax   beendete den Xetra-Handel bei mickrigen Umsätzen 2,3 Prozent im Minus bei 6282,43 Punkten. Der EuroStoxx 50  , der die Kursentwicklung der 50 größten börsennotierten Unternehmen der Euro-Zone abbildet, gab 2,5 Prozent auf 3282 Zähler nach. "Das Schreckgespenst Subprime ist wieder da", sagte ein Händler. "Da sinkt natürlich die Bereitschaft der Anleger Risiken einzugehen."

Handelssaal der Deutschen Börse: Finanztitel unter Druck

Handelssaal der Deutschen Börse: Finanztitel unter Druck

Foto: AP

Als einen Grund für die schlechte Marktstimmung nannten Börsianer die Warnung des früheren Chefökonomen des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kenneth Rogoff, vor dem Kollaps einer weiteren großen US-Bank. "Die USA sind noch nicht über dem Berg", sagte Rogoff bei einer Finanzkonferenz. "Ich würde sogar weiter gehen und sagen: das Schlimmste kommt noch", fügte der inzwischen in Harvard lehrende Wirtschaftsprofessor hinzu. Zusätzlich trübten ein überraschend starker Anstieg der US-Erzeugerpreise und erneut schwache Immobiliendaten die Stimmung.

Hauptgesprächsthema auf dem Parkett waren die anhaltenden Probleme bei Fannie Mae und Freddie Mac  . In US-Medien wurde über neue staatliche Rettungsaktionen für die beiden größten Immobilienfinanzierer des Landes spekuliert.

Daneben erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von mit der Situation vertrauten Personen, dass die US-Investmentbank Lehman Brothers   wegen drohender erneuter Milliardenverluste den Verkauf ihrer Vermögensverwaltung erwägt. Die Kurse aller drei Banken bauten die Verluste vom Vortag kräftig aus und büßten zwischen vier und neun Prozent ein. An der Wall Street rutschten die US-Indizes Dow Jones   und Nasdaq Composite   um jeweils rund ein Prozent auf 11.348 beziehungsweise 2384 Punkte ab.

Vor diesem Hintergrund verloren die Aktien der Deutschen Bank   4,6 Prozent auf 57,255 Euro. Im Stoxx50 der größten europäischen börsennotierten Unternehmen lagen sie damit auf Platz zehn der größten Verlierer. Auf den neun Plätzen davor lagen acht Finanzwerte. Das Schlusslicht bildeten hier die Titel von HBOS   mit einem Minus von 7,4 Prozent auf 285,04 Pence. Der Index für die europäische Bankenbranche büßte 4,3 Prozent ein.

Die Papiere der Postbank   fielen in der Spitze um 7,1 Prozent auf ein Drei-Jahres-Tief von 39,73 Euro, nachdem bekannt geworden war, dass der Verkauf von Deutschlands größtem Filialinstitut durch die Muttergesellschaft Deutsche Post   auf Eis liegt. Nachdem sich ausländische Interessenten wie die britische Lloyds TSB  bereits vor längerem aus dem Rennen verabschiedet hätten, habe nun auch die Deutsche Bank abgewinkt. Postbank-Aktien schlossen 6,5 Prozent im Minus bei 40,01 Euro.

Unter Verkaufsdruck standen außerdem die Titel der Deutschen Börse, die sich um 4,9 Prozent auf 60,59 Euro verbilligten. Händler erklärten dies mit dem wachsenden Konkurrenzdruck durch alternative Handelsplattformen sowie den geringen Börsenumsätzen.

mik/Reuters/dpa-AFX

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