Börse: Dax sinkt unter 7000 Zähler - DER SPIEGEL
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Börse Dax sinkt unter 7000 Zähler

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Freitag nach einem rapiden Abwärtstrend in der letzten halben Handelsstunde mit einem Minus aus der Woche verabschiedet. Am Neuen Markt schockte Gigabell mit einem Insolvenzverfahren.
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Frankfurt am Main - Der Dax schloss knapp unter der psychologisch wichtigen Marke von 7000 Zählern bei 6999 Zählern, dies ist ein Verlust von 0,69 Prozent. Der Nemax-50 sank um 3,63 Prozent auf 5794 Stellen. Der M-Dax verlor 2,19 Prozent auf 4828 Stellen.

Kurse sind "nicht echt" am Verfallstermin

Eine Händlerin des Bankhauses Reuschel sagte, durch den großen Verfallstermin seien "alle Kurse nicht ganz echt". Einige Marktteilnehmer wollten die Kurse etwas tiefer sehen. Erst in der nächsten oder übernächsten Woche werde sich das richtige Geschäft entwickeln.

Am Verfallstermin laufen Terminkontrakte aus, die Emittenten müssen zu diesem Stichtag Investoren den Unterschied zwischen etwa dem Aktienpreis und dem Basispreis des Kontrakts erstatten.

Volkswagen: Kurssprung dank Aktienrückkauf

Volkswagen reagierte mit einem Sprung auf den von VW bekannt gegebenen Aktienrückkauf. Die Papiere des Autobauers verbesserten sich als Tagesgewinner um 4,26 Prozent auf 49,00 Euro.

T-Aktien haben am Freitag durch die Käufe von Fondsgesellschaften Kursgewinne verzeichnet, erklärten Händler. Marktbeobachter sagten, dass wegen der Neugewichtung in den Indizes Dax und EuroStoxx-50 Käufe von Fondsgesellschaften und privaten Anlegern eingesetzt hätten.

Das Gewicht der Telekom im Deutschen Standardwerte-Index wird auf Basis der Schlusskurse vom Freitag von derzeit etwas mehr als neun Prozent auf mindestens 13 Prozent erhöht. Telekom schlossen mit einem leichten Zuwachs von 0,56 Prozent bei 43,24 Euro.

E.ON verliert bei Dax-Neugewichtung

Die Aktien des Energieversorgers E.ON büßten zuletzt 1,66 Prozent auf 53,40 Euro ein. Händler führten die Verluste auf die Pläne des schwedischen Stromkonzerns Vattenfall zurück, sich auf dem norddeutschen Markt zu etablieren. Zudem wird der Energiekonzern im Dax ein vorläufig niedrigeres Gewicht haben.

Am Abend kündigte sich ein neues Dax-Schwergewicht an: Die Deutsche Post konkretisierte das Datum für das Listing, der Termin ist der 20. November.

Berg- und Talfahrt am Neuen Markt

Zum Wochenausklang hat der Neue Markt eine Achterbahnfahrt hinter sich gebracht, die geprägt war von den Vorgaben der US-Technologiebörse Nasdaq und der Meldung über das eingeleitete Insolvenzverfahren bei dem Internet- und Telekomanbieter Gigabell.

Vor dem Hintergrund der negativen Schlusstendenz der Nasdaq am Donnerstag Abend starteten die deutschen Wachstumswerte schwach in den Handel und arbeiteten sich bis zum Mittag zunächst in positives Terrain vor. Nach der Insolvenzmeldung von Gigabell, gepaart mit einer erneut schwach einsetzenden Nasdaq drehte der Neue Markt wieder stark ins Minus.

Mit Gigabell hat das erste Unternehmen am Neuen Markt wegen "drohender Zahlungsunfähigkeit" ein Insolvenzverfahren beantragt, erklärte der Vorstand des Unternehmens. Der Titel wurde auf unbestimmte Zeit vom Handel ausgesetzt.

EuroStoxx-50 schließt leichter

Die 50 führenden Standardwerte der Eurozone haben den Handel am Freitag etwas leichter beendet. Der in Paris ermittelte EuroStoxx-50 gab bis zum Börsenschluss 0,11 Prozent auf 5199 Punkte ab.

In Erwartung neuer US-Inflationsdaten hätten sich die Anleger zurückhaltend gezeigt, sagten Händler. Der Handel habe es auch später an Impulsen gemangelt: Die Veröffentlichung der US-Zahlen habe paradoxerweise kaum Einfluss auf den Handel gehabt.

Euro notiert wieder schwächer

Der Euro litt unter der Bekanntgabe der deutschen Großhandelspreise: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs für den Euro am Freitag auf 0,8615 (0,8693) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,2702 (2,2499) DM.

Der Rentenmarkt tendierte knapp behauptet. Der Bund-Future zehnjähriger Staatsanleihen verlor, 0,1 Prozent auf 104,61 Punkte. Der Rentenmarktindex REX lag unverändert bei 109,78 Zählern. Die Bundesbank stellte die Umlaufrendite am Nachmittag bei 5,31 (Vortag: 5,30) Prozent fest.