Börse Dax startet mit deutlichem Plus in den Handel
Frankfurt am Main - Um satte 0,8 Prozent legte der Dax in den ersten Handelsminuten zu. Nach dem guten Start rechnen Händler nun damit, dass der Dax zunächst Platz bis in den Bereich bei 6650 bis 6680 Punkten hat.
Noch sind allerdings die wichtigsten Daten des heutigen Tages nicht veröffentlicht: die EU-Inflationsdaten für März und die Verbraucherpreise aus den USA. "Sollte - wie vom Empire State Index gestern gezeigt - die US-Konjunktur besser als befürchtet laufen, schauen alle nur noch auf das Inflationsrisiko", erwartet ein Marktteilnehmer. Im weiteren Handelsverlauf dürften die wöchentlichen Rohöllagerbestände dem Ölpreis einen neuen Impuls liefern. Nach Handelsschluss steht noch das Beige Book aus den USA zur Veröffentlichung auf der Agenda.
Von den 30 Dax-Werten waren insbesondere die Aktien des Chipherstellers Infineon gefragt. Sie wurden Börsianern zufolge von guten Zahlen des Weltmarktführers Intel mitgezogen und gewann fünf Prozent. Für das laufende Quartal peilt der US-Konzern Umsätze zwischen 9,0 und 9,6 Milliarden Dollar an, die Analysten rechnen mit 9,2 Milliarden Dollar. Auch im ersten Quartal hatte der Chiphersteller die Markterwartung im Umsatz übertroffen, die Aktie legte im nachbörslichen US-Handel um 8,0 Prozent zu. Infineon ist durch die US-Tochter Qimonda von der Entwicklung am Chipmarkt abhängig.
Auch die Bankentitel stehen weiter im Fokus. Dazu gehören etwa die Papiere der Hypo Real Estate hervorgehoben. Zudem hat in den USA der Discountbroker Charles Schwab sehr überzeugende Zahlen vorgelegt und nachbörslich um 9,0 Prozent zugelegt.
Selbst die schlechten Zahlen der Washington Mutual sorgten kaum für Irritationen. Die größte US-Sparkasse hat im ersten Quartal einen Verlust von 1,14 Milliarden Dollar erlitten. Grund sei die steigende Zahl von Kreditausfällen, weil immer mehr Schuldner ihre Immobiliendarlehen nicht mehr ausreichend tilgen könnten, teilte die Bank am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. Damit traf das Unternehmen jedoch die Erwartungen der Analysten. Der Aktienkurs zog trotz der schwachen Zahlen im nachbörslichen Handel um mehr als drei Prozent auf 10,82 Dollar an.
Am Berichtstag legen in den USA unter anderem J.P. Morgan, Wells Fargo und Sallie Mae Zahlen für das abgelaufene Quartal vor.
Die Deutsche Börse geriet nach Presseberichten über den Erfolg der alternativen Plattformanbieter unter Druck. Am vergangenen Mittwoch berichtet die "FTD" über den Preiskampf im Markt. "Das läuft schon seit einigen Monaten erfolgreich", sagt ein Händler: "Allein gestern sind in Adidas schon 20 Prozent des Volumens darüber gelaufen." Und weiter: "Wenn die neun größten Banken der Welt eigene Plattformen gründen, fallen die Margen der Deutschen Börse zusammen." Neben Chi-X und Nyfix sollen im Herbst die Plattformen Equiduct und Turquoise an den Start gehen. Vorbörslich notieren die Deutsche Börse jedoch im Plus.
mik/Dow Jones/Reuters