Börse: Dax unter Druck - DER SPIEGEL
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Börse Dax unter Druck

Der Deutsche Aktienindex hat am Dienstag einen ereignisarmen Handel schwächer abgeschlossen. Autowerte waren die Verlierer. Der Neue Markt hat sich dagegen im Laufe des Tages nach oben gekämpft.
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Frankfurt am Main - Der Dax notierte zum Handelsende bei 7294 Punkten, ein Minus von 0,6 Prozent, und damit knapp unter der bedeutsamen Marke von 7300 Punkten. Der Mdax schloss mit einem Minus von 0,6 Prozent bei 4882 Zählern. Freundlicher war die Tendenz am Neuen Markt: Der Nemax 50 (Performance-Index) verzeichnete einen Zuwachs von 1,7 Prozent auf 5849,78 Punkte.

"Im DAX gibt es kein brancheneinheitliches Bild", berichtete Aktienhändler Dirk Bach von der DG Bank in Frankfurt. Die meisten Kursbewegungen seien zufällig zu Stande gekommen. Die Investoren hielten sich mit Engagements bis zur Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag zurück.

Nach Vorlage der Halbjahreszahlen legte die T-Aktie eine Berg- und Talfahrt hin. Der Titel verbilligte sich bis Handelsschluss um 0,4 Prozent auf 44,69 Euro. "Die Zahlen von der Deutschen Telekom lassen sich nur sehr schwer interpretieren", sagte Analyst Stefan Buchholz von der DG Bank. Kurzfristig belasteten die immens hohen Kosten für die UMTS-Lizenzen und die Übernahmen der beiden US-Mobilfunker VoiceStream und Powertel.

Nachdem das Dividendenpapier des Berliner Pharmakonzerns Schering seit Jahresanfang sehr gut lief, sei der Aufwärtstrend nun gestoppt, erklärte Aktienhändler Stefan Buchholz von der DG Bank. Die Aktie büßte 2,27 Prozent auf 61,00 Euro ein. Erheblich unter Druck gerieten die Autowerte Volkswagen und DaimlerChrysler. Kursverläufe der Aktien hätten aus charttechnischer Sicht Verkaufsignale generiert und stünden daher unter Abgabedruck, erklärte ein Aktienhändler in Düsseldorf. Volkswagen verloren zuletzt 4,21 Prozent auf 48,94 Euro. Die DaimlerChrysler-Aktie gab mit 1,97 Prozent auf 59,80 Euro vergleichsweise weniger nach.

Neuer Markt: Freundliche Tendenz

Händlern zufolge hat sich der Neue Markt in Frankfurt im Tagesverlauf wacker nach oben gekämpft, bevor die schwache Eröffnungstendenz der Nasdaq einen Teil der Gewinne wieder zunichte machte. Insgesamt spiele die Musik weiterhin lediglich in Einzelwerten, sagte ein Frankfurter Händler.

Intershop führten erneut die Liste der Umsatzspitzenreiter an, ohne dass neue Unternehmensnachrichten für den Kursgewinn von 3,2 Prozent auf 99,00 Euro verantwortlich zu machen waren. Händlern zufolge wirke jedoch noch ein Auftrag aus China nach. Eckert&Ziegler waren mit einem Plus von 22,7 Prozent auf 81,00 Euro der Tagesgewinner. Die Berliner hatten die CE-Zulassung für ein für ein Medikament zur Behandlung von Prostatakrebs erhalten. Dies erschließe dem Unternehmen mit Europa den zweitgrößten Markt weltweit.

Europa: Knapp behauptet

Die Börsen in Paris und London tendierten knapp behauptet. Die im EuroStoxx-50 zusammengefassten europäischen Standardwerte gaben in Paris um 0,3 Prozent auf 5188,93 Punkte nach.

Wall Street: Seitwärts tendiert

Der US-amerikanische Aktienmarkt hat am Dienstag im späten Handel weiter seitwärts tendiert. Sowohl die Standardwerte im Dow Jones als auch die Werte des Technologieindex Nasdaq behaupteten sich insgesamt knapp. Bis 20.45 Uhr MESZ sank der Dow-Jones-Index um 0,2 Prozent auf 11.234,45 Punkte. Gleichzeitig gab der technologielastige Nasdaq-Composite-Index 0,2 Prozent auf 4.079,66 Zähler ab. Der marktbreitere S&P-500-Index büßte 0,2 Prozent auf 1.511,02 Punkte ein. Aktienhändler sprachen von einer gemischten Eröffnung, Vorsicht habe nach den jüngsten Kursgewinnen den Handel bestimmt. Larry Rice, Marktstratege bei Josephthal Lyon and Ross erläuterte, die Anleger investierten nur in Unternehmen mit den besten Aussichten.

Devisen: Verstärkter Druck auf den Euro

Der Druck auf den Euro verstärkte sich im späten Handel erheblich. Zuletzt wurde der Euro bei 0,8927 US-Dollar notiert. Die EZB setzte den Referenzkurs des Euro auf 0,8965 (Vortag: 0,9007) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,1816 (2,1715) Mark.

Am Rentenmarkt gab es vor dem Zinsentscheid kaum Bewegung. Der REX sank um 0,1 Prozent auf 109,46 Punkte. Der Bund Future verharrte bei 105,02 Punkten. Die Bundesbank hatte die Umlaufrendite am Mittag mit 5,35 (Montag: 5,33) Prozent festgestellt.

Die Schlussnotierung für Gold betrug am Dienstag in London 272,80 Dollar pro Feinunze.