Börse Der Anfangsschwung ist dahin
Hamburg Der Dax notierte am späten Vormittag nur noch knapp im Plus. Gleich nach Handelsbeginn hatte er noch mit einem Prozent im Plus gelegen. Der Nemax50 konnte seine Gewinne ebenfalls nicht halten. Von den drei Prozent Gewinn am Morgen blieb nicht einmal ein halbes Prozent.
Der Anfangsschwung ist wieder dahin: Morgen laufen an der Terminbörse Eurex die Optionen auf Aktien und Indizes aus. Vor dem "Hexensabbat" überlegen sich Anleger dreimal, ob sie in den sehr volatilen Handel einsteigen.
SAP notierten mit zwei Prozent im Minus bei 140 Euro. Siemens und Infineon dümpelten um ihre Schlussstände vom Vortag.
Zu den Gewinnern zählten die T-Aktie, Fresenius und Epcos mit Zuwächsen zwischen 1,5 und zwei Prozent. BMW notierten ebenfalls 1,4 Prozent fester. Der Autobauer legt heute wahrscheinlich gute Zahlen vor.
Bankenwerte blieben unter Druck. Die Deutsche Bank gab nach ihren massiven Verlusten vom Vortag weitere 1,1 Prozent ab und fiel auf 81,50 Euro. Auch die Dresdner Bank notierte 0,4 Prozent schwächer, die Commerzbank gab 0,7 Prozent auf 29,49 nach.
Nach einer Studie von Morgan Stanley droht den europäischen Banken ein flaues Geschäft im Investmentbanking und beim Fondsgeschäft. Hinzu kommt das Branchenrisiko durch die Finanzkrise in Japan. Nach Angaben der japanischen Finanzaufsicht belaufen sich die Buchverluste führender Banken des Landes auf ihre Aktienbestände zwischen 87 und 158 Milliarden Mark. Auch der Versicherungskonzern Allianz litt unter der Herabstufung des Finanzsektors und verlor weitere 0,3 Prozent.
Chemie- und Autotitel behauptet
Einen guten Start in den Handelstag erwischten dagegen die Chemiekonzerne. Neben Schering legten auch BASF und Bayer jeweils 1,3 Prozent zu. Bei Bayer bereitet besonders die Pharma-Sparte Freude. Mit Hilfe des Dauerbrenners Aspirin verzeichnete der Bereich einen Zuwachs um 20 Prozent.
Die Gewinne bei BMW verhalfen auch DaimlerChrysler und Volkswagen zu einer leichten Erholung. Schlechte Konjunkturaussichten hatten gestern Autowerte enorm gedrückt. DaimlerChrysler stiegen zuletzt um 1,4 Prozent über 51 Euro.
Lufthansa hat seinen Gewinn im Jahr 2000 gesteigert und einen Rekordzuwachs bei den Passagieren verzeichnet. Die Aktie notierte 0,7 Prozent fester.
Neuer Markt erholt sich
Am Neuen Markt führen die Verlierer von gestern die Gewinnerliste von heute an. Im Nemax 50 legten Lion Bioscience und Gauss jeweils acht Prozent zu. Auch Consumer Electronics profitierte mit einem Tag Verzögerung von der angekündigten Zusammenarbeit mit Microsoft.
Der Direktbroker Comdirect hat im Jahr 2000 deutlich weniger verdient. Der Überschuss ist von 10 Millionen Euro auf 2,7 Millionen Euro gesunken. Dennoch legte die Aktie um 3,5 Prozent auf 25 Euro zu. Auch T-Online notierten 3,5 Prozent im Plus.
Comeback des Nikkei
Der Nikkei hatte am Morgen ein rasantes Comeback hingelegt und schloss mit einem deutlichen Zuwachs von 309 Punkten auf 12.152 Zähler. Händler hoffen, dass sich nach den positiven Impulsen aus Fernost auch die US-Börsen wieder nach oben bewegen. Der Dow Jones hatte am Mittwoch 3,1 Prozent verloren und unter der Marke von 10.000 Zählern geschlossen, die Technologiebörse Nasdaq war um 2,1 Prozent unter die 2000-Punkte-Marke gefallen.
EZB: Zinssenkung heute unwahrscheinlich
Der Euro ist am Vormittag kräftig gestiegen. Die Gemeinschaftswährung notierte noch am Morgen mit 0,9091 Dollar, stieg dann aber auf 0,9116 Dollar an. Es gilt als unwahrscheinlich, dass die Europäische Zentralbank nach ihrer heutigen Sitzung die Zinsen in Euroland senkt.