Börse "Der Markt war überkauft"
Frankfurt am Main - Zeitweise war der Dax sogar bis auf 7100 Zähler gestiegen. Dann bröckelten die Kurse wieder ab. Händler verwiesen auf Gewinnmitnahmen. "Der Anstieg heute Morgen in einem Umfeld der Zinsängste war einfach übertrieben", sagte ein Makler. "Der Markt war einfach überkauft." Nun würden die Akteure auch mit Blick auf die Greenspan-Rede in der Nacht zum Freitag und noch ausstehende Konjunkturdaten wie die US-Verbraucherpreise oder die US-Realeinkommen wieder vorsichtiger.
Insgesamt bewegten sich die Standardaktien sehr uneinheitlich. Von den 30 Dax-Werten schlossen 18 mit Verlusten, die bei Degussa-Hüls mit 4,1 Prozent auf 36,61 Euro am stärksten ausfielen. Unter den zehn Gewinnern ragte Siemens mit einem Plus von 3,9 Prozent auf 129 Euro heraus. Zwischenzeitlich lag die Aktie sogar rund acht Prozent im Plus. Als Grund wurde die Meldung genannt, Siemens wolle bei dem Börsengang der Chip-Tochter Infineon statt 25 sogar 49 Prozent an die Börse bringen.
Im Höhenflug waren auch Finanzwerte. Die Investmentbank Goldman Sachs hatte für die Branche die Kursziele angehoben. DaimlerChrysler profitierte von Meldungen, dass der Konzern einen Aktienrückkauf plane.
Positiv wurden die US-Konjunkturdaten bewertet, da sie im Rahmen der Erwartungen lagen und damit keine neue Zinsängste auslösten. Die Erzeugerpreise waren in den USA im Dezember gegenüber dem Vormonat November um 0,3 Prozent gestiegen. Die Kernrate, die die Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, erhöhte sich um 0,1 Prozent.
Kaum eine Rolle spielte der Rentenmarkt auf dem Parkett. Der Bund Future gewann 0,2 Prozent auf 102,96. Der Rex legte 0,1 Prozent auf 109,98 zu. Die Umlaufrendite sank um eine Stelle auf 5,34 Prozent.
Der Euro tendierte schwächer. Der Dollar lag am Abend bei 1,0259 Dollar. Die EZB legte den Referenzkurs auf 1,0276 (Vortag: 1,0308) Dollar fest. Für den Dollar ergab sich damit ein Kurs von 1,9033 (1,8973) Mark.