Börse: Deutsche Telekom behauptet - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Börse Deutsche Telekom behauptet

Neue Zinsängste, schwache US-Börsen und niedrige Feiertags-Umsätze: Dax und Dow haben deutlich im Minus geschlossen. Händlern zufolge heißt die Richtung nun seitwärts. Stark unter Druck standen Epcos und Metro.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Der Dax schloss am Donnerstag nur knapp über der wichtigen Marke von 7000 Zählern. Der Index fiel in Frankfurt um 0,7 Prozent auf 7053 Zähler. Der M-Dax gab um 0,3 Prozent auf 4514 Zähler ab. Der Nemax-50 sank um 1,4 Prozent auf 6378 Punkte.

Bereits am Mittag drehte der Dax ins Minus. Händler hatten mit einer schwachen Eröffnung der US-Börsen gerechnet, sagte Andreas Knöfler, Händler bei der Hamburger Berenberg Bank. Als der Dow Jones am Nachmittag mit einem Minus von 1,1 Prozent begann, gab der Dax weitere 0,5 Prozent ab. An den US-Märkten machten sich Zinssorgen vor der Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FED) in der kommenden Woche breit.

Ansonsten fehlten dem Markt Impulse. Auf dem Parkett machte zeitweise das Wort vom "Anlegerstreik" die Runde. Der Feiertagshandel bringe nur geringe Umsätze, sagte Knöfler. Tage wie dieser zeigten, dass der Feiertagshandel nicht angenommen werde.

Schächster Wert im Dax waren Epcos mit einem Minus von 5,2 Prozent auf 127 Euro. Dax-Neuling Infineon, ebenfalls ein Siemens-Ableger, zog dagegen leicht um rund ein Prozent auf 88,92 Euro an.

Insgesamt notierten Konsumwerte leichter. KarstadtQuelle-Aktien brachen erneut um 3,8 Prozent auf 30,50 Euro ein. Die Kurslawine rolle, sagte ein Händler. Konkurrent Metro büßte noch stärker ein: um 4,9 Prozent auf 35,85 Euro.

Der Medizintechnik-Hersteller Fresenius Medical Care (FMC) führte den Dax an. Der Wert gewann 3,9 Prozent auf 85,00 Euro. Als Grund nannten Händler einen japanischen Pressebericht, nach dem die FMC-Tochter Kawasumi Laboratories ab September ein Dialyse-Set auf den japanischen Markt bringen will, das die Blutreinigung ohne ambulanten Klinikaufenthalt ermögliche.

Deutsche Telekom behaupteten sich gegen den Trend und verbesserten sich um 0,9 Prozent auf 64,09 Euro. Möglicherweise werde die Telekom die Festnetz- und Internet-Tochter des US-Telekommunikations-Konzerns Sprint Corp übernehmen, so ein Pressebericht. Der Bonner Konzern hatte sich bereits 1999 vergeblich um eine Übernahme von Sprint bemüht.

Die Rentenmärkte zeigten sich schwächer. Der Rentenindex Rex gab um 0,2 Prozent auf 109,88 Zähler nach. Der Bund-Future fiel um 0,3 Prozent auf 105,11 Punkte. Eine Umlaufrendite wurde nicht ermittelt.

New York: Gewinnmitnahmen belasten Wall Street

Wall Street hat am Donnerstag deutlich schwächer geschlossen. Gewinnmitnahmen vor dem Treffen des Zinsausschusses der US-Notenbank (FED) in der kommenden Woche hätten Kursverluste auf breiter Front verursacht, sagten Händler. Der Dow Jones schloss 1,2 Prozent schwächer auf 10.377 Zählern. Der Nasdaq beendete die Sitzung 3,1 Prozent unter dem Vortagesschluss auf 3937 Zähler.

Bei den Technologiewerten verbilligten sich die Titel des Computernetzwerk-Herstellers Cisco um knapp drei auf rund 64,50 Dollar. Der Halbleiterhersteller Intel büßte fast fünf Dollar auf gut 134 Dollar ein.

Titel aus dem Erdölsektor schlossen mehrheitlich schwächer, nachdem US-Präsident Bill Clinton Bundesbehörden aufgefordert hatte, die Ursachen für die stark angestiegenen Benzinpreise im Mittleren Westen der USA zu untersuchen. Sorgen über anziehende Rohölpreise, welche die Inflation anheizten und somit die FED zu weiteren Zinserhöhungen veranlassen könnten, seien vielleicht ein weiterer Grund für die Kursverluste am Aktienmarkt, sagten Händler.

Texas Instruments verbilligten sich um knapp zehn Prozent, nachdem das Unternehmen am Mittwoch angekündigt hatte, Burr-Brown zu übernehmen. Die Übernahme soll durch einen Aktientausch im Wert von 7,6 Milliarden Dollar realisiert werden.

Am US-Rentenmarkt notierten die richtungsweisenden 30-jährigen Bonds zuletzt unverändert und brachten eine Rendite von 5,97 Prozent.

Devisen: Euro unter 95-Cents-Marke

Der Euro zeigte sich erneut schwach. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 0,9405 (Mittwoch: 0,9470) Dollar fest. Der Dollar war damit 2,0796 (2,0653) Mark wert.

Gold: Steigt im Wert

Die Schlussnotierung für Gold ist am Donnerstag in London von 286,20 auf 288,70 Dollar gestiegen.