Börse Einbruch nach dem Höhenflug
Frankfurt am Main - Ein reibungsloser Jahrtausendwechsel sowie die Vorgaben von den internationalen Börsen habe zunächst die Stimmung beflügelt, schilderte ein Händler die Stimmung am Morgen. Zudem hätten erneut die Steuerpläne der Bundesregierung stimuliert, wonach zukünftig Spekulationsgewinne nur noch mit dem halben Satz vom Fiskus belastet werden sollen. Diese Meldungen hätten Anleger zum Kauf animiert, da sie befürchteten, neue Höchstkurse zu verpassen.
Im Laufe des Tages sei jedoch Ernüchterung eingetreten. Die geschlossenen Märkte in Großbritannien und der Schweiz machten sich bemerkbar. Insbesondere die schwache Wall Street drückte dann aber die Stimmung. Die Aktien hätten in den vergangenen vier Wochen eine brillante Performance hingelegt, die förmlich nach Konsolidierung schreie, sagte ein Marktteilnehmer. Belastung komme auch von den Rentenmärkten, wo wieder das Zinsgespenst sein Unwesen treibe.
Gewinnmitnahmen belasteten vor allem die Konsumtitel: Karstadt, Metro, Adidas-Salomon. Die größten Aufschläge verbuchten Thyssen-Krupp. Nicht zu bremsen sind Deutsche Telekom und Siemens. "Viele Häuser raten auch in diesem Jahr zum Einstieg in die Technologie- und Telekombranche", sagte ein Makler. Auch SAP zogen an. Nachdem es keine Y2K-Probleme gegeben habe, dürften die Auftragsbücher des Software-Herstellers nun mit den zurückgehaltenen Investitionen gefüllt werden, so ein Händler.