Börse: "Erste Anzeichen von Panik" - DER SPIEGEL
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Börse "Erste Anzeichen von Panik"

Der deutsche Aktienmarkt hat am Morgen kräftige Verluste hinnehmen müssen. Die Broker in Frankfurt beobachten nach den schwachen Börsenvorgaben aus den USA mit Sorge den Dax und den Neuen Markt. Der Nemax-50 verlor zunächst mehr als 8 Prozent, erholte sich aber anschließend wieder.
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Frankfurt am Main - Seit Beginn der Woche gebe es "erste Anzeichen von Panik" sagte ein Händler einer niederländischen Bank. Händler können sich vorstellen, dass dem deutschen Aktienmarkt in den kommenden Tagen ein "Sell-Out" bevorsteht. Es sei nicht auszuschließen, dass der Dax bis auf 6500 Punkte runtergehe.

Den Neuen Markt sehen Marktteilnehmer in Richtung 5000 Punkte fallen. "Dass einige Investoren raus wollen, haben wir zum Handelsschluss in New York gesehen", so ein Börsianer. Und wenn die Panik erst einmal entfacht sei, könne sich der Abwärtstrend sehr schnell beschleunigen.

Für Knut Hochwald von der Hamburger Sparkasse kommt es jetzt darauf an, dass der Dax die Marke von 6800 Punkten hält. "Wenn wir daruntergehen, dann sehe ich die nächste Unterstützung gestaffelt bei 6500, 6400 und 6200 Punkten". Entscheidend für die weitere Entwicklung seien die kommenden beiden Tage - vor allem die Frage, ob die Europäische Zentralbank am Donnerstag erneut die Zinsen erhöht. Hochwald hält einen Zinsschritt von 0,25 Prozentpunkten für wahrscheinlich.

Im Dax standen zu Handelsbeginn 20 Verlierer 10 Gewinnern gegenüber. Die Aktie von ThyssenKrupp gab nach der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen mehr als 6 Prozent ab. Die in den vergangenen Tagen stark nachgefragten Technologiewerte mussten ebenfalls Federn lassen. Epcos, Deutsche Telekom und SAP rutschten um mehr als 3 Prozent ab. Siemens verloren 2,5 Prozent.

Am Neuen Markt hielt sich der Nemax-50 nur knapp über 5700 Punkten. Die höchsten Verluste verbuchte Prodacta mit minus 20 Prozent. Auch buch.de gaben gut 13 Prozent ab. TV-Loonland legten nach Bekanntwerden der Quartalszahlen um 5,46 Prozent zu.

In New York hatte in der letzten halben Stunde des Handels der Nasdaq 199,5 Zähler eingebüßt und fiel damit auf ein neues Jahrestief. Auch der Dow Jones verlor 120 Punkte und ging auf 10.422 Punkte zurück.

Der Euro verlor im frühen europäischen Handel weiter. Die Gemeinschaftswährung notierte bei 0,9055 Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs auf 0,9111 Dollar festgelegt.