Börse Fed lässt Zinsen unverändert
Frankfurt am Main - Der Dax lag zum Schluss mit 0,1 Prozent oder 7,09 Punkten in der Pluszone bei 7056 Zählern. Der Nemax-50 gab um 0,2 Prozent auf 6119 Punkte nach. Am Markt warteten die Investoren mit Spannung auf die Erklärung der US-Notenbank. Der Dow Jones lag zu Marktschluss in Deutschland mit 0,8 Prozent im Plus bei 10.594 Zählern. Der Nasdaq tendierte 2,1 Prozent höher auf 3939 Zählern.
Die Fed hat die Leitzinsen am Mittwoch erwartungsgemäß unverändert gelassen, gleichzeitig aber vor Inflationsgefahren und damit Zinserhöhungen in den nächsten Monaten angedeutet. Der Zielsatz für Tagesgeld bleibe weiterhin bei 6,50 Prozent, teilte die Notenbank weiter mit. Die Aktien- und Rentenmärkte reagierten kaum auf den Zinsbeschluss. Auch der Euro tendierte nahezu unverändert bei rund 0,944 Dollar.
Gewinne für Schering, Verluste für Infineon
Von den 30 Dax-Werten notierten am Mittwoch 15 mit Auf- und 15 mit Abschlägen. Wie schon am Vortag in New York mussten in Frankfurt vor allem die Technologietitel Federn lassen.
Die Aktien der Deutschen Telekom setzten als Umsatzspitzenreiter ihren Seitwärtstrend gestützt von Orders der Konsortialbanken bei 63,50 Euro - dem Preis für Privatanleger bei dem jüngsten dritten Börsengang - fort. Dagegen fielen die Aktien von Infineon von ihrem neuen Höchststand zurück und verloren 4,9 Prozent auf 88 Euro. Auch Epcos büßten erneut ein und wurden um 2,3 Prozent billiger bei 121 Euro gehandelt. Siemens verloren ein Prozent auf 157 Euro und SAP 2,17 Prozent auf 210 Euro.
Bei verhältnismäßig hohen Umsätzen zogen Schering 5,3 Prozent auf 59,3 Euro an, was Händler vor allem mit der Ankündigung einer neuen Strategie im Biotechnologiebereich begründeten . Auch Bayer und BASF schoben sich weiter vor. Das Unternehmen hatte über geplante Milliarden-Investitionen in China berichtet.
Die am Dienstag unter einer großen Platzierung aus dem Besitz der HypoVereinsbank leidenden e.on-Aktien verteuerten sich wieder um 2,1 Prozent auf 51,7 Euro. Im späten Handel beschleunigten Karstadt-Quelle noch einmal ihren Abwärtstrend und schlossen mit minus 3,4 Prozent bei 29,2 Euro, weniger als zwei Euro über dem Jahrestiefstand. Die anhaltend schwachen ThyssenKrupp markierten mit 16,3 Euro ein neues Jahrestief. Binnen knapp sechs Monaten hat sich der Börsenwert des Unternehmens damit mehr als halbiert. Die Autowerte tendierten uneinheitlich. Goldman Sachs hob die Gewinnprognose für BMW an, die Aktie gewann 1,2 Prozent auf 31,5 Euro. Bei den Bank-Titeln bot sich ein ähnliches Bild wie an den Vortagen. Während Commerzbank um rund ein Prozent auf 38 Euro nachgaben, legten die Konkurrenten zu. An der Spitze standen Deutsche Bank mit einem Plus von 2,9 Prozent auf 87,5 Euro. Im Bankensektor herrscht nach Angaben von Händlern weiter Fusionsphantasie.
Bei den MDax-Werten profitierten ProSieben Media mit plus 5,8 Prozent auf 118,5 Euro von der geplanten Schaffung einer Senderfamilie mit Sat 1.
Neuer Markt: Kursexplosion bei Met@box
Absoluter Spitzenreiter am Frankfurter Neuen Markt waren am Mittwoch die Aktien der Met@box mit einem Plus von 60,7 Prozent auf 115,5 Euro. Der Hildesheimer Produzent von Internet-Set-Top-Boxen hatte am Morgen die Unterzeichnung einer Absichtserklärung für die Lieferung von 1,8 Millionen Internet- Boxen bekannt gegeben. Der Auftrag belaufe sich auf ein Gesamtvolumen von rund 1,3 bis 1,5 Milliarden Mark.
Umsatzspitzenreiter waren die Aktien der T-Online die schließlich 4,7 Prozent auf 34,3 Euro verloren. Mitverantwortlich für das Minus sei sicherlich die wachsende Konkurrenzsituation auf dem Markt für Internetzugänge, sagte ein Händler.
Gemischt sind die heutigen Novizen am Frankfurter Neuen Markt in den Handel gestartet, während die Esprit Europe AG ihren für heute geplanten Börsengang noch im letzten Moment abgesagt hat. Für einige Bereiche sei die Stimmung derzeit schlecht, was einem Händler aus Hamburg zufolge insbesondere für Internet-Werte gelte.
Dies habe heute auch die Feedback zu spüren gekriegt, die verschiedene Technologien aus den Bereichen Telekommunikation, Internet und Fernsehen verbindet. Die zu 11,5 Euro am unteren Ende der Bookbuilding-Spanne ausgegebenen Aktien wurden in Frankfurt erstmals mit einem Abschlag von 8,7 Prozent bei 10,5 Euro gehandelt. Der Schlusskurs wurde dann bei 12 Euro festgestellt.
Einen anderen Kursverlauf nahmen die Aktien der Alphafom, die nach einem Ausgabepreis bei 17 Euro und einer Erstnotiz bei 16 Euro einen Zeichnungsverlust von knapp 6 Prozent hinnehmen mussten. Nach einem Anstieg in Frankfurt bis auf 16,7 Euro bröckelten die Titel wieder auf ein Tief bei 14,5 ab. Zum Schluss wurden die Aktien bei 15,5 Euro in Frankfurt notiert.
Einen sehr guten Börsenstart erwischten die Aktien des Logistikunternehmens Microlog Logistics. Der Emissionspreis lag bei 34 Euro und wurde vom ersten Kurs mit 56 Euro um rund 64 Prozent überboten. Im Tagesverlauf schwankte der lebhaft gehandelte Titel zwischen 62 und 54 Euro, der Schlusskurs lag bei 57,6 Euro.
Abit verloren trotz eines neuen Finanzvorstandes 6,7 Prozent auf 29,20 Euro. Pixelpark meldete die vollständige Übernahme des französischen IT-Unternehmens K2. Die Pixelpark-Aktien endete mit einem Plus von fünf Prozent auf 71 Euro.
Web.de gewannen nach der ersten Lizenzvergabe an ein US-Unternehmen neun Prozent auf 20,85 Euro. Adcon Telemetry gewannen 30,3 Prozent auf 18,7 Euro. Der Datenfunk-Spezialist hat ein neues Funkmodul für den amerikanischen Markt vorgestellt, das über Strecken von einem Kilometer Daten mit einem Tempo von 40Kbit pro Sekunden übertragen soll.
New York: Nasdaq rauf, Dow freundlich
Mit freundlichen Notierungen präsentieren sich die Standardwerte an der Wall Street nach der Entscheidung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank. Kurz vor der Bekanntgabe hat der Dow-Jones-Index über 100 Punkte im Plus gelegen und ist unmittelbar nach der Entscheidung leicht zurückgegangen. Im weiteren Handelsverlauf hat er sich jedoch wieder erholt und notiert bis 20.45 Uhr mit 0,8 Prozent bzw 84 Zählern bei 10.588 im Plus. Der Nasdaq-Index gewinnt 2,6 Prozent oder 98 Punkte auf 3958, nachdem er kurz vor der Zinsentscheidung mit 82 Stellen im Plus gelegen hat.
Europäische Börsen: Uneinheitlich, London im Minus
Die Europäischen Börsen zeigten heute keinen einheitlichen Trend auf. Negative Vorzeichen standen in London zu Buche. Dort gab der FT SE 100 Index um 0,9 Prozent nach. In Wien notierte der ATX um 0,2 Prozent leichter. Dagegen legten der CAC 40 in Paris und der Ibex in Madrid um jeweils 0,4 Prozent zu. Der SMI in Zürich konnte um 0,5 Prozent hinzugewinnen. Der Mibtel in Mailand wies mit 1,0 Prozent den größten Anstieg auf. Der AEX in Amsterdam verharrte auf Vortagesniveau. Der Euro-Stoxx 50 zeigte sich zuletzt mit 0,4 Prozent oder 20 Zählern bei 5224 Punkten leicht im Plus.
Devisen: Euro stabil über 94-Cents-Marke
Am Frankfurter Devisenmarkt wurde der Euro am Abend bei 0,943 Dollar gehandelt. Damit war die US-Devise 2,0740 Mark wert. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 0,9401 (Vortag: 0,9327)Dollar festgesetzt, was 2,0774 (2,0804) Mark entspricht.
Edelmetalle: Gold und Silber verteuerten sich
Der Goldpreis legte heute weiter kontinuierlich zu. Wurden am Morgen noch Preise von 285 Dollar je Feinunze gezahlt, so konnte der Goldpreis im weiteren Handelsverlauf zeitweise über 290 Dollar ansteigen. Zuletzt lag die Feinunze Gold bei 289,85 Dollar um. Silber wurde zuletzt bei 4,98 US-Dollar umgesetzt und damit um vier US-Cents höher als zur Vortageszeit.