Börse heute Telekom und SAP unter Druck
Frankfurt am Main - Durch die Abschläge im Dow Jones rutsche auch der Dax weiter ins Minus, hieß es von Händlern. Die Umsätze werden feiertagsbedingt nach wie vor als dünn bezeichnet. Deshalb sollten einige Kursausschläge auch nicht überbewertet werden.
Metro unter Druck
Am stärksten unter Druck stand die Metro-Aktie, die 3,5 Prozent auf 43,65 Euro abgab. Der Titel gelte als Herausnahmekandidat bei der für Dienstagabend anstehenden Änderung der Stoxx-Indizes, hieß es zur Erklärung.
Sorge um UMTS-Kosten
Unter den Technologiewerten entwickelten sich nur Infineon positiv, die um 2,8 Prozent auf 73,60 Euro zulegten. Epcos verminderten sich um 1,2 Prozent auf 92,90 Euro und Deutsche Telekom verbilligten sich um 2,2 Prozent auf 48,50 EUR. "Die T-Aktie steigt einen Tag, dann fällt sie wieder", kommentiert ein Händler. Für Druck sorge offenbar die noch anhaltende UMTS-Auktion, bei der die Bieter immer tiefer in die Tasche zu greifen bereit seien. SAP notieren nach Gewinnmitnahmen mit 2,8 Prozent auf 265,41 Euro im Minus. Auch Degussa-Hüls notieren nach als etwas enttäuschend bezeichneten Halbjahreszahlen mit 1,2 Prozent auf 30,32 Euro im negativen Terrain.
Rückkäufe bei Bayer
Auf der Gewinnerseite stehen Henkel, die sich um 3,2 Prozent auf 69,79 Euro verbessern. Positive Analystenurteile nach den am Vortag veröffentlichten Zahlen sorgten für Rückenwind. Bayer steigen um 1,7 Prozent auf 46,75 Euro. Anleger, die darauf spekuliert hatten, dass sich die Kurse von BASF und Bayer zugunsten von BASF und ungunsten von Bayer annähern würden, müssen Händlerangaben zufolge nun Bayer zurückkaufen. BASF rücken um 0,2 Prozent auf 42,25 Euro vor.
Neuer Markt: Kursgewinne überwogen
Die Wachstumswerte am Neuen Markt wurden weiter von der grundsätzlich guten Stimmung an der US-Technologiebörse Nasdaq getragen. Unternehmens- und Marktnachrichten aus Deutschland sorgten hingegen eher für Verstimmung.
So gaben die Aktien der MobilCom, die sich um eine der UMTS-Lizenzen bemüht, 1,5 Prozent auf 128,90 Euro nach.Am Markt mache sich langsam Angst breit, dass die Lizenzen zu teuer ersteigert würden, sagte ein Händler.
Deutliche Kursverluste musste auch die Emprise Management Consulting hinnehmen, die 12,5 Prozent auf 23 Euro nachgaben. Das Unternehmen hatte zuvor in seinem Halbjahresbericht über einen deutlichen Umsatzanstieg, aber auch über ein deutlich negatives Betriebsergebnis berichtet.
Auch Micrologica gaben nach Vorlage der Halbjahreszahlen nach und verloren 8,4 Prozent auf 23 Euro. Das Unternehmen hatte zuvor über einen geringeren Umsatz und einen gestiegenen Verlust berichtet.
Adlink Internet indes stiegen um 16,5 Prozent auf 14,50 Euro. Der Verlust in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres war nach Angaben des Unternehmens geringer als erwartet ausgefallen. Brokat stiegen am Vortag der Vorlage der Halbjahreszahlen 6,9 Prozent auf 106 Euro. Zudem profitierte der Wert Angaben von Händlern zufolge noch von der Ankündigung vom Montag, als der Softwarehersteller eine Vertriebspartnerschaft mit dem US-Computerhersteller Compaq bekannt gegeben hatte.
Wall Street im Sinkflug
Mit nachgebenden Kursen zeigt sich Wall Street. Der Dow-Jones-Index verlor bis zum Handelsschluss in Europa 0,7 Prozent auf 11.100 Punkte. Der Nasdaq-Index blieb mit 3849 Punkte etwa auf Vortagesniveau. Gewinnmitnahmen bestimmten im Sitzungsverlauf das Bild, hieß es im Handel. So seien bereits mehr als ein Drittel der in den vergangenen zwei Sitzungen eingefahrenen Gewinne wieder abgegeben worden. Zwar belaste derzeit die Zinsspekulation nicht mehr, doch machten sich viele Anleger nun Sorgen um die Gewinnaussichten der Unternehmen, sollte sich die US-Konjunktur tatsächlich weiter abkühlen. Halbleiterpapiere können sich am Berichtstag allerdings gegen die im breiteren Markt verzeichneten Verluste stemmen. Unter den Einzelwerten reduzierten sich Home Depot um rund acht Prozent, nachdem das Unternehmen einen im Rahmen der Prognosen liegendes Ergebnis ausgewiesen hatte. General Electric geben um rund ein Prozent nach, Microsoft lage etwa ein halbes Prozent im Minus und Cisco Systems fielen um etwa vier Prozent. Dagegen stiegen Sun Microsystems um etwa ein Prozent, America Online legten gut zwei Prozent zu.
Europa: London und Paris im Plus
Die Europäischen Aktienmärkte zeigten sich am Dienstag uneinheitlich. Die Börsen in Paris und London konnten mit 0,3 Prozent beziehungsweise 0,6 Prozent zulegen. Der SMI in Zürich und die Börse in Madrid lagen mit jeweils 0,3 Prozent im Minus. Die Börse in Amsterdam gewann 0,1 Prozent. Die Börsen in Wien und Mailand blieben aufgrund des Feiertages Mariä Himmelfahrt geschlossen.
Euro gut behauptet
Der Euro hat sich am Dienstag angesichts anhaltender Spekulationen über höhere Zinsen in der Euro-Zone bei ruhigem Handelsverlauf nahe seines Tageshochs bei Kursen um 0,9134 Dollar behauptet.
Gold unverändert
Die Feinunze Gold zeigte sich zuletzt bei 274,40 US-Dollar und verharrte damit auch heute in der engen Handelsspanne zwischen 274 und 276 US-Dollar. Silber wurde zuletzt bei 4,87 US-Dollar gehandelt und damit drei US-Cent niedriger als zur Vortageszeit.