Börse im Fieber: Alle kaufen fast alles - DER SPIEGEL
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Börse im Fieber Alle kaufen fast alles

Die Rallye an der Wall Street lässt Dax und Nemax auf neue Höhen klettern: Der Dow Jones steigt über 10.000, die Nasdaq über 2000 Punkte. Der Dax legte mehr als fünf Prozent zu, Infineon und Epcos verbuchen zweistellige Gewinne.
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New York/Frankfurt am Main - Der Dow Jones kletterte bis 18.30 Uhr um 2,1 Prozent auf 10.096 Zähler. Der Technologieindex Nasdaq Composite legte 3,8 Prozent zu und übersprang die Marke von 2000 Punkten. Insbesondere an der Technologiebörse sind Anleger optimistisch gestimmt: Der weltgrößte Netzwerkausrüster Cisco Systems hat sich optimistisch hinsichtlich einer Wende in der Computerbranche gezeigt und damit die Stimmung deutlich gehoben. Auch der Software Konzern Oracle hatte am Vortag auf eine Stabilisierung des Geschäfts hingewiesen.

Bei Intel   und Cisco setzte sich am Mittwoch der Aufwärtstrend nach positiven Analystenkommentaren weiter fort. Die Steigerung der Preise für DRam-Chips gab der gesamten Branche Aufwind. Auch der Service-Index der Einkaufsmanager war mit 51,3 Punkten deutlich besser als erwartet und heizte die Euphorie weiter an.

Bei deutlich gestiegenen Umsätzen legte der deutsche Aktienindex Dax bis 18.30 Uhr mehr als fünf Prozent zu und kletterte auf 5271 Punkte. Der Nemax 50 stieg sogar um 6,7 Prozent auf 1325 Zähler.

Siemens senkt Anteil an Infineon

Beidseits des Atlantiks führten die Technologietitel die Liste der Kursgewinner an. Im Dax legten Infineon   zuletzt um knapp 15 Prozent auf 27,55 Euro, nachdem Siemens   angekündigt hatte, seine Beteiligung unter 50 Prozent zu senken. Bereits am Vormittag hatte der Chiphersteller von der Nachricht profitiert, dass er gemeinsam mit dem japanischen Elektronikkonzern Toshiba Produkte für den mobilen Datenübertragungs-Standard Bluetooth entwickeln will. Auch Siemens kletterte zweistellig. Für den Kurs des Bauelementeherstellers Epcos   ging es um 10,1 Prozent nach oben.

Auch die Aktie von BMW   zeigte sich einen Tag nach dem angekündigten Abschied von Unternehmenslenker Joachim Milberg sehr fest. Die Aktie legte ebenso wie die Deutsche Lufthansa   um rund fünf Prozent zu.

Versicherer profitieren von Empfehlungen

Die Versicherungswerte Allianz   und Münchener Rück   bauten ebenfalls ihre Gewinne aus. Die beiden Werte profitierten von einer Heraufstufung des europäischen Versicherungssektors durch das Investmenthaus Goldman Sachs, sagten Händler.

Der Trend zu den Hightech-Aktien setzte vermeintlich defensive Werte unter Druck. So verloren die Aktien des Fresenius   1,6 Prozent auf 71,57 Euro, der Kurs des Berliner Pharmakonzerns Schering   gab um 0,85 Prozent auf 60,98 Euro ab.

Porsche überzeugt mit Zahlen

Die Aktien von Porsche   stiegen moderat um ein halbes Prozent auf 403 Euro. Der Sportwagenhersteller hatte vor Handelsbeginn seine zum Teil bereits bekannten Daten für das abgelaufene Geschäftsjahr 2000/2001 vorgestellt und sich positiv zum laufenden Geschäftsjahr geäußert. Porsche bleibt auch im laufenden Geschäftsjahr auf Erfolgskurs. So stieg der Konzernumsatz in den ersten vier Monaten (August bis einschließlich November 2001) gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum nach vorläufigen Zahlen um 6,3 Prozent auf rund 1,18 Milliarden Euro.

Neuer Markt: Und läuft und läuft ...

Der Nemax 50 baute mit Hilfe der starken Nasdaq am Nachmittag sein Plus auf mehr als fünf Prozent aus. Mit einem Wertzuwachs von knapp 14 Prozent gehörten die Akien des US-Softwareunternehmens Broadvision   am Neuen Markt zu den Spitzenwerten. Am Vortag hatten die Aktien an der Nasdaq um 13 Prozent zugelegt.

Der Chip-Brokerage-Konzern Ce Consumer   hat seinen angestrebten Jahresumsatz 2001 von 700 Millionen Mark bereits nach elf Monaten erreicht. Noch stärker profitierten jedoch die Aktien des Konkurrenten ACG   von der neuen Euphorie auf dem Halbleitermarkt und gewannen knapp 14 Prozent auf 6,92 Euro hinzu.

Bei der am Neuen Markt notierten Internetagentur Pixelpark   sollen bis zu 500 Arbeitsplätze wegfallen. Voraussichtlich am Freitag werden Details des zweiten Restrukturierungsprogramms verkündet, schreibt die Süddeutsche Zeitung.

Euro unter 90 Cent

Unter Druck stand der Rentenmarkt. Während der Bund-Future um 0,72 Prozent auf 110,11 Punkte fiel, verlor der Rentenmarkt-Index REX 0,41 Prozent auf 115,26 Stellen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs für den Euro bei 0,8919 (Dienstag: 0,8902) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,1929 (2,1971) Mark. Am Nachmittag notierte die Gemeinschaftswährung bei 0,8922 Dollar.