Börse: Inflation drückt den Dax - DER SPIEGEL
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Börse Inflation drückt den Dax

Der Standardwerte-Index hat am Mittwoch bei geringen Umsätzen und hohen Inflationsraten an Boden verloren. Am Neuen Markt herrschte Lethargie.
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Frankfurt am Main - Die Dax-Werte sackten um 1,8 Prozent auf 7100 Zähler ab. Während sich der Mdax mit plus 0,9 Prozent auf 4525 Zähler behauptete, gab der Nemax 50 um 0,6 Prozent auf 6471 Zähler nach.

Händler begründeten die Schwäche der deutschen Aktien mit der unerwartet hohen Teuerung in Hessen und Baden-Württemberg. Die Teuerung stieg um 1,9 Prozent und 2,2 Prozent und damit deutlich stärker an als erwartet. Diese Zahlen ließen wieder auf höhere Zinsen schließen, erklärte ein Händler.

Epcos-Aktien erholten sich gegen den Trend als stärkster Gewinner. Der Hersteller von passiven Bauelementen verringerte jedoch seine anfänglichen Kursgewinne auf ein Plus von 2,2 Prozent auf 133,90 Euro. Binnen einer Woche hatte das Papier zuvor rund zehn Euro abgegeben.

Fresenius Medical Care gewannen um 0,3 Prozent auf 81,15 Euro. Am Dienstag hatte der Konzern angekündigt, mit der Ausgabe von Vorzugsaktien den Kauf von Dialysekliniken finanzieren zu wollen. Die Aktien von Infineon gewannen um 2,3 Prozent auf 88 Euro, und Siemens gaben um 1,7 Prozent auf 160,15 Euro nach.

Wie bereits am Vortag standen KarstadtQuelle am stärksten unter Druck. Weil sich die versprochenen Synergieeffekte nach der Fusion der beiden Versandhäuser laut Analysten nur wenig in der Bilanz niederschlugen, verbilligten sich die Aktien um 6,7 Prozent auf 31,71 Euro. Die Analysten zeigten sich enttäuscht über die Informationspolitik des Einzelhandels-Konzerns. Erst auf Nachfragen hatte der Vorstand am Dienstag auf einer Pressekonferenz zugegeben, dass sich der Gewinnausblick drastisch verschlechtert habe.

Neuer Markt: Schwaches Bild

Die Werte am Neuen Markt haben sich zur Wochenmitte leichter präsentiert, im Zuge einer im Handelsverlauf freundlichen US-Technologiebörse Nasdaq aber über ihren Tiefständen geschlossen. Es gebe auf Grund des nachrichtenarmen Geschäftes wenig Käufer am Markt, sagten Händler. Der lethargische Handel sei auch ein Zeichen der bereits einkehrenden Sommerruhe.

Zu den Verlierern gehörten am Mittwoch Mobilcom, die 1,3 Prozent auf 111,50 Euro nachgaben. Händler machten dafür die zur Wochenmitte allgemein schwächere Verfassung europäischer Telekom-Papiere verantwortlich. Die Mobilcom-Internettochter Freenet verlor 4,1 Prozent auf 89 Euro. Auch die Telekom-Internettochter T-Online gab nach und verlor 0,7 Prozent auf 36,09 Euro.

Der Glücksspiel-Anbieter Fluxx.com und das Internet-Auktionshaus Ricardo.de kündigten eine Kooperation an. Die Aktien der Ricardo stiegen darauf hin um 7,4 Prozent auf 65,50 Euro, während die der Fluxx.com 4,97 Prozent auf 53,50 Euro nachgaben.

Die Westdeutsche Landesbank brachte heute erfolgreich den Internetdienstleister BOV an die Börse. Die Aktie verbesserte sich vom Anfangskurs von 19 Euro auf 29,05 Euro. Die Aktien des Internet-Dienstleisters Pixelnet präsentieren sich bei ihrem Börsendebüt kaum verändert. Am Schluss notierte der sachsen-anhaltinische Titel bei 14,10 Euro.

Euro-Börsen: Nur Amsterdam leicht im Plus

Die Europäischen Börsen tendierend überwiegend schwächer. In Europa tendieren Wien und Zürich etwas leichter, Mailand und London leichter, sowie Madrid und Paris schwächer. Amsterdam zeigt sich mit etwas festerer Tendenz. Im Gleichklang mit den europäischen Börsen gaben die im EuroStoxx 50 notierten Standardwerte um ein Prozent auf 5 253,30 Zähler nach.

Wall Street: Kein klarer Trend

Die New Yorker Aktienbörse hat rund eineinhalb Stunden vor Handelsschluss uneinheitlich tendiert. Fehlende volkswirtschaftliche Nachrichten hätten die Aufmerksamkeit der Anleger auf Unternehmensnachrichten gelenkt, sagten Händler. Deshalb sei kein allgemeiner Trend auszumachen; nur bei Einzelwerten zeigten sich deutliche Kursschwankungen. Der Dow-Jones tendierte 0,2 Prozent fester auf 10.457 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index notierte dagegen mit 0,1 Prozent im Minus auf 1473 Punkten. Der Nasdaq Composite Index lag 0,6 Prozent im Plus auf 4036 Zählern.

Die Titel des Softwaregiganten Microsoft verbesserten sich um 6-1/16 Dollar auf 81 Dollar, und erreichten damit das höchste Niveau seit dem 20. April. Investoren erwarten ein baldiges Ende des Kartellverfahrens gegen Microsoft, in dem der Softwarekonzern von der US-Regierung angeklagt wird, seine marktbeherrschende Stellung bei Computerbetriebs-Systemen missbraucht zu haben.

Devisen: Euro mit Einbruch

Der Kurs des Euro zum US-Dollar ist am Mittwoch auf dem Devisenmarkt gefallen. Ein Euro kostete um 21.00 Uhr MESZ 0,94505 US-Dollar nach 0,95475 am Vortag. Daraus ergibt sich für den Dollar zur Mark ein Kurs von 2,0696 DM (2,0486). Nach dem Kursanstieg um zehn Prozent in den vergangenen Wochen habe es eine technische Reaktion gegeben, sagte der Händler Hans-Joachim Rohrbeck von der SGZ-Bank.

Gold nahezu unverändert

Die Schlussnotierung für Gold betrug am Mittwoch in London 286,20 Dollar pro Feinunze.Zuletzt wurde die Feinunze Gold für 286,50 US-Dollar gehandelt.