Börse: Jahresendstimmung in Frankfurt - DER SPIEGEL
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Börse Jahresendstimmung in Frankfurt

Die deutschen Aktien haben am Donnerstag uneinheitlich geschlossen. Die Telekom erlebte einen rabenschwarzen Tag.
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Frankfurt am Main - Der Dax schloss 0,69 Prozent fester bei 6371 Punkten. Die Wachstumswerte am Neuen Markt bauten ihre Verluste aus. Der Nemax-50 rutschte um 1,47 Prozent auf 2735 Zähler. Der M-Dax legte um 1,62 Prozent auf 4631 Zähler zu.

An den US-Börsen legte der Dow Jones bis zum Handelsschluss in Deutschland um rund 0,6 Prozent auf 10.868 Punkte zu. Die Technologiewerte an der Nasdaq drehten ins Minus und verloren zuletzt 0,8 Prozent auf 2581 Punkte.

In der deutschen Finanzmetropole hatten sich am Donnerstag bereits die meisten Börsianer ins Neue Jahr verabschiedet. Der Handel an der Frankfurter Börse verlief meist schleppend, die Umsätze tröpfelten spärlich. "Der Markt ist schon jetzt in einer Jahresendstimmung", sagte ein Frankfurter Händler. "Die meisten Bücher sind bereits geschlossen", ergänzte ein anderer Marktteilnehmer.

Für viele Kursbewegungen konnten Händler angesichts des geringen Handelsvolumens keine ausreichende Erklärung finden. Bereits geringe Kauf- oder Verkauforders würden zu großen Kursausschlägen nach oben oder unten führen.

Fest an der Dax-Spitze präsentierten sich die Aktien von VW. Mit einem Gewinn von 4,3 Prozent auf 56,27 Euro reagierte der Kurs positiv auf die Nachricht, die Volkswagentochter Audi werde 250 Vertragshändlern in Deutschland kündigen.

Nicht minder stark präsentierten sich die Titel der Münchener Rück. Gestützt von neuer Zinsfantasie legten die Papiere des Versicherers um 3,33 Prozent auf 381,80 Euro zu.

Der mit Abstand größte Verlierer war die BMW-Aktie. Der Titel geriet im Handelsverlauf immer stärker unter Druck und büßte 5,56 Prozent auf 34 Euro ein. Kurz vor Jahresende würden viele Anleger noch schnell ihre Gewinne sichern, erklärten Börsianer den Rutsch. Am Mittwoch hatten BMW noch mehr als neun Prozent gewonnen.

Einen rabenschwarzen Tag erlebten die Aktien der Deutschen Telekom. Sie sanken im Handelsverlauf auf ein Jahrestief von 31,37 Euro und schlossen bei 31,48 Euro - ein Minus von 2,08 Prozent.

Dünne Umsätze am Neuen Markt

Am Neuen Markt in Franfurt setzte sich am Donnerstag die Talfahrt fort. Bei dünnen Umsätzen rutschte der Neue Markt phasenweise deutlich ab, erholte sich aber im Zuge einer festen Eröffnung der New Yorker Wall Street wieder etwas.

Im Mittelpunkt des Handels stand die Schweizer Fantastic Corporation. Der Software-Hersteller für Breitbandübertragung korrigierte am Vormittag das bereits Ende Juli erstmals nach unten revidierte Umsatzziel für das Geschäftsjahr 2000 von 35 Millionen Dollar nochmals. Zudem müssten mehr als 100 Mitarbeiter im Rahmen einer Umstrukturierung entlassen werden. Die Anleger straften das Unternehmen postwendend ab, die Aktie verlor 13,16 Prozent auf 1,65 Euro.

Eine Berg- und Talfahrt aus dem Kreise der Nemax-50 Werte legte wieder einmal EM.TV hin. Zeitweise rutschte die Aktie des Münchner Filmrechtehändlers auf das neue Jahrestief von fünf Euro. Anschließend erholte sich der Kurs wieder und schloss mit 2,62 Prozent auf 5,49 Euro im Plus.

Das Indexschwergewicht T-Online markierte mit 12,10 Euro im Mittagshandel zum zweitenmal hintereinander ein Jahrestief, ohne das es dafür für die Experten eine nennenswerte Begründung gab. Zum Handelsschluss lag der Verlust bei 2,25 Prozent auf 12,19 Euro.

Zu den Tagesgewinnern zählt dagegen Pixelnet. Der Internet-basierte Dienstleister rund um Fotografie und Bildbearbeitung kletterte um 29,63 Prozent auf sieben Euro. Nach Börsenschluss am Mittwoch hatte Pixelnet die Übernahme von Orwo Media für 12,8 Millionen Mark bekannt gegeben. Außerdem sei mit der Metro-Tochter Primus eine Kooperation vereinbart worden.

Der Euro fällt unter 93 Cent

Abwärts zeigte auch der Rentenmarkt: Der Richtung weisende Bund-Future verlor 0,3 Prozent auf 107,93 Punkte. Der Rentenindex Rex fiel um 0,2 Prozent auf 112,03 Zähler. Die Umlaufrendite wurde mit 4,88 Prozent (Mittwoch: 4,83 Prozent) festgestellt.

Der Euro legte bei seinem Höhenflug einen Zwischenstopp ein. Die europäische Gemeinschaftswährung wechselte zuletzt am Frankfurter Spotmarkt für 0,9284 Dollar den Besitzer. Die US-Währung kostete damit 2,1117 Mark. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Mittag auf 0,9285 (Mittwoch: 0,9310) Dollar festgesetzt. Der Dollar war somit offiziell 2,1064 (2,1008) Mark wert.

Die Schlussnotierung für Gold betrug am Donnerstag in London 273,00 Dollar pro Feinunze.