Börse "Jetzt kann die Party beginnen"
Frankfurt am Main - "Jetzt kann die Party beginnen", sagte ein Händler. Bei einem Ausgabekurs von 35 Euro für Infineon und Graumarktpreisen um 110 Euro sei ein Kursanstieg vorprogrammiert. Für Siemens sei es zwar grundsätzlich positiv, eine gute Tochter an der Börse zu haben. Jedoch machten sich die Kursausschläge nun bei Infineon selbst und nicht mehr direkt bei Siemens bemerkbar. Der Kurs des Mutterkonzerns fiel im frühen Handel um fast 4 Prozent.
Stärkster Dax-Wert war zunächst die RWE-Aktie. Sie zog in Folge von Kooperations-Spekulationen mit Shell um 4,76 Prozent oder 1,50 Euro auf 33,00 Euro an. Die meisten Verluste verbuchten SAP, die nach dem starken Anstieg der vergangenen Tage um 29,50 Euro oder 2,82 Prozent auf 1016 Euro nachgaben.
Geteilte Meinungen gabt es am Morgen zu den Aktien von DaimlerChrysler. Positiv für den Titel wird dabei die möglicherweise bevorstehende Allianz zwischen Fiat und General Motors gesehen, mit der Daimler in Italien ausgestochen würde. Die Gespräche über eine Kapitalbeteiligung über 34 Prozent an Mitsubishi stünden kurz vor dem Abschluss. Während sie von einigen Beobachtern begrüßt wird, hoffen andere, dass sich damit keine zu große Kostenbelastung ergebe.
Der Dow Jones Index war am Freitag mit einem Verlust von 81,91 Punkten oder 0,82 Prozent bei einem Kurs von 9928,82 Zählern aus dem Handel gegangen. Der Nasdaq kletterte minimal um 1,76 Zähler oder 0,03 Prozent und erreichte einen neuen Rekord von 5048,62 Punkten.
Der Euro hat am Morgen wieder leicht an Wert gewonnen. Er kostete 0,9667 Dollar. Ein Dollar war somit 2,0227 Mark wert. Die EZB hatte den Referenzkurs am Freitag auf 0,9613 Dollar festgelegt.
Am Devisenhandel waren zuletzt Spekulationen laut geworden, dass die japanische Zentralbank zu Gunsten des Euro gegen den Yen intervenieren werde, falls der Euro unter die Marke von 100 Yen falle. Der Euro wurde ansonsten zum Dollar innerhalb einer engen Spannbreite gehandelt, ergänzten Händler. Es gebe am Markt zu wenig Impulse, die stärkere Bewegungen rechtfertigen könnten, erklärten sie.
Kurzfristig sei der Abwärtstrend des Euro aber ungebrochen. Erst müsse der Euro die Paritätsgrenze zur US-Währung überschreiten, meinte Alexander Nagel von Dresdner Kleinwort Benson (DKB). "Eine wichtige Marke wäre 1,0025 USD, dann dürften zahlreiche Investoren auf den Zug aufspringen." Über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten, sei eine Erholung des Euro realistisch, meinte Klaus Näfken von der BHF-Bank.