Börse Kurseinbruch bei Epcos
Frankfurt am Main - Bis zum frühen Abend fiel der Dax um gut eineinhalb Prozent. Am Neuen Markt notierte der Nemax-50 ebenfalls um rund zwei Prozent leichter. Vor allem Technologiewerte wie Epcos, Siemens, und Infineon wurden nach der sehr schwachen Nasdaq-Eröffnung noch kräftiger ins Minus gezogen. Lediglich die Banken- und Versicherungswerte konnten sich halten.
An der Wall Street hatte sich der Dow Jones zwar mit einem Plus von einem halben Prozent halten können, der Nasdaq fiel aber um rund zweieinhalb Prozent. Analysten zufolge verdaut der Markt damit die vor Handelsbeginn veröffentlichten US-Konjunkturdaten, die als widersprüchlich bezeichnet wurden. Der Arbeitskostenindex ist im zweiten Quartal gemäß der Prognose um ein Prozent gestiegen und deutet damit Marktteilnehmern zufolge auf ein langsames Abflachen der Konjunktur hin. Der Auftragseingang langlebiger Güter ist jedoch verhältnismäßig kräftig angestiegen und weise auf eine boomende Konjunktur hin. Die Verluste auf dem Technologiesektor führten Händler auf die Gewinnwarnungen einiger Unternehmen der Branche, wie zum Beispiel Nokia, zurück.
Der Abwärtstrend der deutschen Aktienmärkte erfasste am Nachmittag die ganze Siemens-Familie. Epcos führten die Verliererliste mit gut zwölf Prozent mit großem Abstand an, während Infineon nach anfänglichen Gewinnen knapp zweieinhalb Prozent abgeben mussten. Die Aktie der Konzernmutter Siemens rutschte mit rund drei Prozent ins Minus.
Nach Einbrüchen am Mittwoch konnten sich Dresdner Bank zum Abend hin auf Vortagesniveau halten. Auch Commerzbank und Allianz tendierten nur wenig leichter um knapp ein halbes Prozent. Größter Verlierer unter den Finanzwerten waren Deutsche Bank, die knapp ein Prozent weniger notierten.
Telekom waren am Morgen mit Verlusten gestartet, konnten sich zum Mittag hin wieder fangen und ins Plus klettern. Im Zuge der allgemeinen Tendenz ging es dann wieder um knapp zwei Prozent abwärts. Die vorbörslich veröffentlichten Zahlen für das erste Halbjahr hätten enttäuscht, heißt es. Zwar sei der Umsatz wie erwartet ausgefallen, dafür erreiche der Nettogewinn ohne Sondereinflüsse die Prognosen nicht. Zudem habe die Telekom erhebliche Aufwendungen für die Gewinnung neuer Kunden aufgebracht.
Am Neuen Markt brach der Kurs von Amazon.com am Nachmittag um knapp siebeneinhalb Prozent ein. An der Nasdaq verlor das Papier am Donnerstag bereits 15 Prozent. H5B5 Media musste im ersten Halbjahr 2000 einen Umsatzrückgang von 9,3 auf 7,7 Millionen Mark hinnehmen. Das Papier der Dokumentationsfilmer büßte daraufhin knapp 25 Prozent an Wert ein. Weiterhin kräftige Gewinne gab es für Pixelpark mit gut elf Prozent.
Der Euro notierte mit einem Kurs von 0,938 Dollar. Händler erwarteten für den Tagesverlauf einen Handel in engen Spannen.