Börse: Kurseinbruch bei Infineon - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Börse Kurseinbruch bei Infineon

Die Technologietitel haben den deutschen Aktienmarkt nach unten gezogen. Einen größeren Absturz verhinderten die Finanzwerte.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Der Dax schloss mit einem Minus von 0,84 Prozent bei 7333 Punkten. Der Nemax-50 verabschiedete sich mit einem Minus von 1,1 Prozent bei 6294 Punkten.

Ins Minus ging der Dax vor allem wegen der Technologiewerte: Infineon verloren 5,5 Prozent auf 70,14 Euro, SAP 4,4 Prozent auf 294,11 Euro, Epcos 4,2 Prozent auf 111,4 Euro. Auch Siemens gaben um über 2,6 Prozent auf 182,99 Euro nach. Händler führten dies auf den Negativtrend an der US-Technologiebörse Nasdaq zurück. Telekom notierten um 1,1 Prozent leichter bei 46,56 Euro.

Im Mittelpunkt des Dax-Geschehens standen jedoch die Finanz- und Versicherungstitel, die nach einer Empfehlung der Investmentbank Goldman Sachs anzogen. Die Analysten bestätigten die Münchener-Rück-Aktie auf ihrer Empfehlungsliste. Das Papier gewann 4,4 Prozent auf 324,49 Euro und stand damit an der Spitze der Gewinnerliste. Die Aktie der Allianz stuften die Experten ebenfalls herauf. Allianz zogen um 2,3 Prozent auf 388,23 Euro an.

Positiv äußerten sich die Analysten von Goldman Sachs auch zu Bankentiteln: Daraufhin stiegen Dresdner um 0,5 Prozent auf 52,70 Euro. Commerzbank kletterten um ein Prozent auf 34,33 Euro. Die Gerüchte über einen geplanten Kauf der amerikanischen Investmentbank JP Morgan belasteten hingegen das Papier der Deutschen Bank: Der Titel gab um zwei Prozent auf 96,25 Euro nach. Die "Wirtschaftswoche" hatte das Übernahmegerücht in die Welt gesetzt. Die Deutsche Bank wollte die Spekulationen nicht kommentieren.

Neuer Markt in Konsolidierungsphase

Auch der Neue Markt hat am Mittwoch deutlich nachgegeben. "Die Nasdaq zieht uns mal wieder runter", sagte ein Händler. Andere sagten, der Neue Markt befinde sich in einer Konsolidierungsphase und müsse erst die Kursanstiege der vergangenen Woche verarbeiten.

Zu den größten Gewinnern gehörten die Aktien der Artnet.com AG, die um rund 39,2 Prozent auf 7,95 Euro zulegten. Ein Händler sagte, die Aktien werde allein von privaten Investoren hochgezogen. Zudem sei die Abgabebereitschaft sehr dünn, so dass bereits eine geringe Nachfrage für Kursbewegung sorge. Auch der Börsenneuling Linos setzte seinen Aufwärtstrend mit einem Kurszuwachs von rund 28,5 Prozent auf 107,88 Euro fort.

Zu den größten Verlierern am Neuen Markt gehörten die Vortagesgewinner Management Data Software und CAA. Management Data gaben um 11,6 Prozent auf 11,05 Euro nach, CAA landeten bei 39,11 Euro - ein Minus von 9 Prozent. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem beide Werte am Dienstag deutliche Kurszuwächse verzeichnet hatten.

Wall Street: Dow Jones im Aufwärtstrend

Uneinheitlich mit festen Notierungen bei den Standardwerten und schwachen bei den Technologiewerten zeigt sich Wall Street am Mittwochmittag. Der Dow Jones stieg um knapp ein Prozent auf 11.345 Punkte, während der Nasdaq-Index um 2,2 Prozent auf 4052 Punkte fiel.

Zu den Zugpferden im Dow Jones zählten JP Morgan, die auf Grund von Spekulationen über eine mögliche Übernahme durch Deutsche Bank um sechs Prozent zulegten. Weitere Blue Chips trugen zur starken Aufwärtsentwicklung des Dow Jones bei: Boeing legten 4,9 Prozent und 3M 5,6 Prozent zu.

Citigroup zählten nach der Bekanntgabe der Übernahme von Associates First Capital zu den Kursverlierern und gaben 4,1 Prozent ab.

Der Nasdaq-Index wurde vor allem durch Gewinnmitnahmen gedrückt. Biotechnologiewerte notierten weiterhin mehrheitlich im Minus: Vertex Pharmaceutical gaben um 4,3 Prozent, Medimmune um 3,7 Prozent nach. Boston Life Sciences verteuerten sich dagegen um 11,6 Prozent, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, über ein Medikament zur Heilung querschnittsgelähmter Ratten zu verfügen.

Europäische Aktienmärkte uneinheitlich

Die Europäischen Aktienmärkte zeigten sich am Mittwoch uneinheitlich. Der SMI in Zürich und der AMX in Amsterdam notierten jeweils 0,5 Prozent schwächer, der Pariser CAC 40 und der Londoner FTSE 100 gaben jeweils um 0,9 Prozent nach. Die Gewinner sind Madrid mit 0,5 Prozent und die Wiener Börse mit einem Zuwachs von 0,3 Prozent gefolgt von der Mailänder Börse mit 0,1 Prozent.

Euro auf Allzeittief

Der Euro fiel zwischenzeitlich auf das Rekordtief von 0,8690 Dollar. Am Abend bewegte er sich immer noch unter der Marke von 0,87 Dollar. Damit kostet ein Dollar umgerechnet gut 2,25 Mark.

Gold etwas leichter

Die Feinunze Gold zeigte sich am Mittwoch leichter. Zuletzt wurde die Unze für 274,15 US-Dollar gehandelt. Aktuell hängt der Goldpreis in einer Tradingrange zwischen 274 US-Dollar und 277 US-Dollar fest. Sollte die 274 US-Dollar Marke nach unten durchbrochen werden sei mit einem weiteren Abrutschen in Richtung 272 US-Dollar zu rechnen, so ein Marktteilnehmer.