Börse Kursfeuerwerk am Neuen Markt
Frankfurt am Main - Der Dax stieg in Frankfurt um 1,5 Prozent auf 7431 Zähler. Noch besser präsentierte sich der Nemax-50. Er gewann 4,8 Prozent auf 6407 Punkte.
In New York notierte der Dow Jones um 0,2 Prozent etwas fester bei 10.836 Punkten. Die Nasdaq legte um 0,9 Prozent auf 4283 Zähler zu.
Steuerreform gibt positive Impulse
"Die Steuerreform stärkt den Wirtschaftsstandort Deutschland", urteilte Fidel Helmer, Experte bei der Frankfurter Privatbank Hauck & Aufhäuser. Den Bürgern fließe mit der Steuersenkung mehr Geld in die Tasche, das sie wieder ausgeben könnten. Damit werde die Konjunktur angekurbelt.
Die Kaufbereitschaft sei im Vergleich zur Vorwoche spürbar gestiegen, sagte ein Händler der Bayerischen Landesbank. "Die Sommerrallye kommt nun ins Laufen", prophezeite der Händler. Sie könnte den Dax noch in dieser Woche bis auf 7500 Punkten führen. "Und dann könnte es in einem zweiten Anlauf weiter gehen in Richtung der alten Höchststände".
Commerzbank verliert deutlich
Im Rückwärtsgang befand sich das Papier der Commerzbank. Der Kursrutsch von 3,1 Prozent auf 37,40 Euro sei eindeutig auf die Entscheidung des Bundesaufsichtsamtes für das Kreditwesen zurückzuführen, die dem Commerzbank-Großaktionär Cobra die freie Ausübung der Stimmrechte untersagte, sagte Georg Kanders, Analyst bei der Düsseldorfer West LB Panmure.
CoBRa wollte durch die Einsetzung ihres 17-prozentigen Stimmrechts in den Fusionsverhandlungen zwischen Commerzbank und Dresdner Bank einen "hohen Preis für die Commerzbank erzielen", sagte der Analyst. Dementsprechend sei auch der Kurs der Dresdner-Aktie um 2,3 Prozent auf 46,10 Euro geklettert.
Hauptgewinn für SAP
Die Walldorfer Softwareschmiede SAP gewann 5,29 Prozent auf 234,79 Euro und war damit über lange Zeit Führend im Dax. "SAP bringt am kommenden Donnerstag die Halbjahreszahlen heraus", sagte Theo Kitz, Analyst bei der Investmentbank Merck Finck.
Am Markt erwarte man sehr gute Zahlen, denn in der Bilanz müsste neben der Bestellung des Erstversicherers Allianz auch die im Frühjahr in Auftrag gegebene Bestellung des Konzerns Nestle enthalten sein. Die Softwarebestellung von Nestle dürfte die höchste in der Firmengeschichte von SAP sein, sagte Kitz. Der Analyst bewertete den Softwarehersteller weiterhin als "Outperformer". Kräftige Gewinne gab es auch für Infineon mit 4,35 Prozent auf 88,70 Euro.
Einzelhändler Metro setzten ihren Erholungskurs fort und notierten um 2,92 Prozent fester bei 47,25 Euro. Fusionsfantasien rund um die Supermarktkette Wal-Mart reißen nicht ab und gaben der Metro-Aktie Auftrieb.
Ganz unten auf dem Kurszettel standen mit einem Verlust in Höhe von 3,42 Prozent auf 87,75 Euro die Aktie des Bad Homburger Dialysetechnik-Anbieters Fresenius Medical Care. Analyst Uwe Schellscheidt von der Düsseldorfer HSBC Trinkaus & Burkardt begründete die Kursverluste mit der geplanten Kapitalerhöhung.
Neuer Markt: Todeskandidaten in Siegerlaune
Nach starken Kurseinbrüchen in der Vorwoche, waren die Aktien Hauptgewinner, die auf den sogenannten "Todeslisten" von Platow-Brief und Prior-Börse geführt wurden: Ebookers legten 50,9 Prozent auf 10,50 Euro zu, nachdem das Unternehmen den Umsatz verachtfacht hatte und der Verlust pro Aktie unter den Erwartungen lag. Ricardo und Fluxx kündigten Übernahmen an und gewannen 27,8 Prozent beziehungsweise 16,7 Prozent. Auch Musicmusicmusic verbesserten sich um 28,5 Prozent auf 3,70 Euro, nachdem der Vorstand die Aktionäre auf der Hauptversammlung mit guten Ertragsperspektiven überzeugen konnte. Zu den Gewinnern gehörten auch Gigabell mit 28,2 Prozent auf 23,84 Euro.
Tiptel soll an Mobilcom individuelle Produkte für das Festnetz liefern. Das Auftragsvolumen liege im zweistelligen Millionenbereich, teilte Tiptel mit. Die Aktie zog 14,8 Prozent auf 6,84 Euro an.
New York: uneinheitliche Tendenz
Uneinheitlich zeigen sich die Notierungen an Wall Street am Montagmittag. Deutlich zeichne sich der Trend ab, dass die Blue Chips zugunsten der Wachstumswerte vernachlässigt werden, sagt ein Händler.
Fusionsnachrichten treiben die Kurse einiger Titel an, heißt es. Dabei verlieren die Käufer auf Grund der Preise, die sie für die Übernahmen zahlen müssen. General Mills geben 2-1/2 auf 33-13/16 Dollar ab, nachdem das Unternehmen Diageos Pillsbury-Einheit für 10,5 Milliarden Dollar übernehmen will. Auch Georgia Pacific verlieren 2-3/8 auf 26-1/4 Dollar nach dem 7,8-Milliarden-Dollar-Angebot für Fort James. Letztere legen um 8-3/4 auf 33-5/16 Dollar zu.
Verluste in Zürich, Gewinne in London
Die Europäischen Börsen zeigten am Montagnachmittag keinen einheitlichen Trend auf. So reichten die Kursverluste von 0,2 Prozent an der Börse in Wien bis zu 0,5 Prozent an der Börse in Zürich. Der Ibex in Madrid verlor 0,4 Prozent an Wert. Dahingegen konnten die übrigen Indizes zwischen 0,1 Prozent in Mailand und 0,7 Prozent in London zulegen. Der AEX in Amsterdam legte zuletzt um 0,3 Prozent zu. Der CAC 40 in Paris stieg um 0,6 Prozent an. Der Euro-Stoxx 50 zeigte sich zuletzt mit 0,5 Prozent bei 5.348,80 Punkten im Plus.
Euro kaum verändert
Der Euro hat den Sprung über die Marke von 94 Cent am Montag nicht geschafft. Die Einheitsdevise notierte mit 0,9355 Dollar kaum verändert. Damit war ein Dollar 2,0909 D-Mark wert.
Am Rentenmarkt gab es ebenfalls kaum Bewegung. Der Bund-Future zehnjähriger Staatsanleihen rentierte um 0,1 Prozent fester bei 104,44 Punkten. Der Rentenindex Rex sank um 0,2 Prozent auf 108,97 Punkte. Die Bundesbank stellte die Umlaufrendite am Mittag bei 5,36 Prozent (Freitag: 5,31 Prozent) fest. Die Feinunze Gold kostete zuletzt 283,50 Dollar.