Börse: Kurssprünge bei Technologiewerten - DER SPIEGEL
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Börse Kurssprünge bei Technologiewerten

Mit Rückenwind von der Wall Street konnten sich die Aktienmärkte von ihren dramatischen Kursverlusten erholen, allen voran die Technologiewerte. Microsoft schossen um rund 17 Prozent in die Höhe.
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Frankfurt am Main - Der Dax stieg bis Börsenschluss um 2,1 Prozent auf 6619,43 Punkte. Am Neuen Markt kletterte der Nemax 50 um 5,4 Prozent auf 4467,94 Punkte.

Auch im übrigen Europa und in den Vereinigten Staaten war Erholung angesagt. Die Börsen in London und Paris standen klar im Plus. Der EuroStoxx 50 legte in Paris um 3,8 Prozent auf 4836,86 Punkte zu. Die New Yorker Aktienmärkte tendierten ebenfalls deutlich fester. Der Dow Jones kletterte bei Börsenschluss in Europa um 0,7 Prozent auf 10.048 Punkte, während der Nasdaq bei 3360 Punkten zuletzt ein deutliches Plus von sechs Prozent zeigte.

Infineon vorn

Gute Vorgaben erhielten die deutschen Aktien schon am Morgen durch die starken Quartals-Ergebnisse des amerikanischen Softwarekonzerns Microsoft und des finnischen Mobiltelefonherstellers Nokia. Davon profitierten besonders die Hochtechnologiewerte: Infineon stiegen um 7,6 Prozent auf 50,05 Euro. Epcos verbesserten sich um 6,5 Prozent auf 85 Euro. Siemens-Aktien gewannen 7,1 Prozent auf 140 Euro. Auch die Papiere der Deutschen Telekom verzeichneten deutliche Kursgewinne. Die T-Aktie legte um 2,6 Prozent auf 38,25 Euro zu.

SAP abgestraft

Das Walldorfer Softwarehaus SAP wurde dagegen nach der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal von der Börse abgestraft und führte das Verliererfeld an. Zuletzt verlor der Titel acht Prozent und sank auf 224 Euro.

Nach Bekanntwerden eines etwas ungünstigeren ifo-Geschäftsklima-Index hatte der Dax leicht nachgegeben. "Die positiven Vorgaben aus New York haben dies aber innerhalb kürzester Zeit kompensiert", sagte Aktienhändler Thomas Engel von der M.M. Warburg Bank in Hamburg. Der Geschäftsklimaindex in Westdeutschland im September war gegenüber August von 98,9 auf 98,0 Punkte gesunken. In Ostdeutschland ging der Indikator im September von 105,7 auf 103,8 Punkte zurück.

Neuer Markt: Primacom und Poet machen das Rennen

Am Neuen Markt gehörten am Donnerstag die Aktien von Primacom, die um 28,2 Prozent auf 18 Euro stiegen und somit ihre Vortagesverluste wieder wett machten, zu den größten Gewinnern. Händler konnten dafür keine fundamentalen Gründe erkennen.

Die Papiere der Softwarefirma Poet konnten ebenfalls um 19,7 Prozent auf 15,35 Euro zulegen. Das Unternehmen hatte am Morgen bekannt gegeben, den Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 18 Prozent auf 3,3 Millionen Dollar gesteigert zu haben. Der Nettoverlust habe sich jedoch auf 2,5 Millionen Dollar von zuvor 1,9 Millionen Dollar ausgeweitet.

Trotz einer Herabstufung durch Dresdner Kleinwort Benson verteuerten sich die Aktien der MobilCom um 1,1 Prozent auf 54,28 Euro. Die Investmentbank hatte MobilCom am Donnerstag auf "Halten" von "Kaufen" herunter gestuft.

Die Papiere von T-Online verteuerten sich um 7,6 Prozent auf 22,50 Euro. Das "Handelsblatt" hatte berichtet, bei der Darmstädter Internet-Tochter der Deutschen Telekom verabschiedeten sich weitere Spitzenmanager.

Wall Street: Nasdaq hebt ab

Eine Reihe von US-Unternehmen hatte gute Geschäftsdaten vorgelegt und verlieh damit ihren Aktien Auftrieb. So stiegen Microsoft um mehr als 17 Prozent, Sun Microsytems um knapp fünf Prozent, Texas Instruments legten rund 23 Prozent zu und Nokia kletterten um fast 28 Prozent.

Die Investoren würden nach den starken Kursverlusten der vergangenen Tage vor allem an die Nasdaq gelockt, erklären Händler die positive Tendenz. Viele Notierungen aus den Bereichen Internet und Computertechnologie hätten aus Sicht der Anleger jetzt das Niveau von "Kaufkursen", heißt es. Doch bei der Frage, ob ein Boden erreicht und dies die Wende sei, zeigen sich die Marktteilnehmer noch skeptisch.

AOL und Time Warner sanken um knapp sechs beziehungsweise knapp fünf Prozent. Apple gaben rund dreieinhalb Prozent ab, nachdem die Geschäftszahlen im vierten Quartal im Rahmen der reduzierten Erwartungen lagen.

Europabörsen fester

Die Europäischen Aktienmärkte zeigten sich durchweg im positiven Terrain. Die sehr feste Eröffnung der Wall Street sorgte für einen stetigen Ausbau der Eröffnungsgewinne der europäischen Börsen. Die Kursgewinne reichten von jeweils 1,1 Prozent in London und Wien bis zu 2,8 Prozent in Madrid. Der SMI in Zürich kletterte um 1,6 Prozent nach oben. Der CAC 40 in Paris konnte um 2,1 Prozent zulegen. In Mailand stieg der Mibtel um 2,4 Prozent an und der AEX in Amsterdam zeigte sich mit 2,5 Prozent fester.

Euro unverändert schwach

Nach der Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), die Leitzinsen unverändert zu lassen, fiel der Euro wieder unter die Marke von 84 US-Cent. Zuletzt lag er bei 0,8396 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs auf 0,8411 Dollar festgesetzt - dies war der niedrigste Referenzkurs in der Geschichte des Euro.