Börse: Kurssturz am Neuen Markt - DER SPIEGEL
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Börse Kurssturz am Neuen Markt

Am Neuen Markt geht es radikal abwärts. Beobachter sprechen von einem regelrechten Ausverkauf. Auch der Dax verliert.
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Frankfurt am Main - Die beiden Indizes am Neuen Markt sind am Freitag eingebrochen: Der Nemax-50 verlor zuletzt 6,5 Prozent, der breitere Nemax-All-Share 5,2 Prozent.

"Das sieht schon nach einem Ausverkauf aus", sagte Axel Mühlhaus, Analyst beim Börsenbrief Mainvestor. "Die Stimmung ist unterirdisch". Als Gründe führte er die Gewinnwarnungen amerikanischer High-Tech-Firmen und das Duo schwacher Euro/hoher Ölpreis an.

Zu den großen Verlierern zählten die Schwergewichte: T-Online gaben fast zehn Prozent nach. Intershop fielen um 24 Prozent. Mobilcom verloren knapp sechs Prozent. EM-TV verbilligten sich um knapp neun Prozent. Analysten führten die Verluste bei T-Online auf die schlechten Zahlen des französischen Mitbewerbers Wanadoo und die ungeklärte Personalfrage zurück.

Auch die Fahrstuhlwerte verloren stark: Gigabell gaben um über 22 Prozent nach, Infomatec verbilligten sich um 18 Prozent, Musicmusicmusic um 25 Prozent und Metabox um über 8 Prozent.

Dax verliert

Auch der Dax notierte mit einem Minus von 2,1 Prozent deutlich schlechter. Die Investoren seien nach der Bekanntgabe der US-Arbeitsmarktdaten und der überraschenden Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank am Vortag verunsichert, hieß es. Die Umsätze seien vor dem Wochenende moderat.

Händler machten zudem die Abschläge beim Indexschwergewicht Deutsche Telekom für den Dax-Rückgang verantwortlich. Das Papier verlor fast fünf Prozent, nachdem die Rating-Agentur Standard & Poor's es herunter gestuft hatte.

Infineon brachen im Sog der schwächelnden Nasdaq um über sechs Prozent ein. Die Aktie leide auch unter Gewinnmitnahmen, sagte ein Händler. Siemens ermäßigten sich um zweieinhalb Prozent und SAP um fast sechs Prozent.

Zu den großen Verlierern gehörten auch BMW mit einem Minus von über fünfeinhalb Prozent. Gegen die allgemeine Markttendenz verbesserten sich RWE um über zwei Prozent und DaimlerChrysler um über ein Prozent.

Wall Street düster

Auch in New York ging es bis zum Mittag abwärts: Der Dow Jones notierte knapp ein Prozent leichter, der Nasdaq-Composite verlor knapp zweieinhalb Prozent.

Die Arbeitslosenquote in den USA war im September mit 3,9 Prozent so niedrig wie seit 30 Jahren nicht mehr. Analysten hatten mit einer unveränderten Quote von 4,1 Prozent gerechnet. Sie zweifelten nach Bekanntgabe der Daten, ob die Zinserhöhungen der Fed zwischen Juni 1999 und Mai 2000 ausreichend gewesen seien, um den steigenden Inflationsdruck zu bekämpfen. Die Inflationsängste wurden durch den hohen Ölpreis verstärkt, der erneut auf über 30 US-Dollar je Barrel gestiegen war.

Der Euro notierte unter der 87-Cent-Marke bei 0,8691 US-Dollar.