Börse Kurzes Strohfeuer - Autowerte brechen ein
Frankfurt am Main Der Dax wurde von schwachen Auto- und Bankentiteln ausgebremst und blieb mit einem Minus von rund einem Prozent weiterhin unter 6000 Punkten. Auch der Nemax 50 rutschte wieder knapp ein Prozent unter sein Vortagesniveau und konnte die zunächst erreichte Marke von 1800 Punkten nicht halten.
Verlierer im Dax waren am Vormittag Volkswagen, DaimlerChrysler und Deutsche Bank. Volkswagen leidet einer Studie zufolge am stärksten unter dem Einbruch der Autokonjunktur in Europa, BMW und DaimlerChrysler sind davon weniger abhängig. Das spiegelt sich auch an der Börse wider: VW fielen um mehr als drei Prozent zurück, BMW und DaimlerChrysler gaben rund zweieinhalb Prozent ab.
Die Technologietitel hielten sich vergleichsweise gut. Während Siemens knapp ein Prozent nachgab, ging SAP mit rund einem Prozent ins Plus. Der gelungene Voicestream-Deal verhalf der T-Aktie zunächst zu einem leichten Plus von einem halben Prozent.
Hightech: Willkommen in der Achterbahn
Doch die High-Tech-Aktien bleiben volatil: Die Gewinner von heute können schon morgen erneut die Verlierer sein. Die meisten Investoren im Technologiesektor spekulieren auf kurzfristige Kursgewinne nach dem Ausverkauf: Solange der Handel von diesen "schwachen Händen" bestimmt wird, kann von einer langfristigen Erholung keine Rede sein.
Bankentitel belasten
Die Deutsche Bank verlor über zweieinhalb Prozent. Nach einer Studie von Goldman Sachs sind die Aussichten für das Investmentbanking flau. Nach dem Kursgewitter an den Börsen dürfte auch das Neuemissions-Geschäft nachlassen. Auch die HypoVereinsbank gab zwei Prozent nach, Dresdner Bank verloren rund ein Prozent.
Auch die Chemie stimmt nicht mehr. BASF hat im Vorjahr zwar deutlich mehr Umsatz, aber einen geringeren Gewinn erzielt. Die Erwartungen der Analysten wurden dabei leicht übertroffen, und der Chemiekonzern will eine Rekorddividende zahlen. Anleger nahmen nach der guten Entwicklung der BASF-Aktie seit Jahresbeginn Gewinne mit: Die Aktie gab rund ein Prozent nach,Bayer geriet mit einem Minus von knapp einem halben Prozent in den Sog des Branchenkollegen.
Neuer Markt: Zu früh gefreut
Gewinner am Neuen Markt waren Popnet mit knapp zehn Prozent Plus. Das Unternehmen kann auf frisches Kapital in Höhe von 10 Millionen Euro von einem britischen Investor hoffen. Auch CE Consumer Electronic legte leicht zu: Der Chipbroker hat eine Zusammenarbeit mit Microsoft auf dem lateinamerikanischen Markt bekannt gegeben.
Rheinmetall: Anleger warten ab
Die im M-Dax notierte Rheinmetall hat das Ergebnis vor Steuern im Geschäftsjahr 2000 gegenüber dem Vorjahr auf 90 Millionen Euro verdreifacht. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, konnte auch das betriebliche Ergebnis mit 152 Millionen Euro mehr als verdoppelt werden. Die Aktie legt um 1 Prozent zu.
Verhaltener Start trotz guter US-Vorgaben
Trotz der späten Rallye an der Nasdaq blieb der Start an den europäischen Börsen verhalten. Der US-Technologieindex hat am Dienstag mit einem Plus von 4,8 Prozent das Comeback über 2000 Punkte geschafft. Die gefallenen Engel, allen voran Cisco und Oracle, kletterten um mehr als zehn Prozent. Wichtiger noch, dass die Hightech-Schwergewichte Microsoft und General Electric den Dow Jones im späten Handel ins Plus gezogen haben.
Die asiatische Leitbörse in Tokio konnte den Steilpaß aus den USA nicht aufnehmen. Premierminister Moris Rücktritt vom Rücktritt und das Gerangel um das Notprogramm der japanischen Regierung sind dämpfen selbst positive Impulse. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte ging nach gutem Start mit einem mageren Plus von 0,2 Prozent aus dem Handel. Damit blieb das Kursbarometer unter der Marke von 12.000, unter die der Nikkei am Vortag erstmals seit mehr als 16 Jahren gefallen war.
Euro zeitweise unter 91 Cent
Der Euro notiert schwächer und fiel zeitweise sogar unter 91 Cents. Bereits gestern hatte die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar um mehr als einen Cent nachgegeben. Trotz der Schwäche an den US-Aktienmärkten bremsen Inflationsdaten und die schwache europäische Autokonjunktur die Erholung des Euro. In Deutschland ist die Teuerungsrate um auf 2,6 Prozent gestiegen. Am Morgen notierte der Euro bei 0,914 Dollar.