Börse: MobilCom bricht ein - DER SPIEGEL
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Börse MobilCom bricht ein

Nach einem schwächeren Start ging der Dax wieder auf Vortagesniveau zurück. Der Nemax 50 wurde durch die Schwäche von MobilCom belastet.
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Frankfurt am Main - Während der Dax am Mittag unverändert bei 6620 Punkten notierte, lag der Nemax 50 noch rund eineinhalb Prozent im Minus bei 3215 Punkten.

Sowohl der Nasdaq-Future als auch der richtungweisende S&P-Future lagen am Mittag deutlich im Plus und wiesen somit auf eine freundliche Eröffnung der US-Börsen hin. Die Marke von 3000 Punkten sei eine gute Unterstützung für den Nemax, sagten Händler. Wenn diese Marke nicht durchbrochen werde, könne der Markt die Aufwärtstendenz auch längerfristig halten. Auch beim Dax sehen Händler Potenzial nach oben. Auf lange Sicht werde das Kursbarometer der Standardwerte wieder in Richtung der 7000 Punkte gehen, sagte ein Händler.

Bei den Technologiewerten lagen nur noch Epcos mit knapp drei Prozent deutlich im Minus. SAP und Infineon erholten sich auf leichte Abschläge von rund einem halben Prozent. Siemens gehörten dagegen mit plus zwei Prozent zu den größten Gewinnern.

E.on gewannen bis zum Mittag rund eineinhalb Prozent. Der Gewinn und Umsatz des Konzerns hat sich in den ersten neun Monaten 2000 kräftig gesteigert. Vor allem durch Erlöse aus dem Verkauf von Tochtergesellschaften sei der Gewinn vor Steuern um 55 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro geklettert, teilte e.onam Donnerstag in Düsseldorf mit. Außerdem wolle e.on nach einem Bericht der "Welt" zusammen mit RWE den ostdeutschen Braunkohle-Verstromer Veag an die spanischen Marktführer Endesa und Iberdrola zu verkaufen.

Leichte Gewinne von knapp einem halben Prozent gab es für Volkswagen. Die Aktien des Wolfsburger Konzerns werden zum 11. Dezember in den Euro-Stoxx 50 aufgenommen. Sie nehmen dort den Platz der Vivendi-Tochter Canal+ ein.

Größter Verlierer im Nemax 50 waren MobilCom mit einem Minus von über 26 Prozent. Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" haben MobilCom und Hutchison Whampoa Probleme, Bankkredite über 9,7 Milliarden Euro für den Aufbau des UMTS-Netzes zu bekommen. Das Blatt beruft sich auf Bankvertreter aus dem Umfeld der Verhandlungen.

Die Aktien von EM.TV vollführten eine weitere Achterbahnfahrt. Nach Verlusten von rund acht Prozent lag die Aktie mit rund fünf Prozent im Plus.

Deutlich fester notierten pgam advanced technologies. Das Papier kletterte um rund sechs Prozent. Der Ingenieurdienstleister für die Automobilindustrie hat rückwirkend zum 1. Dezember alle Patente und Rechte der Wendler GmbH aus bestehenden Lieferverträgen und Fertigungsanlagen übernommen. Wendler produziert Fahrzeugschutzpanzerungen und andere Fahrzeugsonderausrüstungen, insbesondere für BMW und Audi. Daraus ergibt sich den Angaben zufolge ein zusätzliches Auftragspotenzial von 40 Millionen Mark in den nächsten vier Jahren.

Um knapp sechs Prozent abwärts ging es dagegen für Kretztechnik. Das Hamburger Unternehmen hatte Änderungen im Vorstand gemeldet: Der Koreaner Sung Mo Lee wird mit sofortiger Wirkung neuer Vorstandsvorsitzender. Damit tritt er die Nachfolge von Dong Sik Cho an. Dong Sik Cho verlasse das Unternehmen turnusgemäß und kehre nach Süd-Korea zurück, so die Erklärung.

Telegate gewannen knapp vier Prozent. Die Münchner haben für den weiteren Ausbau ihres Internet-Service-Portals 11880.com in GiAG einen neuen Partner gefunden. Das Unternehmen entwickelt Software-Lösungen für die internationale Medienindustrie. Darüber hinaus meldete telegate eine Mehrheitsbeteiligung an der Telemarketingfirma PhoneCom.

Der Euro zeigte sich nach einer leichten Schwäche am Vortag wieder fester bei Kursen um 0,895 Dollar. Devisenhändler gehen unterdessen nach wie vor davon aus, dass der Euro seine Erholung höchstens bis zu einem Kurs von 0,91 US-Dollar fortsetzen wird. Der Markt sei derzeit noch unentschlossen, ob er sich mehrheitlich zu Gunsten des Euro entscheiden solle. Allerdings sitze der Dollar keineswegs mehr "so fest im Sattel wie noch vor wenigen Tagen", sagte ein Händler in Frankfurt.