Börse: "Müder Handel mit mäßigen Umsätzen" - DER SPIEGEL
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Börse "Müder Handel mit mäßigen Umsätzen"

Trotz positiver Vorgaben von Wall Street haben Dax und Neuer Markt klar im Minus geschlossen. Belastet wurde der Aktienmarkt von weiteren Kurseinbußen bei Münchener Rück. Unter den Hightechs notierte nur Epcos im Plus.
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Frankfurt am Main - Der Dax schloss bei 7112 Punkten mit 0,5 Prozent im Minus. Der Nemax-50 schwächte sich um 1,04 Prozent auf 5773 Zähler ab. Der M-Dax aus 70 Nebenwerten verbesserte sich dagegen um 0,5 Prozent auf 4813 Stellen.

Händler sprachen von einem müden Handel mit mäßigen Umsätzen. "Starke Bewegungen konnten wir nur in einzelne Aktien wie Deutsche Bank und Deutsche Telekom sehen", kommentierte ein Börsianer.

Die T-Aktie markierte am Mittwoch erneut ein Jahrestief und setzte damit ihre Talfahrt fort. Der Titel profitierte damit nicht von Presseberichten, denen zufolge der Bonner Telefonriese über den Wiedereinstieg in den italienischen Telekom-Markt verhandelt.

Münchener Rück stürzen weiter

Zu den großen Dax-Verlierern zählten die Aktien der Münchener Rückversicherung. Der Titel verlor 3,95 Prozent auf 325,60 Euro - nachdem der Versicherer bereits am Dienstag zu den Tagesverlierern gezählt hatte. Händler begründeten die anhaltenden Verluste mit Spekulationen über die Position des Rückversicherers in einem neu gewichteten Euro-Stoxx-50-Index.

Auch Technologietitel gaben überwiegend nach. An der Börse gab es Stimmen, die noch kein Ende für die Talfahrt der Hightech-Titel sehen. Siemens-Aktien büßten 1,4 Prozent auf 165,90 Euro ein. Die Aktie des Halbleiterherstellers Infineon verbilligte sich um 2,9 Prozent auf 70,99 Euro. SAP gaben um 0,57 Prozent auf 245,60 Euro nach.

Nur Epcos bei Hightechs im Plus

Gegen die allgemeine Tendenz bei Technologiewerten verteuerten sich die Aktien des Siemens-Ablegers Epcos um 1,5 Prozent auf 100 Euro. Die Titel des Herstellers von passiven Bauelementen hätten in den vergangenen Wochen stark verloren, meinte ein Händler. Nun seien sie wieder günstig zu haben. Auch rechnet er mit guten Zahlen für das erste Halbjahr, die Epcos am Donnerstag veröffentlicht.

Spekulationen über ein Rekordergebnis für das erste Halbjahr trieben die Aktie der Deutschen Bank in die Höhe. Der Titel stieg um 4,1 Prozent auf 98 Euro. Die Bank wird am Donnerstag ihre Zahlen veröffentlichen. "Im Moment geistert sogar ein Gerücht von einer Sonderdividende durch die Finanzwelt", sagte Analyst Georg Kanders von WestLB Panmure.

Die Commerzbank-Aktie profitierte von neu aufgeflammten Gerüchten um eine Übernahme der Frankfurter Bank durch die britisch-asiatische Bank HSBC. Diese wurden allerdings von HSBC entschieden dementiert. Commerzbank kletterten um 2,2 Prozent auf 38,85 Euro.

TUI-Zahlen treiben Preussag hoch

Der Mischkonzern Preussag zählte an der Frankfurter Börse zu den Gewinnern. Die Aktien legten dank guter Zahlen der Tochter TUI um 4,4 Prozent auf 33,93 Euro zu. Die Börse reagiere weiter auf die TUI-Zahlen aus der vergangenen Woche, begründete der Analyst Christian Obst von der der HypoVereinsbank die Kursgewinne.

Der Rentenmarkt tendierte leichter. Der Bund-Future lag mit 105,67 Punkte um 0,1 Prozent im Minus. Gleichzeitig verlor der Rex 0,6 Prozent auf 109,2001 Punkte. Die Umlaufrendite lag bei 5,23 (Dienstag: 5,25) Prozent.

New York: Dow stark, Nasdaq behauptet

Der Dow Jones kletterte am Nachmittag in New York um 0,98 Prozent auf 10.710,24 Punkte. Im Verlauf verteidigte der Index seine Gewinne und notierte gegen 21.45 Uhr MESZ bei 10.705 Zählern um 0,9 Prozent im Plus. Der Nasdaq musste seine frühen Gewinne bis zum Abend dagegen wieder abgeben. Er notiert kurz vor Börsenschluss minimal im Minus - nachdem er zwischenzeitlich über ein Prozent im Plus gestanden hatte.

Europa: Kräftiges Minus

Der Euro-Stoxx-50 gaben um 0,2 Prozent auf 5091 Punkte nach. In Paris gingen die Aktien unverändert aus dem Handel. Die Börse in London schloss gut behauptet.

Devisen: Euro weiter schwach

Der Euro bewegte sich weiterhin unter der 92-Cent-Marke. Die Gemeinschaftswährung kostete am Abend 0,9152 Dollar. Damit war die Dollar-Note 2,1368 Mark wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs für den Euro auf 0,9142 (0,9264) Dollar fest. Ein Greenback war damit 2,1394 (2,1112) Mark wert.

Am Donnerstag wird der Rat der EZB die geld- und währungspolitische Lage diskutieren. Am Finanzplatz Frankfurt wird nicht mit einem Zinsschritt gerechnet. Die nächste Erhöhung der Leitzinsen erwarten die Volkswirte erst wieder im September.