Börse Nasdaq bricht ein
Frankfurt am Main/New York - Die amerikanischen Aktienwerte sind am Donnerstag deutlich schwächer in den Handel gestartet, wobei der technologielastige Nasdaq-Index zu Handelsbeginn mehr als vier Prozent einbüßte. Zu Handelsbeginn lag der Dow Jones gut 1 Prozent im Minus.
Am Mittwoch nach Börsenschluss hatte der Spezialchiphersteller Altera Corp und der Computerhersteller Gateway jeweils Gewinnwarnungen herausgegeben und mitgeteilt, ihre Ergebnisse für das vierte Quartal würden unter den Erwartungen bleiben. "Die Ankündigung von Gateway gestern bringt weitere Unruhe in den Nasdaq und ich befürchte, der Dow dürfte im frühen Handel auch davon getroffen werden", sagte Peter Cardillo, Research-Direktor beim Investmenthaus Westfalia Investments.
Belastet durch Verluste bei Technologietiteln wie Infineon und Deutsche Telekom verlor das Börsenbarometer Dax zuletzt 1,9 Prozent. Bereits zum Handelsstart in Frankfurt hatte der Dax den Rückwärtsgang eingelegt. Auch der Neue Markt wurde durch die schwache US-Technologiebörse Nasdaq belastet, die in der Nacht auf ein neues Jahrestief gefallen war. Die Technologietitel im Nemax 50 sanken um 3,6 Prozent.
Die Deutsche Börse ließ sich davon bislang allerings wenig beeindrucken. Infineon etwa konnte sich nach zwischenzeitlichen Verlusten von 6,1 Prozent aud minus 4 Prozent ein wenig erholen. Weiterhin erheblich waren aber die Verluste des Softwarewertes SAP, der schon am Mittwoch durch Herabstufungen verschiedener Investmentbanken deutlich verloren hatte. Zuletzt notierte die Aktie im Dax um fast 5,4 Prozent leichter und erreichte damit ein neues Jahrestief.
Der Aktienkurs des DaimlerChrysler-Konzerns befand sich sogar auf dem Weg zu historischen Tiefstständen. Die Aktie rutschte zeitweise unter die Marke von 45 Euro. Inzwischen liegt das Papier bei einem Minus von gut 1,3 Prozent. "Die Aktie ist im Moment auf Rezessionsniveau eingepreist", urteilte Analyst Robert Halver von Delbrück Asset Management am Donnerstag in Frankfurt. Rein fundamental handele es sich trotzdem um eine Aktie, "die man aus strategischen Gründen haben muss", sagte der Experte.
Die Aktien der Deutschen Telekom gerieten nach Vorlage der endgültigen Neunmonats-Zahlen deutlich unter Abgabedruck. Auch die Vorstellung des neuen T-Online Vorstands Thomas Holtrop konnte dem Papier keinen Schwung geben. Zuletzt reihte sich die Aktie des ehemaligen Monopolisten mit knapp 4 Prozent minus unter den Dax-Verlierern ein.
Die Aktien des Essener Energieversorgers RWE haben sich am Donnerstagnachmittag gut behauptet. Die Aktie notierte mit rund 2,3 Prozent im Plus. Damit führte der Titel die kurze Gewinnerliste im Dax an. Ein Analyst erklärte den Kursanstieg mit der am Mittwoch bekannt gewordenen geplanten Übernahme des fünftgrößten amerikanischen Wassserversorgers "E-town" durch RWE.
Auch am Neuen Markt setzte sich die Abwärtstendenz vom Vormittag fort. Ganz oben auf der Verliererliste stehen Ricardo mit einem Minus von 15,6 Prozent und Pixelpark mit einem Minus von 15,5 Prozent, gefolgt von der Direkt Anlage Bank mit minus 12 Prozent. Die skandalumwitterten EM.TV konnten dagegen vorübergehend von den Übernahmegerüchten profitieren und tendieren nach einen zwischenzeitlichen Plus von 2,3 Prozent leicht über Vortagesniveau.
D. Logistics konnte die Aufwärtstendenz vom Vormittag nicht halten. Obwohl die Aktien des Biotech-Unternehmens mit heutiger Wirkung in den Morgan Stanley Capital International-Index (MSCI) aufgenommen worden waren. Von anfänglich plus 2,71 Prozent fielen sie auf minus 2,2 Prozent ab. Auch zweite MSCI-Neuling Qiagen konnte aus der Listung keinen Vorteil ziehen: minus 4,3 Prozent. Zu den wenigen Gewinnern im Nemax zählen dagegen Carrier 1 International mit einem Plus von 4,75 Prozent und Heyde mit plus 3,2 Prozent.
Der Euro konnte seinen Aufwärtstrend zum Mittag mit einem Kurs von 0,8688 Dollar leicht stabilisieren. .