Börse: Nasdaq-Verluste drücken Dax - DER SPIEGEL
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Börse Nasdaq-Verluste drücken Dax

Gedrückt von der schwachen Nasdaq hat sich der Dax am Montag mit Verlusten verabschiedet. Auch die Wachstumswerte notierten schwächer. Als Tagesgewinner bei den Blue Chips ging die Deutsche Telekom aus dem Handel.
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Frankfurt am Main - Der Dax rutschte 0,51 Prozent auf 6627 Punkte. Die Wachstumswerte im Nemax-50 gaben um 1,01 Prozent auf 4332 Punkte ab. Der M-Dax sank um 0,26 Prozent auf 4754 Punkte.

An der Wall Street notierten die Börsen zu Handelsschluss in Frankfurt uneinheitlich. Der Dow Jones gewann 0,47 Prozent auf 10.239 Punkte. Die Nasdaq verlor 0,40 Prozent auf 3303 Zähler.

Ruhiger Handel zum Wochenstart

Eine Händlerin der BHF-Bank sagte, im Großen und Ganzen sei an diesem Montag nichts Auffälliges geschehen. Mit Unverständnis reagierte sie auf die Entwicklung der Siemens-Aktie, die sich mit einem Verlust von 2,98 Prozent auf 144,55 Euro verabschiedete.

So seien die jüngsten Meldungen an sich sehr positiv zu werten. So will der Elektrokonzern mit Hilfe des Internet umgerechnet rund zehn Milliarden Mark einsparen, wie Siemens-Vorstandschef Heinrich von Pierer ankündigte.

Die Händlerin hob weiterhin das offenbar bevor stehende Angebot für die Honeywell-Automatisierungssparte hervor: Siemens will sich einem Pressebericht zufolge mit bis zu 1,5 Milliarden Dollar an der Industrie- und Automationssparte des US-Mischkonzerns Honeywell beteiligen oder diese vollständig übernehmen. Dies meldet die in London erscheinende Zeitung "Sunday Telegraph" ohne Angabe von Quellen.

Unsicherheiten im Chip-Geschäft belasten Infineon

Das Minus der Siemens-Aktie erklärte die Händlerin mit dem Druck auf die Tochter Infineon. Hierfür sei wiederum die Zurückhaltung der Investoren vor den für Dienstag angekündigten Quartalszahlen von Philips verantwortlich. Die BHF-Bank rechnet hier mit negativen Entwicklungen im Mobilfunkgeschäft.

Das Kreditinstitut geht aber davon aus, dass diese Entwicklung durch digitale Unterhaltungsmedien überkompensiert werde. Wenn das Chipgeschäft bei Philips nicht gut laufe, habe dies auch Auswirkungen auf Infineon. Daher setzten vor den Zahlen Gewinnmitnahmen ein. Infineon schlossen mit einem Minus von 4,72 Prozent bei 49,50 Euro.

Die T-Aktie führt die Gewinnerliste an

Tagesgewinner war die Telekom-Aktie, sie schloss bei einem Stand von 38,38 Euro (plus 2,10 Prozent). Ingo Nix, Händler des Bankhauses Schröder Münchmeyer Hengst, vermutete Stützungskäufe hinter der Kursentwicklung. "Da kauft entweder die Telekom selbst eigene Aktien oder sie lässt von befreundeten Banken Aktien kaufen."

Damit solle verhindert werden, dass der Telekom-Kurs unter die Marke von 33 Euro rutscht. Bei einem solch niedrigen Kurs könnte die US-Telefongesellschaft VoiceStream ihre schon vereinbarte Übernahme durch die Telekom platzen lassen.

Volkswagen gingen bei 56,13 Euro 0,21 Prozent leichter aus dem Handel. Dem Papier half nicht, dass die BHF-Bank nach Angaben der Händlerin ihr Haus die Volkswagen-Aktie auf "Kauf" gestellt hatte.

Finanztitel notieren deutlich im Minus

Deutsche Bank schlossen bei 87,75 Euro (minus 0,26 Prozent). Ein Analyst einer Privatbank erklärte, das Haus leide noch immer unter den Presseberichten der vergangenen Woche über die so genannten "Junks Bonds". In den USA hätten einige Banken deswegen teilweise schwer gelitten.

Die heutigen Verluste bei den deutschen Banken seien aber nicht nachvollziehbar. Dresdner Bank gaben 1,93 Prozent auf 44,23 Euro ab. Deutsche Bank verloren 0,26 Prozent auf 87,75 Euro. Commerzbank sanken um 1,84 Prozent auf 31,00 Euro.

Nervöser Handel am Neuen Markt

Auch die Aktien am Neuen Markt sind leichter aus dem Handel gegangen. Nachdem die Wirkung der positiven Vorgaben aus den USA am Morgen verpufft war, drehten die beiden den Neuen Markt bestimmenden Börsenbarometer wieder leicht ins Minus.

Händler sprachen von einem volatilen Handel. Der Nemax-50 verlor bis Börsenschluss 1,01 Prozent auf 4332 Punkte. Der marktbreitere Nemax-All-Share gab 0,77 Prozent auf 4167 Zähler ab.

Händler machten übereinstimmend eine noch immer vorhandene Unsicherheit am Markt fest. "Niemand weiß, ob der Freitag nur eine technische Korrektur oder vielleicht schon der Beginn einer Bodenbildung war", sagte ein Händler von Trinkaus & Burkhardt.

Durch die Gewinn- und Umsatzwarnungen der vergangenen Wochen seien "riesige Enttäuschungen" entstanden. Diese Wunden müssten nun erst einmal verheilen.

Euro nähert sich der 85-Cent-Marke

Der Euro verlor stark an Wert. Zuletzt lag er bei 0,85 Dollar. Der Dollar kostete 2,3011 Mark. Die Europäische Zentralbank gab den Referenzkurs mit 0,8511 (0,8627)Dollar an. Damit war der Dollar 2,2980 (2,2671) DM wert.

Der Rentenmarkt zeigte sich etwas leichter. Der marktführende Bund Future zehnjähriger Staatsanleihen stand bei 105,59 Punkten um 0,1 Prozent niedriger. Der Rentenindex Rex sank um 0,2 Prozent auf 110,28 Punkte. Die Umlaufrendite wurde am Mittag von der Deutschen Bundesbank bei 5,23 (Freitag 5,17) Prozent festgestellt.