Börse: Neuer Markt kommt unter die Räder - DER SPIEGEL
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Börse Neuer Markt kommt unter die Räder

Der Dax hat bis zum Abend seine anfänglichen Verluste nur zum Teil wettmachen können. Eine freundliche Wall Street zog die Standardwerte aus dem Sumpf, in den sie die Telekom hineingerissen hatte. Abwärts ging es am Neuen Markt.
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Frankfurt am Main - "Die Rede von Greenspan vor US-Gouverneuren hat den deutschen Aktien Auftrieb verliehen", sagte Stefan Buchholz, Händler bei der DG Bank. Der oberste US-Währungshüter habe am Nachmittag die Sorgen über eine Zunahme der Inflation in den USA verringert.

Auf der Gewinnerseite im Dax lagen BMW-Aktien, die am frühen Abend einen Kurszuwachs von gut 4 Prozent verbuchten. Großanleger kauften sich wieder in den Automobilwert ein, sagte ein Händler. Auch Schering lag kräftig im Plus.

Aktien des Index-Schwergewichts Deutsche Telekom fielen um 2,35 Prozent unter die 60-Euro-Marke. Gerüchte um einen Kauf der US-Mobilfunkgesellschaft VoiceStream für 30 Milliarden US-Dollar hätten den Titel belastet, sagte ein Händler. Auf dem Parkett gebe es den Eindruck, die Telekom könne sich mit dem Kauf der VoiceStream begnügen und die erheblich größere US-Gesellschaft Sprint nicht übernehmen.

Noch höhere Verluste fuhren die Handels- und Konsumaktien von Henkel und Metro ein. Der Henkel-Kurs gab 3,33 Prozent ab, Metro verbilligten sich sogar um 5,29 Prozent. Beide Titel litten unter Gewinnmitnahmen nach den Kursaufschlägen der vergangenen Woche.

Über die Aussichten des Neuen Marktes äußern sich viele Experten skeptisch. Bemängelt wurde vor allem die katastrophale Schwäche des Nemax-50 im Vergleich zur ehemaligen Leitbörse Nasdaq. Die Mehrheit aller Aktien im Nemax falle munter weiter. Wenn nun zusätzlich die Nasdaq korrigiere, fiele jede Unterstützung für den Markt weg: "Dann hätten wir mit dem Nemax ein massives Problem", sagte ein Analyst. Gigabell, teles und Tria verbuchten die höchsten Verluste im zweistelligen Bereich. Auf der Gewinnerseite standen Team Communications mit plus 32 Prozent.

Die EZB setzte den Euro-Referenzkurs am Dienstag auf 0,9527 (Montag: 0,9523) US-Dollar kaum höher fest. Der Dollar war damit 2,0529 Mark wert.

Der Rentenmarkt tendierte fester. Der Bund-Future erhöhte sich um 0,3 Prozent auf 105,07 Zähler und der Rentenmarktindex Rex um 0,2 Prozent auf 109,48 Punkte. Die Bundesbank stellte die Umlaufrendite am Nachmittag unverändert bei 5,31 Prozent fest.