Börse: Nikkei fällt auf Sieben-Wochen-Tief - DER SPIEGEL
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Börse Nikkei fällt auf Sieben-Wochen-Tief

Kein Obama-Effekt: Nach dem Dow Jones hat auch der japanische Nikkei deutlich an Wert verloren. Händler zeigten sich enttäuscht, dass der frisch vereidigte Präsident bei seiner Antrittsrede keine neuen Details zur Konjunkturrettung bekanntgegeben hat. Auch deutsche Börsianer erwarten Verluste.
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Tokio - Die japanischen Aktien haben am Mittwoch ihren Abwärtstrend fortgesetzt und sehr schwach geschlossen. Der Nikkei rutschte mit minus 2,04 Prozent unter die Marke von 8000 Zählern und ging bei 7901 Punkten aus dem Handel. Damit schloss der Leitindex auf dem tiefsten Niveau seit sieben Wochen. Der breit gefasste Topix verlor 2,22 Prozent auf 787 Zähler.

Händler zeigten sich zudem wie ihre Kollegen an der Wall Street enttäuscht, dass der neue US-Präsident Barack Obama in seiner Antrittsrede keine weiteren Details zur Belebung der Wirtschaft verkündete. "Die Menschen haben noch immer Erwartungen an seine Wirtschaftspolitik, aber über die wissen wir nichts Genaues. Also bleibt dem Markt nichts anderes übrig, als sich auf die Realwirtschaft und Unternehmenszahlen zu konzentrieren", sagte Yutaka Miura von Shinko Securities.

Die weitere Zuspitzung der Finanzkrise habe vor allem Bankenwerte weiter unter Druck gesetzt, hieß es am Markt. Auch Exportwerte wie Honda   verloren, bedingt durch den teuren Yen, erneut an Wert. Zudem büßten Titel von Sony   an Wert ein, nachdem eine Zeitung berichtet hatte, der Konzern wolle am Mittwoch oder Donnerstag Details zu seinem Sanierungsplan vorlegen.

US-Börsen tief im Minus

Zuvor hatten schon die US-Börsen mit herben Verlusten geschlossen. Der Dow Jones   der Standardwerte ging vier Prozent tiefer bei 7949 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 fiel um 5,3 Prozent auf 805 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq   gab sogar 5,8 Prozent auf 1440 Punkte nach.

Auch an der Wall Street herrschte Unsicherheit. "Die entscheidende Frage ist jetzt, was Obama nun genau zur Rettung der Konjunktur unternimmt - und wie schnell", sagte ein Börsianer in New York.

Bei den schwer gebeutelten Finanztiteln setzten die Citigroup (minus 20 Prozent) und die Bank of America (minus 29 Prozent) ihre beängstigende Talfahrt fort. Die erst am Freitag verkündeten Stützungspläne halfen den zwei Häusern nichts. Bei der Citigroup, die ihre Dividende fast komplett zusammenstrich, spekulierte der Markt erneut über eine Verstaatlichung. Die Kursverluste weckten Erinnerung an die lebensbedrohliche Abwärtsspirale einiger Banken im vergangenen Herbst.

Belastet von einer negativen Vorgabe und mit den angeschlagenen Banken weiter im Blick wird auch der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch etwas schwächer erwartet. FinSpreads taxierte den Dax   am Morgen 0,75 Prozent tiefer bei 4.208 Punkten.

ssu/dpa-AFX/Reuters