Börse "Noch nicht alles vom Baum geschüttelt"
Frankfurt am Main - SAP setzten nach einem wechselhaften Handelsverlauf den Kursrutsch der vergangenen beiden Börsentage fort. Eine feste Eröffnung an der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq konnte dem Wert ebenso wenig nach oben verhelfen wie den Papieren von Epcos, die die Verliererliste mit einem Minus von 7,01 Prozent anführten. SAP gaben um 3,11 Prozent auf 744 Euro nach.
Die Kurskorrektur bei den Technologiewerten sei lange fällig gewesen und wahrscheinlich noch nicht vorbei, hieß es am Markt. Der Sektor sei immer noch hoch bewertet. "Da ist noch nicht alles vom Baum geschüttelt", so ein Broker.
Deutsche Telekom verlor trotz des teilweisen Verkaufs ihres Breitband-Kabelnetz in Hessen an das britische Investorenkonsortium Klesch. Die T-Aktie gab leicht um 0,43 Prozent 82,94 Euro nach. Thyssen-Krupp büßten 2,65 Prozent ein. Der Aufsichtsrat hat den Plänen des Vorstands zur Übernahme der Mannesmann-Industriesparte Atecs zugestimmt.
An der Spitze des Dax standen Deutsche Lufthansa. Nach den Tarifabschlüssen für ihre Beschäftigten legten die Aktien um 3,45 Prozent auf 24 Euro zu. Auch VEBA gewannen 2,36 Prozent auf 53,25 Euro. Siemens konnten sich gegen den Trend der Technologie-Aktien behaupten und verteuerten sich um 1 Prozent auf 149,99 Euro.
Auch der Neue Markt schloss im Minus. Am Nachmittag hatte er seine Vortagesverluste zwar größtenteils wettgemacht. Der Nemax-50 fiel dann aber um 1,40 Prozent auf 7393,85 Zähler.
Der Bund-Future kletterte elf Stellen auf 105,29 Punkte. Der Rex verbesserte sich um acht Zähler auf 110,68 Punkte. Die Umlaufrendite lag bei 5,11 Prozent .
Der Kurs des Euro hat sich am Freitag weiter seinem historischen Tiefpunkt angenähert. Die EZB legte den Referenzkurs auf 0,9553 Dollar fest. Für die US-Währung ergibt sich damit ein Kurs von 2,0473 Mark. Am Abend rutsche der Euro in New Yorker Handel weiter ab; er fiel auf 0,9550 Dollar. Seinen Tiefpunkt hatte der Referenzkurs am 8. März 2000 mit 0,9543 Dollar erreicht.
Innerhalb der Euro-Länder werden die Stimmen lauter, die sich für eine Stärkung der Gemeinschaftswährung aussprechen. Der französische Finanzminister Laurent Fabius sagte bei einem Treffen mit Bundesfinanzminister Hans Eichel: "Die Wirtschaft kann nur stark sein, wenn sie von einer starken Währung gestützt wird".